Ein Tag im Leben...: Die vielen Methoden der Insektenbekämpfung
Brasilien. Ein heisser Tag im Hinterland. Jenseits des Eingangstors erstrecken sich Zitrusbäume so weit das Auge reicht. Der Bauer Nelson Magalhaẽs1 weiht die Besucher von Syngenta ein: „Letztes Jahr musste ich 6000 Bäume entfernen“, klagt er. „Grashüpfer haben ein Virus in meine Zitronen- und Limettenkultur eingeschleppt. Und so viel ich weiss, ist noch kein Produkt auf dem Markt, das diese Plage stoppen kann.“
Die grosse Sorge von Magalhaẽs: Insekten bedrohen seine Existenzgrundlage. Eine Herausforderung, mit der sich Landwirte auf der ganzen Welt in mehr oder weniger gravierendem Ausmass konfrontiert sehen. Schadinsekten sind gefrässig und konkurrieren mit Mensch und Tier um angebaute Nahrungsmittel. Das ist schon seit Ewigkeiten so – die biblische Heuschreckenplage war nicht das einzige Schädlingsproblem der Antike. Zwar können fortschrittliche Landwirte heute einzelne Feldfrüchte unter Glas ziehen. Aber nicht einmal das hat den Befall ausgebremst.
Ausserdem verursachen Insekten noch andere Probleme – zu den weniger gravierenden gehört das Anknabbern von Gartenrosen. Als Träger des Malariaerregers stellen sie hingegen für Millionen von Menschen in den Entwicklungsländern eine tödliche Gefahr dar.
Winzige Mäuler verursachen riesige Verluste
Ohne Schädlingsbekämpfung würde nach Schätzungen von Experten bis zur Hälfte jeder Baumwollernte zerstört2. Schädlinge frässen einen Viertel der weltweiten Reisernte weg, wenn sie nicht daran gehindert würden. Die neuesten Schätzungen für Kartoffeln und Mais liegen bei 18 beziehungsweise 16 Prozent3. Schädlinge bedrohen die Pflanzen nicht nur auf dem Feld, sondern auch während der Lagerung nach der Ernte. Ein moderner Pflanzenschutz kann helfen, diese Einbussen einzudämmen. Aber wenn die Landwirtschaft eine wachsende Weltbevölkerung ernähren soll, müssen auch die Erträge auf den verfügbaren Anbauflächen steigern. Ein Teil der Lösung liegt in einer noch wirksameren Schädlingsbekämpfung.
Als eines der weltweit führenden Unternehmen unterstützt Syngenta die Züchter in ihrem Kampf gegen Schadinsekten. Es mag sein, dass trotz intensivster Forschungs- und Entwicklungsarbeit die Lösung für Nelson Magalhaẽs’ Problem noch auf sich warten lässt. Aber Syngenta nimmt solche Bedürfnisse sehr ernst. Das Unternehmen tut alles, um sie zu erfüllen.
Die Entwicklung einer neuartigen Methode der Schädlingsbekämpfung kann bis zu zehn Jahre dauern. Der Prozess umfasst neben gründlichen Testverfahren auch die Beantragung der für die Produktezulassung erforderlichen Dokumente. Zum Glück bietet Syngenta jedoch schon heute den Landwirten bereits zahlreiche Möglichkeiten an:
Die Spezialisten des Unternehmens sind in der Lage, einzelne dieser Lösungen schnell den unterschiedlichsten Anbaubedingungen anzupassen. Dank einer veränderten Formulierung können beispielsweise Magalhaẽs’ Kollegen im brasilianischen Kaffeeanbau den Wirkstoff Thiamethoxam zur Bodenbehandlung einsetzen. In anderen Fällen kommt das gleiche Molekül von Syngenta in der Saatgutbehandlung oder in Sprühlösungen zum Einsatz.
Die Natur hilft bei der Vorbeugung mit
Die Bedürfnisse variieren je nach Feldfrucht, Art des Betriebs oder Vorstellungen der Landwirte. Für alle gilt jedoch, dass eine wirksame Prävention besser ist als die mühsame Arbeit nach dem Schädlingsbefall. Ein Höchstmass an Sicherheit ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Auch in diesem Fall helfen weiterentwickelte Formulierungen. So ist etwa bei der ZEON-Technologie von Syngenta der Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin in winzigen Kapseln eingeschlossen. Diese ermöglichen den Bauern, das Produkt Karate® genau dort anzubringen, wo sie es benötigen.
Zuweilen weist auch Mutter Natur den Weg zu einer besseren Insektenkontrolle. Der Wirkstoff Abamectin (unter anderem im Insektizid Vertimec®) stammt aus natürlich vorkommenden Bakterien. Syngenta liefert die Substanz in einer Form, die schnell in die Pflanzenblätter eindringt.
Das bedeutet eine erhöhte Wirksamkeit gegen blattfressende Schadinsekten, mindert jedoch die Gefahr für nützliche Insekten, die ebenfalls an der Pflanzenoberfläche leben.
Die Natur hat unter Insekten ein hochkomplexes Räuber-Beute-System geschaffen. Mit Unterstützung von Syngenta können sich die Züchter auch dieses zunutze machen. Die Gruppe Bioline innerhalb von Syngenta liefert spezifische Raubinsekten, die sich ideal für die Schädlingsbekämpfung unter Glas eignen.
Im Gegensatz zum offenen Feld finden eindringende Schädlinge in Gewächshäusern normalerweise keine natürlichen Feinde vor. Eine zeitlich genau festgelegte Freisetzung der Raubinsekten, kombiniert mit dem Sprüheinsatz des passenden Insektizids, bringt bei Gewächshauspflanzen wie Paprika deutliche Ertragssteigerungen.
Baumwollpflanzer profitieren von gentechnisch veränderten Sorten
Der technologische Fortschritt liefert eine weitere Alternative zu den rein „chemischen“ Methoden der Schädlingsbekämpfung, die in den letzten 20 Jahren dominierten. Gezielte gentechnische Veränderungen helfen bestimmten Nutzpflanzen, sich gegen ihre wichtigsten Schädlinge zu schützen.
Baumwolle ist ein typisches Beispiel. Durch die Stärkung pflanzeneigener Abwehrkräfte gegen den aggressiven Baumwollkapselwurm ermöglicht die forschende Industrie den Landwirten deutlich weniger Sprüheinsätze. In vielen Fällen stiegen zugleich die Erträge. Dadurch haben sich die Lebensgrundlagen kleiner Baumwollpflanzer in Ländern wie Indien wesentlich verbessert.
Auch anderswo sind Lebensgrundlagen, Zufriedenheit und Gesundheit der Menschen eng mit der Fähigkeit zur Schädlingsbekämpfung verbunden. Ein Insekt, das sich an frischem Kohl gütlich tut, mag eine unappetitliche Überraschung sein – die Zerstörung einer ganzen Ernte durch die Artgenossen des Winzlings ist jedoch niederschmetternd. Ausserdem können Insekten Krankheiten übertragen, die es den Menschen verunmöglichen, ihre Felder zu bestellen.
Malaria gehört weltweit zu den gefährlichsten, durch Insekten übertragenen Krankheiten. Über 40 Prozent der Weltbevölkerung sind davon bedroht. Jedes Jahr sterben über eine Million Menschen an den Folgen von Malaria. Die Krankheit ist in den meisten Ländern südlich der Sahara verbreitet. Grosse Teile Asiens und Lateinamerikas sind ebenfalls betroffen. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und schwangere Frauen. Zwar bietet die Pharmaindustrie heute Medikamente zur Behandlung an, aber eine wirksame Schutzimpfung ist noch nicht in Sicht. Die Bekämpfung der Insekten, die die Krankheit übertragen, ist deshalb oft die einzige Möglichkeit, die Gesundheit der Bevölkerung in den betroffenen Ländern zu verbessern.
Gesunder Schlaf für die ganze Familie
Mit Iconet® leistet Syngenta einen Beitrag zur Malariabekämpfung. Moskitonetze und Vorhänge, die mit dem Produkt behandelt werden, bieten schlafenden Menschen wirksamen Schutz gegen Moskitostiche. Sie reduzieren somit das Ansteckungsrisiko. Iconet® schützt zugleich vor anderen Eindringlingen wie Flöhen und Schaben.
Von der Saatgutbehandlung zu imprägnierten Moskitonetzen, von nützlichen Raubinsekten zur gentechnischen Veränderung – Syngenta bietet ein breites Angebot an Methoden der Schädlingsbekämpfung. Chemische Sprühlösungen für Boden und Blätter bleiben weiterhin das wichtigste Hilfsmittel der Landwirte zum Schutz ihrer Ernten vor unerwünschten Schädlingen.
Aber eine behutsame und überlegte Integration verschiedener Strategien ermöglicht den Landwirten heute, den Problemen noch besser zu begegnen. Mit seiner weltweiten Präsenz kann ihnen Syngenta helfen, drohende Schädlinge auf lokaler Ebene frühzeitig zu identifizieren und zu bekämpfen.
Möglicherweise wartet der Bauer Magalhaẽs weiterhin auf eine definitive Lösung seines Zitrusproblems. Dennoch werden heute immer mehr Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung verfügbar. So haben Landwirte gute Aussichten, die Ernteverluste durch Insektenbefall in den nächsten zehn Jahren deutlich zu reduzieren.
1 (Name von der Redaktion geändert)
2 Yudelman, Ratta & Nygaard, 1998
3 Oerke & Dehne, 2004

