Ein Tag im Leben...

Der grüne Teppich kommt uns allen zugute

Fussballspieler schwören auf ihn. Ehemalige Biogärtner ebenso. Und auch bei Syngenta kennt man den Wert eines gut gepflegten Rasens. Sportrasen steht – im wahrsten Sinne des Wortes - für nachwachsendes Vergnügen.


Zurück in den "Stollen": Fussball ist eine harte Probe. Das Gras muss standfest sein.

Nächstes Jahr im Juni werden Poa pratensis und Lolium perenne täglich stundenlang im Blickpunkt von Millionen Menschen auf der ganzen Welt stehen. Kaum ein Zuschauer wird sich dessen bewusst sein. Und die wenigsten Fans werden sich fragen, wie eigentlich die beiden Grasarten heissen, die diese Fussballweltmeisterschaft als Rasen erst möglich machen.

Sportbegeisterte, die mehr darüber wissen wollen, wären bei Rainer Ernst richtig. Er amtet als offizieller Rasenberater für die FIFA WM 2006 in Deutschland. Rainer Ernsts Vorbereitungsarbeiten begannen im letzten April mit der Aussaat von Poa pratensis (Wiesen-Rispengras) und Lolium perenne (Deutsches Weidelgras / Englisches Raygras) auf insgesamt 120’000 Quadratmetern an zwei geheim gehaltenen Orten.

Die Grasarten liefern eine sattgrüne Spielfläche, die Rainer Ernst als „unverschämt robust“ bezeichnet. Das muss so sein, denn der WM-Rasen soll nicht nur den stundenlangen, unsanften Kontakt mit den Fussballschuhen der Spieler aushalten, sondern auch den Bedingungen in modernen Stadien gewachsen sein. Viele dieser Arenen überzeugen zwar aus architektonischer Sicht, doch bieten sie immer weniger natürliches Licht für das Graswachstum.

Und genau dies stellt das Platzpersonal auf der ganzen Welt vor eine gewaltige Herausforderung: „Man vergisst oft, dass es sich bei Sportrasen um eine lebende Spielfläche handelt“, sagt Gordon McKillop, Leiter des britischen Sports Turf Research Institute (STRI). „Rasen muss ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgt werden. Und er erfordert eine gute Belüftung“, betont McKillop. „Diese Aspekte sollten alle Stadionbauer bei der Projektierung berücksichtigen.“

Noch vor dreissig Jahren glich so manche Partie der obersten Fussball- oder Rugbyliga mehr einer Schlammschlacht als einer seriösen Sportveranstaltung. Aber die Stadionentwässerung hat seither enorme Fortschritte gemacht. Nach Ansicht des Sportplatzbauers John Mallinson sind diese und andere Verbesserungen zu einem grossen Teil dem Fernsehen zu verdanken. Die Fernsehstationen wünschen „saubere“ Bilder und ideale Spielbedingungen. Verschiebungen wegen überschwemmter oder gefrorener Plätze darf es keine geben. Auch die Sponsoren wissen es zu schätzen, wenn ihre Firmenlogos nicht mit Schlamm bespritzt werden!

„Rasen-de“ Fortschritte in der Pflege


Golfplatzpflege ist Expertensache. "Green" und "Bunker" sind Schlüsselflächen fürs Spiel; im "Rough" leben zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Rasenpflege ist Kunst und hoch komplexe Wissenschaft zugleich. In den letzten Jahrzehnten konnten auf verschiedenen Gebieten bedeutende Fortschritte erzielt werden. Modernes Wissen über optimales Graswachstum, anforderungsgerechte Maschinen, Chemikalien zur Rasenstärkung, lasergestützte Platznivellierung und andere Entwicklungen haben wesentlich zu diesen Verbesserungen beigetragen.

Die Rasenpflege ist auch ein wichtiger Arbeitgeber. Die Golfplätze im deutschen Bad Bellingen am Oberrhein sind dafür nur ein Beispiel. Das Bellinger Angebot ist längst zum festen Bestandteil der lokalen Wirtschaft und Umwelt geworden. Obwohl die Anlagen fernab von internationalen Profi-Touren und Fernsehübertragungen stehen, bieten sie doch Golfvergnügen für Hunderte - und über 20 Arbeitsplätze.

Wie überall, erfordern auch in Bellingen die Golfplätze eine fachmännische, zuverlässige Pflege. Chef-Greenkeeper Alfred Köster und sein Team verbringen jeden Tag viele Stunden mit Rasenpflege. „Keine Frage, die Greens benötigen mehr Aufmerksamkeit als die Roughs“, erklärt er. „Aber wir nehmen uns regelmässig dem gesamten, 140 Hektar grossen Areal an.“

Ob im Tee-off-Bereich, auf den langen Fairways oder auf den letzten Metern vor dem Loch, für Köster bleibt das Ziel immer dasselbe: „Wir wollen allen Spielern einwandfreie Bedingungen bieten, damit sie ihren Sport in vollen Zügen geniessen können. Golfplätze sind heute zum Glück nicht mehr einer reichen Elite vorbehalten. Moderne Betreiber machen sie für jedermann erschwinglich. Gut ausgebildete Greenkeeper sorgen effizient dafür, dass das Gras der hohen Belastung standhält.“

Was meint Köster zur oft geäusserten Kritik, Golf sei aus ökologischer Sicht bedenklich und zudem reine Landverschwendung? „Beide Einwände sind schlichtweg falsch“, lautet seine Antwort. „Insbesondere in unseren Roughs leben eine Vielzahl von Pflanzen, Insekten und Vögeln, denen gepflügte Flächen keinen Lebensraum bieten.“ Als früherer Biogärtner ist sich Alfred Köster der Anliegen des Umweltschutzes sehr wohl bewusst. „Ein Golfklub ist der ideale Ort für die Hege und Pflege von Land und Natur“, ist er überzeugt.

Lebensqualität und bedeutende Einsparungen


Schirmherren wissen's: Regen erhöht kommunale Mähkosten. Syngenta sorgt für Einsparungen.

Sport- und Freizeitrasen haben aber auch noch andere Vorteile. „Ein weicher und kühler grüner Rasen hat erwiesenermassen positive Wirkungen auf das körperliche und emotionale Wohlbefinden“, meint Austen Sutton, Mitarbeiter in der Gruppe Professional Products am Hauptsitz von Syngenta. „Rasen wirkt ausserdem der Strahlungswärme der Sonne entgegen. Sobald Wasser aus den Grashalmen austritt und an der Oberfläche verdunstet, kann die Temperatur über Rasenplätzen um mehrere Grad tiefer liegen als über benachbarten Asphaltflächen.“ Und wie andere Pflanzen trägt auch Rasen zur Verbesserung der Luftqualität bei.

Dies sind nur einige der sozialen und ökologischen Aspekte, die Stadionplaner bedenken sollten, falls sie einen Wechsel von Naturrasen auf synthetische Oberflächen erwägen. Nach Ansicht des Sportjournalisten Andrew Warshaw können künstliche Spielflächen in Ländern, in denen die äusseren Bedingungen das Graswachstum erschweren, durchaus von Vorteil sein. Aber wenn es um die städtische Lebensqualität geht, ist Naturrasen nach wie vor erste Wahl. Und selbst glühende Verfechter von künstlichen Oberflächen räumen weitere Nachteile ein. „Sie werden dem Rasen niemals ebenbürtig sein“, stellt der schottische Klubmanager Jim Leishman nüchtern fest.

Syngenta arbeitet intensiv an geeigneten Lösungen für Sportrasen. Produkte wie der Wachstumsregulator PRIMO MAXX® und das Fungizid Heritage® erfreuen sich bei Greenkeepern in den USA, Japan und anderen Golfnationen grosser Beliebtheit. Austen Sutton erklärt dazu: „PRIMO MAXX® fördert das Breitenwachstum und die Dichte des Rasens. Das macht Golfplätze – sowie andere Sportanlagen – ebener und besser bespielbar. HERITAGE® entfaltet seine Wirkung in jedem einzelnen Grashalm und schützt diesen gegen Pilzbefall. Der Rasen bleibt kräftiger und sieht gesünder aus.“

Städtische Behörden haben inzwischen einen weiteren Vorteil von PRIMO MAXX® erkannt: Das Produkt hilft Kosten sparen. Eric Hardman ist Abteilungsleiter beim Sportamt Basel-Stadt und dort unter anderem für den Unterhalt von über 100 Fussballplätzen zuständig. Hardman hat vor kurzem den Wachstumsregulator von Syngenta auf öffentlichen Sportplätzen getestet. Er ist beeindruckt von der Produktewirkung auf Wurzeldichte und Grasfarbe.

Aus Sicht der Steuerzahler mindestens ebenso wichtig war der geringere Aufwand für Schnitt und andere Pflegemassnahmen. „Im Rahmen unserer Studie konnten wir rund 10’000 Franken pro Platz und Jahr einsparen“, berichtet Hardman. Das sind immerhin 15 Prozent der bisherigen Kosten. Multipliziert mit Dutzenden von Schulen und öffentlichen Einrichtungen, werden so selbst in kleineren Städten beträchtliche Einsparungen möglich.

Wissenschaft und Lernbegierde

Ob im Golf, Fussball, Lawn Bowling, Tennis oder Reiten, die Frage bleibt immer dieselbe: Wo liegt die Rasenpflege der Zukunft? STRI-Leiter Gordon McKillop prophezeit: „Für mich wird das Gebiet immer mehr zu einer Wissenschaft.“ Das Sportplatzpersonal wird künftig in der Lage sein, die Rasenqualität und deren Einflüsse auf und durch die Umgebung immer präziser zu messen. Nach Meinung von Scott MacCallum von der Greenkeeper-Organisation BIGGA werden Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit ebenfalls an Bedeutung gewinnen.

Syngenta wird die Sportplatzpflege weiterhin tatkräftig unterstützen. Zudem werden in diesem bedeutenden Sektor der Landschaftspflege auch in Zukunft qualifizierte Fachleute benötigt. MacCallum sagt jungen Leuten, die sich für den Beruf des Rasenpflegers interessieren, immer wieder: „Eine lebenslange Bereitschaft zum Lernen ist unabdingbar.“ Sportplatzpfleger brauchen keine versierten Speerwerfer, Baseball- oder Polospieler zu sein. „Aber Verständnis für den betreffenden Sport, dessen Geschichte und Wertvorstellungen, ist zweifellos von Vorteil.“ Angehende Rasenpfleger können heute bei der Planung ihrer Karriere aus einer Vielzahl von Qualifikationen auswählen.

In einem kürzlich erschienenen Artikel der Zeitschrift Turfgrass Bulletin war zu lesen: „Rasen ist wie ein Teppich, der ständig gemäht werden muss und meistens trotzdem schäbig aussieht.“ Wenn Sie im September den Ryder’s Cup oder nächstes Jahr die Fussball-Weltmeisterschaft am Fernsehen verfolgen, werden Sie sich vielleicht daran erinnern, weshalb der Rasen in Tat und Wahrheit so wunderbar satt und grün wirkt. Und denken Sie nur daran, was Ihr Wohnort ohne einen gesunden Rasen wäre…


 

 

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