Die Mischung macht es aus 

Basel, im Oktober 2010 

Im Frühling dieses Jahres hat Syngenta die Schweizer Bienenweide lanciert: Doch was sind die Ziele dieses Projektes und wie entwickelt es sich? Die hello-Redaktion hat sich zusammen mit Fachleuten auf verschiedenen Versuchsfeldern im Lande umgesehen.

Mike Edwards, englischer Umweltfach-mann, ist sich sicher: „Diese Versuchsfläche hier sollte gemäht und im Herbst nochmals frisch angesät werden.“ Genauestens nimmt der Autor verschiedener Publikationen und Bücher über Hummeln und andere Bestäuberinsekten die Magerwiese unter die Lupe, macht sich auf seinem Handcomputer Notizen und versucht gleich eine Statistik der herumfliegenden Insekten anzulegen.

Von Bumblebee zu Pollinator

Mitte Juli war Mike Edwards während ein paar Tagen auf Einladung von Syngenta in der Schweiz zu Gast, gab theoretische Einführungen in die Ökologie oder die Verhaltensweise von Bestäuberinsekten und untersuchte in der Praxis gemeinsam mit anderen Expertinnen und Experten oder fachlich kundigen Syngenta-Mitarbeitenden einige Versuchsflächen der Schweizer Bienenweide von Syngenta. Unterstützt wurde er dabei, beispielsweise in Stein, von Syngenta-Mitarbeiter Geoff Coates, einem der Gründerväter der Operation Bumblebee in England, dem Vorgängerprojejkt der Operation Pollinator in Europa und der Schweiz.

Verbessertes Nahrungsangebot

Die Schweizer Bienweide, wie Operation Pollinator hierzulande heisst, so war zu erfahren, sei ein mehrjähriges Biodiversitätsprojekt. Ziel sei es die Population der natürlich bestäubenden Insekten, inbesondere von Wild- und Honigbienen, nachhaltig zu fördern. Es soll aber auch den Landwirten ermöglichen, auf einfache Weise an Feldrändern weitere Lebensräume für bestäubende Insekten anzulegen. „Dank dieser Flächen“, so Mike Edwards, „werden dann zahlreiche Insekten über die gesamte Flugsaison ein verbessertes Nahrungsangebot an Pollen und Nektar vorfinden. Und die Streifen können auch als geschützte Brut- und Nistplätze für die verschiedensten Tierarten dienen.“



In der Testphase

„In der Schweiz“, so erklärte Patrick Weiss, der Projektleiter der „Operation Polinator“ in Europa, gegenüber den interessierten Syngenta-Mitarbeitenden Mitte Juli in Stein, „befindet sich das Projekt momentan noch in der Versuchsphase. Das heisst verschiedene – auf die in der Schweiz herrschenden Bedingungen angepasste – Gräser- und Blumenmischungen werden nun getestet, um dabei die für die Bestäuberinsekten nützlichste und geeignetste zu finden.“

In der Testphase befinden sich so in Stein zum Beispiel die Grundversion einer Buntbrachen-Mischung mit Klatschmohn, Kornblumen und vielerlei Ackerkräutern, eine Mischung namens „Süddeutscher Blühstreifen“ mit reichlich Sonnenblumen sowie die Pollinator-Spezialmischung mit Kamille und vielen Kräutern.

Fachmännischer Rat

Ähnliche Versuchsflächen wie diejenige in Stein, die öffentlich zugänglich ist, gibt es bei Syngenta auch in Dielsdorf. Und auch dort sah sich Mike Edwards Mitte Juli um, nahm die bisherigen Versuche genauestens unter die Lupe und gab fachmännischen Rat. Zudem besuchte er gleichentags die Forschungsanstalt Agroscope in Reckenholz bei Zürich, besprach sich dort ebenfalls mit lokalen Fachleuten und erläutete auch ihnen das Projekt und die genaue Vorgehensweise.

„In der Schweiz“, so erklärte Patrick Weiss, „sind nun in diesem Frühling die Versuchsflächen mit einer Grösse von etwa 6 auf 50 Metern ausgewählt und mit den entsprechenden Mischungen angesät worden. Die Entwicklung der Insektenpopulationen auf diesen Feldern wird  jetzt von Experten wie Mike Edwards oder Geoff Coates wissenschaftlich beobachtet, begleitet und ausgewertet. In einer zweiten Phase wird die Schweizer Bienenweide dann für die Landwirte und weitere Partner zugänglich gemacht.“
Im Moment bestehen Pilotfelder – neben Stein und Dielsdorf – bei Syngenta in Monthey und Commugny, bei der Forschungsanstalt Agroscope in Reckenholz, aber auch im Tierpark Lange Erlen in Basel, beim Golfpark der Migros in Otelfingen oder auf dem Golfplatz Wylihof in Luterbach bei Solothurn.

Unabdingbar für das Fortbestehen

Mike Edwards, aber auch sein Kollege Geoff Coates sind dabei vom Erfolg des Projektes in Europa überzeugt: „Bestäubende Insekten wie Bienen, Schmetterlinge oder Schwebfliegen sind unabdingbar für das Fortbestehen natürlicher Lebensräume und eine ertragsreiche Landwirtschaft: Mehr als 80 Prozent aller in Europa angebauten Pflanzen sind nämlich für ihre Bestäubung direkt von Insekten abhängig. Dies betrifft auch eine Vielzahl an Gemüsen, Obst und Beeren – und entspricht etwa einem Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion.“
 

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Das Wichtigste in Kürze

Syngenta startet in der Schweiz ein mehrjähriges Biodiversitäts-Projekt, um die Population der natürlich bestäubenden Insekten, insbesondere Wild- und Honigbienen, nachhaltig zu fördern. Das Projekt mit dem Namen „Schweizer Bienenweide“ soll Landwirten ermöglichen, auf einfache Weise an Feldrändern gezielte Lebensräume für bestäubende Insekten anzulegen. Dank dieser Flächen werden zahlreiche Insekten über die gesamte Flugsaison ein verbessertes Nahrungsangebot an Pollen und Nektar finden. Die Streifen werden zudem als geschützte Brut- und Nistplätze dienen.