Das Andhra Pradesh Cotton Project (APCOT)
Hoch über dem grünen Feld sitzt ein Vogel. Die Jungpflanzen wachsen dicht und robust, so weit das Auge reicht. Für Syngenta, die APCOT-Partner des Unternehmens – darunter die Organisationen Agriculture Man Ecology (AME), Centre for Environmental Concerns (CEC), Central Research Institute for Dryland Agriculture (CRIDA) und Thinksoft – sowie für eine kleine Gruppe von Baumwollpflanzern in Südindien ist dieser Vogel zum Erfolgssymbol geworden.
Es war nicht immer so in Andhra Pradesh. Noch vor wenigen Jahren neigten Landwirte, die nicht über das nötige Wissen und die entsprechende Schulung verfügten dazu, zu viel Pflanzenschutzmittel anzuwenden, um ihre wichtigste Investition, die Baumwolle, zu schützen.
Die dunklen Wolken verziehen sich
Obwohl in Indien seit langem angebaut, rückte Baumwolle erst zwischen 1988 und 1990 ins Zentrum des allgemeinen Interesses. Die indische Wirtschaft begann sich zu öffnen, während eine steigende Nachfrage und technologischer Fortschritt höhere Gewinne versprachen und schliesslich zu einer Verdoppelung der indischen Baumwollproduktion führten. Der tief schwarze Boden im südlichen Bundesstaat Andhra Pradesh eignet sich bestens für den Anbau von Baumwolle, weshalb immer mehr Landwirte in das "weisse Gold" investierten.
Der Baumwollanbau ging jedoch mit einer starken Zunahme der Insektenpopulationen einher, zu der auch der zerstörerische Baumwollkapselwurm, der Cotton Bollworm (Helicoverpa armigera), zählt. Beim Versuch, den Schädling zu kontrollieren, erhöhten die Landwirte den Einsatz von Insektiziden - dies, weil sie zu wenig über die korrekte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und Resistenzbildung wussten. Die Einsätze wurden Jahr für Jahr gesteigert, wobei die hoch wirksamen Produkte, oft von geringer Qualität, die Umwelt zu schädigen begannen. Über den Baumwollfeldern war kaum noch ein Vogel zu sehen.
Bald schon wurden über 30 Prozent aller in Indien eingesetzter Insektizide in den Baumwollplantagen von Andhra Pradesh angewendet. Selbst arme Landwirte, die sich normalerweise keine Pflanzenschutzmittel leisten, beschafften sie sich auf Kredit. Es war der Anfang einer verhängnisvollen Entwicklung. Fehlendes Wissen im Baumwollanbau hatte einen unsachgemässen Produkteinsatz zur Folge, der zu Umweltschäden wie auch zu Verschuldung führte.
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Dann brach die gesamte Baumwollwirtschaft so plötzlich zusammen, wie sie entstanden war. Ungewöhnlich starke Regenfälle führten 1998 zu einem erhöhten Befall mit dem Baumwollkapselwurm, der viele Baumwollpflanzer in den finanziellen Ruin trieb. Über 200 mittellose Bauern flüchteten sich in den Tod.
Die APCOT-Lösung
Nach der Tragödie von Andhra Pradesh wurden sowohl die Behörden als auch die Produzenten von Pflanzenschutzmitteln von lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aufgefordert, den verarmten Landwirten und deren Familien Unterstützung zukommen zu lassen.
Auch Syngenta wollte helfen. Im März 1999 traf sich das Unternehmen zusammen mit NGOs wie CEC und AME sowie Landwirten, Behördenvertretern und Agronomen zu einer ersten Gesprächsrunde. Ziel dieser Diskussionen war es, in der Region bessere Landwirtschaftsmethoden einzuführen. Entstanden ist damals APCOT (Andhra Pradesh Cotton).
Beim APCOT-Projekt geht es in erster Linie darum, das Ernte- und Schädlingsmanagement in Andhra Pradesh durch intensive Schulung der Landwirte und nachhaltigen Ressourceneinsatz zu verbessern.
Hilfe zur Selbsthilfe für indische Baumwollpflanzer
Wissen bedeutet bekanntlich Macht. Deshalb kommt der Ausbildung der Landwirte in den Techniken und Methoden des Integrated Crop Management (ICM) und des Integrated Pest Management (IPM) für den Erfolg von APCOT grosse Bedeutung zu.
Das so genannte Integrated Crop Management (ICM) fördert Anbausysteme und -prozesse, die eine wirtschaftliche sowie umwelt- und sozialverträgliche Erzeugung von landwirtschaftlichen Qualitätsprodukten ermöglichen. Beim Integrated Pest Management (IPM), einem festen Bestandteil des ICM, geht es um die Kontrolle von Insekten und anderen Schädlingen durch kulturelle, biologische, biotechnologische, mechanische und chemische Methoden, welche den Menschen eine grösstmögliche Sicherheit bieten und die Umwelteinwirkungen minimieren.
Im Rahmen des APCOT-Programms werden Landwirte dazu ermutigt, IPM-Methoden anzuwenden. Dazu gehören beispielsweise eine Vielfalt beim Anbau von Nutzpflanzen oder auch das Anbringen von Sitzstangen für Vögel, die diese vor natürlichen Feinden schützen, aber auch die Vermehrung fördern. Zusammen mit einem ausgewählten, gezielten Einsatz an Pflanzenschutzmitteln wird auf diese Weise für einen erhöhten Schutz der Tiere gesorgt.
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Die Vögel kehren zurück
Diese biologischen Methoden gehören zu einer Reihe von IPM-Praktiken, auch "Technologiekorb" genannt, mit denen die Landwirte vertraut gemacht werden. Anhand dieses Technologiekorbes haben die am APCOT-Programm teilnehmenden Landwirte die Möglichkeit, unter den existierenden Methoden die besten auszuwählen. Sie arbeiten dabei mit APCOT-Beratern zusammen, um in vergleichenden Feldversuchen die für ihre Zwecke geeigneten Methoden zu ermitteln. Mit den aus den Feldversuchen gewonnenen Daten können Syngenta und weitere APCOT-Mitglieder das Angebot des "Technologiekorbes" laufend überprüfen und verbessern.
Im Rahmen der APCOT-Schulung erlernen die Landwirte den effizienteren Einsatz verschiedener Methoden zur Kontrolle von Schädlingen sowie die Umsetzung umweltverträglicher Produktionspraktiken. APCOT-Landwirte haben den übertriebenen Produkteinsatz inzwischen reduziert, wobei sie nun hochwertige selektive Pflanzenschutzmittel anwenden. So haben beispielsweise beinahe 100 Prozent der beteiligten Landwirte in nicht bewässerten Gebieten von konventionellem Sprühen auf die Saatgutbehandlung umgestellt. Diese Änderungen bringen finanzielle Einsparungen und schonen die Umwelt, da die Böden und Gewässer weniger belastet und die Gefahren für Nutzinsekten reduziert werden.
Ein APCOT-Teilnehmer und Mitglied des Beraterkomitees sagte: "Wer heute ein APCOT-Dorf besucht, bemerkt sogleich die Vögel, die mitten in den Feldern auf ihren Stangen hocken. Daran lassen sich zwei Dinge ablesen: die Bedeutung der Vögel für natürliche Schädlingskontrolle und die Tatsache, dass die verwendeten Produkte für die Vögel ungefährlich sind.”
Nachhaltiger Erfolg
Während der Baumwolltragödie in Andhra Pradesh sank die Produktivität im Baumwollanbau bis auf 25 Prozent ihres früheren Niveaus. Heute machen die dort ansässigen Landwirte auf ihren Baumwollfeldern den Rückstand allmählich wieder wett. Bei anhaltender APCOT-Unterstützung dürfte die Baumwollproduktivität in Andhra Pradesh innert weniger Jahre wieder ihr einstiges Niveau erreichen.
Genau wie Baumwolle floriert inzwischen auch das APCOT-Programm. Allein im Jahr 2002 nahmen 500 Landwirte am APCOT-Projekt teil, von denen praktisch alle mit Hilfe des APCOT-Technologiekorbes deutlich höhere Erträge sowie Rentabilitätsverbesserungen erzielen konnten. 64 Prozent der APCOT-Teilnehmer sind auf Feldern ohne bisherige APCOT-Praktiken zu ICM/IPM-Methoden übergegangen, während der Bedarf nach zusätzlicher Schulung und einer Ausdehnung des Programms zugunsten von Landwirten in benachbarten Dörfern ständig wächst.
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APCOT ist es gelungen, eine einzigartige Partnerschaft zwischen NGOs, Wissenschaftlern, Entwicklungsfachleuten, Behörden und Syngenta aufzubauen. Darüber hinaus entspricht die Förderung von ICM/IPM-Methoden in Andhra Pradesh dem Engagement von Syngenta zugunsten einer nachhaltigen Landwirtschaft, die Menschen unterstützt und deren Lebensqualität erhöht.
Weitere Informationen über APCOT finden Sie unter www.apcotton.net
Syngenta ist ein führender Anbieter von ICM- und IPM-Technologie. Als aktiver APCOT-Partner unterstützt Syngenta das Projekt mit Technologie, Fachleuten und finanziellen Beiträgen. Syngenta arbeitet ausserdem direkt mit NGOs und Landwirten zusammen, um die Implementierung der vereinbarten Feldverfahren sicherzustellen; das Unternehmen schult Landwirte sowie Vertreter von NGOs in der Anwendung von ICM/IPM-Methoden und Pflanzenschutztechnologien.
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APCOT-Partner
APCOT ist ein öffentliches, privates Partnerschaftsprojekt. Es besteht aus einem beratenden und einem technischen Komitee sowie verschiedenen Organisationen und NGOs, welche die Implementierung des Projekts unterstützen. Jährlich stattfindende Gesprächsrunden sind fester Bestandteil des Projekts.
Zu den APCOT-Partnern gehören:
Agriculture Man Ecology (AME)
Centre for Environmental Concerns (CEC)
Central Research Institute for Dryland Agriculture (CRIDA
Thinksoft
Syngenta





