Biotechnologie
Häufige Fragen zum Thema landwirtschaftliche Biotechnologie
Wozu
brauchen wir überhaupt die landwirtschaftliche Biotechnologie?
In welchem Ausmass werden viele pflanzliche GVO weltweit angebaut?
Welche Arten von pflanzlichen GVO sind derzeit auf dem Markt?
Welche gentechnisch veränderten Produkte entwickelt Syngenta zur Zeit?
Welche Tests wurden durchgeführt, um die Sicherheit pflanzlicher GVO-Produkte zu gewährleisten?
Können gentechnisch veränderte Nutzpflanzen wirklich zur Welternährung beitragen?
Worin bestehen die Vorteile gentechnisch veränderter Nutzpflanzen?
Wo erfahre ich mehr über …
Wozu brauchen wir überhaupt die landwirtschaftliche Biotechnologie?
Trotz der modernen Pflanzenschutzpraxis
gehen laut Schätzungen rund 40% der weltweiten Ernte an Schädlingsbefall,
Unkräuter und Krankheiten verloren. Bisher war es noch möglich,
dass das weltweite Nahrungsangebot auf Grund zahlreicher Fortschritte
in der landwirtschaftlichen Technik mit der globalen Nachfrage
Schritt halten konnte. Doch angesichts eines prognostizierten
Bevölkerungswachstums auf 8 Milliarden bis 2025 (Quelle: United
Nations Population Fund), aber auch auf Grund der begrenzten Anbaufläche,
die uns zur Verfügung steht, nimmt der Druck zur Erhöhung der
Produktivität laufend zu. Ausserdem fordern die Konsumenten höhere
Qualität und bessere Nährstoffe. Vor diese Herausforderungen gestellt,
gilt es einfach, alle verfügbaren Methoden und Lösungsmöglichkeiten
anzuwenden.
Die Biotechnologie bietet uns ein wirksames Werkzeug, das wir einsetzen können, um diesem Bedarf gerecht zu werden.
Die landwirtschaftliche Biotechnologie stellt ein wichtiges Instrumentarium dar, wenn es darum geht, Pflanzen mit wünschenswerten Merkmalen aus anderen, mit ihnen gar nicht verwandten Organismen zu entwickeln. Diese Aufgabe lässt sich mittels konventioneller Züchtungstechniken nicht bewältigen. Als Beispiel einer bereits häufig angebauten gentechnisch veränderten Nutzpflanze sei der Bt-Mais genannt, der durch Zugabe eines einzigen Gens eines weit verbreiteten Bodenbakteriums dem Angriff von Schadinsekten problemlos widersteht. Ein weiteres Beispiel ist aber auch die Herbizidresistenz von Sojabohnen, die dank eines Gens eines anderen häufig vorkommenden Bodenbakteriums erzielt wird. Das eingeführte Gen erlaubt den Pflanzen ein bestimmtes Herbizid unbeschadet zu überstehen und ermöglicht somit die Unkrautbekämpfung deutlich zu verbessern.
In welchem Ausmass werden pflanzliche GVO heute weltweit angebaut?
Die ISAAA, eine gemeinnützige
Organisation, die Daten
über die landwirtschaftliche
Biotechnologie veröffentlicht,
gab im Januar 2004
einen Bericht heraus,
dem zufolge im Jahr
2003 die weltweite
Gesamtanbaufläche transgener
Nutzpflanzen schätzungsweise
67,7 Millionen Hektar
(167 Millionen Acres)
betrug. Diese Flächen
werden von sieben Millionen
Landwirten in achtzehn
Ländern bebaut. Weitere Informationen zum Thema
erhalten Sie auf der
ISAAA Webseite der ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications).
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Welche Arten von pflanzlichen GVO sind derzeit auf dem Markt?
Der globale Stand über
sämtlich zugelassene gentechnisch
veränderte Nutzpflanzen
mit neuartigen Merkmalen,
kann auf der AgBios Website mit ihrer Datenbank samt Suchfunktion abgefragt werden.
Syngenta bietet derzeit gentechnisch veränderten, insektenresistenten Mais und herbizidtolerante Sojabohnen an.
Welche gentechnisch veränderte Produkte entwickelt Syngenta zur Zeit?
Bei Syngenta konzentriert
man sich darauf, die besten neuen Ideen aus der Biotechnologie
bis zur Marktreife
zu bringen. Um mehr
über die Produkte in
unserer Pipeline zu
erfahren, besuchen
Sie bitte unsere Plant Science Website. Oder lesen
Sie hier über weitere
Maisprodokte in der
Entwicklung.
Welche Tests wurden durchgeführt, um die Sicherheit pflanzlicher GVO-Produkte zu gewährleisten?
Bevor irgendeine gentechnische veränderte, verbesserte
Nutzpflanze für den
kommerziellen Verkauf
zugelassen wird, muss
nachgewiesen sein, dass sie mindestens so sicher ist wie ein
konventionell gezüchtetes
gleichwertiges Produkt.
Staatliche Behörden
schreiben die entsprechenden Sicherheitstests und die Überprüfung
gentechnisch veränderter
Pflanzen nach wohl
etablierten wissenschaftlichen Richtlinien und basierend
auf den Empfehlungen
innerstaatlicher Behörden genauestens vor.
Erst wenn die zuständigen staatlichen Experten mit den Ergebnissen der umfangreichen wissenschaftlichen Studien rundum zufrieden sind, empfehlen sie die Freigabe einer gentechnisch veränderten Nutzpflanze für den kommerziellen Anbau und für die Verwendung in Nahrungs- und Futtermitteln.
Die Sicherheitstests, die dazu durchgeführt
werden, untersuchen die potenziellen Auswirkungen einer Verwendung
eines solchen GVO in der menschlichen Nahrung (beispielsweise
allergene Eigenschaften, Toxizität, Änderungen des Nährwerts),
im Tierfutter (beispielsweise Änderungen des Nährwerts, Toxizität),
sowie potenzielle Auswirkungen auf die Umwelt (Einfluss auf andere
als die angepeilten Schadinsekten, Gentransfer etc.).
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Können gentechnisch veränderte Nutzpflanzen wirklich zur Welternährung beitragen?
Das weltweite Nahrungsangebot
wird von vielen Faktoren beeinflusst. Diese können politischer,
wirtschaftlicher und sozialer sowie ökologischer oder landwirtschaftlicher
Natur sein. Da es keine technischen "Schnellschuss"-Lösungen
für soziale und politische Probleme gibt, sind neue landwirtschaftliche
Technologien wie gentechnisch veränderte Pflanzen eine von vielen
wichtigen Möglichkeiten, die zum Schutz und zur Bereitstellung
der benötigten Nahrung beitragen können. Die landwirtschaftliche
Biotechnologie lässt sich einsetzen, um die Erträge zu steigern
und um mehr Nahrung anbieten zu können, indem etwa die Kulturen
gegen Schädlinge und andere umweltbedingte Probleme wie Trockenheit
geschützt werden.
In den Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen die Nahrungssicherheit ein besonders gravierendes Problem darstellt, werden gentechnisch verbesserte Nutzpflanzen als eine Möglichkeit gesehen, die Erträge auf den bestehenden Anbauflächen zu steigern. Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen können Kleinbauern in diesen Ländern helfen, ihren Familien mehr und auch bessere Nahrung zu bieten oder – Fall von Ertragskulturen wie Baumwolle – durch Ertragssteigerungen auf derselben Fläche Land mehr Geld zu verdienen. Ausserdem ist es möglich, die Kulturen mit Hilfe der Biotechnologie so aufzuwerten, dass sie einen höheren Nährstoffgehalt aufweisen und auf diese Weise dem Problem der Mangelernährung begegnen. Vor allem sind GVO in der Lage, die genannten Vorteile nachhaltig zu bieten, so dass die wachsende Bevölkerung ohne zusätzlichen Druck auf den natürlichen Lebensraum, indem dieser für landwirtschaftliche Zwecke zerstört wird, ernährt werden kann.
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Worin bestehen die Vorteile gentechnisch veränderter Nutzpflanzen?
In landwirtschaftlichen
Kulturen bietet die Biotechnologie echte Vorteile, sowohl
auf dem Feld als auch darüber hinaus: Es handelt sich dabei
um wirtschaftliche Vorteile für die Landwirte, ökologische
Vorteile und zunehmend auch um direkte Vorteile für die Konsumenten.
Seit der Einführung von den ersten biotechnologisch entwickelten Kulturpflanzen werden diese von den Landwirten immer häufiger verwendet.
Vorbeugung gegen Insektenfrass
Einer der ersten Erfolge
der Biotechnologie
war die Fähigkeit,
Gene eines natürlich vorkommenden Bodenbakteriums, Bacillus
thuringiensis (Bt),
in Mais, Baumwolle
und andere Pflanzen
einzubauen, um diese
mit einem inneren Schutz gegen Schädlingsbefall auszustatten.
Für viele Landwirte
erweisen sich Bt-Pflanzen
als wertvolle Methode
eines integrierten Pflanzenschutzes, der den Landwirten
neue Möglichkeiten
der Schädlingsbekämpfung
eröffnet. Sie können
eine Kopie unserer Bt-Mais-Broschüre "Kernels
of Gold" hier herunterladen.
Intelligentere Unkrautbekämpfung
Unkräuter beeinträchtigen Ertrag und Qualität
der Ernte, und sie
erhöhen zugleich die Kosten für Landwirte und Konsumenten. Seit
vielen Jahrzehnten bedienen sich die Landwirte
daher einer Kombination
aus Bodenbearbeitung (Pflügen) und Herbiziden,
um mit dem Unkraut
auf ihren Feldern fertig
zu werden. Fortschritte in der Biotechnologie eröffnen ihnen
nun weitere Wahlmöglichkeiten,
wie sie ihre Unkrautbekämpfung
wirkungsvoller und
wirtschaftlicher gestalten können. Sie tun dies bereits bei Sojabohnen und anderen Pflanzen,
indem sie Pflanzen anbauen, die gegen bestimmte Breitbandherbizide
wie Glyphosate resistent
sind, die aber andere
Sorten derselben Pflanzen schädigen würden.
Genauso wichtig ist
aber der Umstand, dass die Verwendung
herbizidresistenter
Pflanzen eine sanftere Bodenbearbeitung ermöglicht und so der
gefürchteten Bodenerosion
entgegenwirkt.
Weniger Ernteverluste durch Pflanzenkrankheiten
Landwirtschaftliche Kulturen sind zahlreichen Pilzen und anderen Krankheitsquellen
ausgesetzt, welche die Ernte auf den Feldern zerstören können. Die Forscher
von Syngenta haben deshalb einen im Feld anzuwendenden Diagnosetest entwickelt,
um den Landwirten bei der Identifizierung und Behandlung von Pflanzenkrankheiten
zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu helfen. Syngenta erkundet ausserdem Wege,
um neue Gene in bestimmte Pflanzen einzubauen, die diese gegen gefürchtete
Pflanzenkrankheiten immun machen und zugleich auch die Qualität der Produkte
verbessern. Eine wirksame Insektenbekämpfung kann als Begleiterscheinung sogar
Pflanzenkrankheiten eindämmen, weil die Krankheitserreger häufig im Gefolge
von Insektenbefall in die Pflanzen eindringen. Dieser vielschichtige Ansatz
verspricht künftig eine effektivere Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten.
Effiziente Herstellung erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe
Da uns heute viel an erneuerbaren Energiequellen
liegt, suchen viele Länder nach Möglichkeiten, wie auch die Landwirtschaft
Energie bereitstellen könnte. In Nord- wie in Südamerika werden
hohe staatliche Subventionen für die Ethanolproduktion aus Nutzpflanzen
als eine Treibstoffkomponente für Kraftfahrzeuge vergeben. Der
US-Senat fordert eine Verdreifachung der für diesen Zweck eingesetzten
Ethanolmengen. Ethanol wird mittels eines Enzyms (Amylase) produziert,
das in der Lage ist, Stärke in verschiedene Zucker aufzuspalten,
die ihrerseits durch Hefe fermentiert werden und so Alkohol produzieren.
Syngenta hat ein Projekt in Entwicklung, um biotechnologisch aufgewerteten Mais zu produzieren, der einen besonders hohen Amylaseanteil aufweist. Durch die Verwendung von amylasereichem Mais lässt sich die Verfahrenseffizienz deutlich steigern, und das könnte zu substanziellen Kosteneinsparungen in der Ethanolproduktion führen.
Tierfutter: höhere Verarbeitungseffizienz, weniger Umweltverschmutzung
Phosphat ist für das gesunde Wachstum und die
Knochenentwicklung von Schweinen und Geflügel überaus wichtig.
Da aber Phosphor im Tierfutter in Form von Phytinsäure vorkommt,
ist es nur schwer verdaulich. Die Beigabe zusätzlicher Phytase
kann die Phytinsäure aufspalten und grössere Mengen des wichtigen
Nährstoffs Phosphat für die Tiere verfügbar machen. In Mastbetrieben
wird Phytase häufig eingesetzt. Häufig wird Tierfutter jedoch
auch in Form von Pellets verabreicht. Fügt man diesen Pellets
Phytase hinzu, bevor das Produkt dem, stets bei hohen Temperaturen
ablaufenden, Pelletierprozess unterzogen wird, kann die daraus
resultierende thermale Instabilität zu Effizienzverlusten und
letztlich zu einer Verringerung des für das Tier verfügbaren
Phosphatgehalts führen. Ausserdem ist mit viel Phytinsäure angereicherte
Jauche eine lästige Quelle der Umweltverschmutzung, wenn sie
nicht ordnungsgemäss entsorgt wird. Falls Sie mehr über die Möglichkeiten
wissen wollen, die uns auf diesem Gebiet derzeit offen stehen,
lesen Sie bitte unsere Publikation „Schweine, Geflügel und die Umweltbelastung durch Phosphate” im Netz
Im letzten Jahr, 2004, erhielt Syngenta die Zulassung von der Regulierungsbehörde, das Produkt Quantum™ Phytase für einige Anwendungen einzuführen. Dieses Produkt bietet Syngenta über Zymetrics (Joint Venture) gemeinsam mit der Diversa Corporation an. Durch den gezielten Einsatz bestimmter Mikroben ermöglicht es die Herstellung eines Enzymzusatzes für Tierfutter. Forschungsergebnisse zeigen uns, dass Quantum Phytase die Phytinsäure im Futter zerlegt und Phosphate in einer Form freisetzt, die von den Tieren verdaut werden kann. Dies führt in der Regel zu vermehrter Gewichtszunahme und zu gesunderen, robusteren Tieren. Da das Enzym bei hohen Temperaturen stabil bleibt, übersteht Quantum Phytase den Pelletierprozess unbeschadet, so dass die Kunden das Produkt schon vor dem entsprechenden Verfahren beimischen können. Die Forscher von Syngenta verfügen über Hinweise, dass dies zu einer höheren Produktionseffizienz und einem niedrigeren Phosphorgehalt in der Jauche führt.
Höhere Lebensmittelqualität
Ein weiteres Ziel der Syngenta Forschung ist
die Verbesserung der
Qualität und Ernährungsmerkmale landwirtschaftlich erzeugter
Nahrungsmittel. Syngenta ist ein bedeutender Anbieter
im Rahmen des globalen
und humanitären „Golden Rice“ Projekts, mit dem der Nährwert
von Reis, eines der
wichtigsten Grundnahrungsmittel in vielen Entwicklungsländern,
verbessert werden soll.

