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Ende November fand auf dem Forschungscampus in Stein ein sogenanntes „Best Practice Meeting“ der Schweizerischen Management Gesellschaft statt: Das Topmanagement von Syngenta referierte über künftige Herausforderungen im Agribusiness.
Stefan Borgas hat viele Funktionen inne: Er ist nicht nur CEO der Lonza Group Ltd. und Verwaltungsrat von Syngenta, der 47-Jährige ist auch Präsident der Schweizerischen Management Gesellschaft (SMG) und damit war er gewissermassen Zeremonienmeister des „Best Practice Meeting“ von Ende November bei Syngenta.

Stefan Borgas hiess „seine“ Mitglieder auf dem Forschungscampus in Stein denn auch herzlich willkommen und versprach ihnen ein „superspannendes Programm, das allen wohl lange in Erinnerung bleiben wird.“ Thema sollte die Ernährung der Weltbevölkerung sein: ein Gebiet, so Borgas, „das uns alle betrifft!“ Syngenta verfüge zudem auf diesem Gebiet über einen riesigen Erfahrungsschatz, sei fast in jedem Land der Welt tätig und könne so den Mitgliedern der SMG einiges zum Thema globale Ernährung und Landwirtschaft zeigen.
Integrierte Lösungen

Robert Berendes, der Leiter der Geschäftsentwicklung bei Syngenta, referierte deshalb auch folgerichtig über die globalen Herausforderungen und den Ansatz von Syngenta zu deren Bewältigung. Im Jahr 2030 werde die Welt wohl 8 Milliarden Menschen ernähren müssen, erklärte Robert Berendes, und so hiesse die Devise nun: „Mit weniger Ressourcen mehr produzieren.“
Syngenta möchte dabei gemäss ihrer neuen Strategie den Landwirten weltweit integrierte Lösungen anstelle einzelner Produkte anbieten. „Lösungen“, so der Leiter der Geschäftsentwicklung, „die alles vereinen: hervorragendes Saatgut, hoch wirksame Pflanzenschutzprodukte und innovative Technologien.“
Plene™ revolutioniert Zuckerrohranbau

Wie dies im Detail schon heute aussieht und in Zukunft noch vermehrt aussehen könnte, erklärte daraufhin Sandro Aruffo, der Leiter von Forschung & Entwicklung bei Syngenta: „Wir vereinen die Chemie, die Genetik und die Agronomie miteinander und bringen so Innovationen auf den Markt, die verschiedenste Technologien miteinander vereinen. Sandro Aruffo nannte als Beispiel Plene™, ein spezielles Pflanzsystem für den Zuckerrohranbau, das die Chemie des Pflanzenschutzes, die Genetik der Pflanzen sowie neuartige Technologien und Dienstleistungen miteinander auf innovative Weise kombiniert.
Vom guten Ruf eines Unternehmens
Über das Thema „Reputation und Management von Risiken“ referierten dann nach einer kurzen Erfrischungspause und einer ausführlichen Führung durch die Chemie, Biologie und das Seed-Care-Institut der CEO von Syngenta, Mike Mack, und Christoph Mäder, der Leiter Recht & Steuern bei Syngenta sowie Präsident der Scienceindustries und Vorstandsmitglied von Economiesuisse, des Dachverbandes der Schweizer Wirtschaft.
Scharf beobachtet

„Die globale Agenda ist auch unsere Agenda“, meinte Mike Mack zu Beginn seiner Ausführungen und ging vor allem auf die Rahmenbedingungen zur Ernährung einer stetig wachsenden Weltbevölkerung ein. „Wir als Syngenta sind in einem stark regulierten Markt mit Millionen von Kunden tätig. Dabei werden wir bei all unseren Aktivitäten von den verschiedensten Interessengruppen - von Zulassungsbehörden über die Aktionäre bis hin zu unseren Kunden - scharf beobachtet.“
„Wir müssen deshalb unseren guten Ruf aktiv mitgestalten“, sagte der CEO und ging auf einige Beispiele wie Kampagnen des Unternehmens, aber auch die Rolle der Mitarbeitenden als Botschafterinnen und Botschafter des Unternehmens ein. Syngenta, so Mike Mack abschliessend, pflege zudem weltweit die verschiedensten stategischen Partnerschaften zu Organisationen oder Institutionen wie der WHO, dem CIMMYT, dem WWF oder dem IRRI.
Good Governance

Christoph Mäder, von Stefan Borgas als „Mister Switzerland“ oder „Swiss Soul“ innerhalb der internationalen Syngenta-Geschäftsleitung vorgestellt, erläuterte daraufhin abschliessend einige Elemente der guten Unternehmensführung bei Syngenta: den Sarbanes-Oxley Act in den USA, die Letter of Assurance der verschiedenen Geschäftseinheiten von Syngenta, den Zweck und die Werte des Unternehmens oder die Aufgaben des Compliance & Risk Management Committee.
Compliance & Risk Management
Syngenta, so der Leiter Recht & Steuern, hat für die Regelkonformität, auf Englisch die Compliance, aber auch für die Handhabung von Risiken, starke Richtlinien und eine ganzheitliche, globale Herangehensweise. So habe das Unternehmen zum Beispiel weltweit die gleichen Standards betreffend Unternehmenskodex. Zur Durchsetzung des richtigen Verhaltens der Mitarbeitenden, zum Beispiel bei Bestechungversuchen oder Betrugsdelikten, setze man bei Syngenta, so Christoph Mäder, zudem auf zwei Teilbereiche, nämlich einerseits auf die notwendigen Mittel und Prozesse und andererseits auf die richtige Einstellung der Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur. „Mit dieser Dualität“, so der Leiter Recht & Steuern, „sind wir bisher gut gefahren und konnten uns bisher sowohl unsere Lizenz als auch unsere Freiheit operationellen Handelnds erhalten.“
Breites Spektrum an Fragen
Eine Frage- und Antwortrunde mit Mike Mack, Christoph Mäder und Martin Bolsinger, dem Leiter der Forschung des Bereichs Lawn & Garden in Stein, rundete das „Best Practice Meeting“ der SMG schliesslich ab. Diskutiert wurden hier vor allem Themen wie die Zusammenarbeit mit Agrotechnologiefirmen wie John Deere, die Möglichkeiten zur Landwirtschaft in Meerwassergebieten, die Akzeptanz der Gentechnik oder die Pipeline an integrierten Lösungen von Syngenta für die kommenden Jahre.
Strategische Kreativität
Stefan Borgas, der Präsident der SMG, nahm am Ende des Anlasses stellvertretend für die übrigen Mitglieder schliesslich einige „Lektionen“ mit nach Hause, wie er am Ende des Anlasses gestand: So sei Syngenta offenbar in einem sehr attraktiven Geschäftsfeld und Markt tätig. Das Management habe aber auch keine Ängste das Unternehmen – wie zum Beispiel mit den integrierten Lösungen – auch mal neu zu positionieren. Und nicht zuletzt verfüge Syngenta wohl auch über höchst qualifizierte Mitarbeitende, die notwenige strategische Kreativität sowie die passenden Möglichkeiten, Technologien und Innovationen, um erfolgreich zu sein.
Impulse durch Begegnung, Austausch und Diskurs
Die Schweizerische Management Gesellschaft (SMG), 1961 aus dem Betriebswissenschaftlichen Institut (BWI) der ETH Zürich hervorgegangen, ist eine Kontakt- und Weiterbildungsplattform für Persönlichkeiten, die dem oberen Management angehören oder als Verwaltungsräte tätig sind. Durch ihre Netzwerk- und Plattformfunktion dient die SMG als Impulsgeberin für Führungspersönlichkeiten und Aufsichtsorgane, die sich mit strategischen und operativen Fragen auseinandersetzen. Die Schlüsselfunktionen sind die Vermittlung von Impulsen, Dialog und Beziehungspflege.
Die Mitglieder der SMG diskutieren und definieren branchenübergreifend die Standards von Leadership Excellence in der Unternehmensentwicklung und nehmen im Rahmen der Aktivitäten der SMG auch Impulse, Denkanstösse und Ideen von innen und von aussen auf.