Frauen bei Syngenta: „Der Vorarbeiter“ ist eine Frau mit Teamgeist
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| Qualität und Teamgeist sind ihr Motto: Mary Fakitsa |
Nicht weit vom pulsierenden Athen entfernt liegt das Industriegebiet Enofyta. Dort betreibt Syngenta Griechenland eine Anlage für Pflanzenschutzprodukte in kleineren Packungen. Diese helfen Landwirten in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika bei der Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Schädlingsinsekten und Unkräutern. Mitten in der Werkhalle von Enofyta hat Mary Fakitsa ihren Arbeitsplatz. In einer bis heute oft männlich orientierten Gesellschaft leitet sie die Produktion.
Mary wurde in Servia Kozanis im Norden Griechenlands geboren, wo ihr Vater in einem Marmorsteinbruch arbeitete. Zunächst besuchte sie eine technische Fachhochschule, die sie mit dem Titel des „Chemievorarbeiters“ (auch für Frauen die offizielle Bezeichnung) abschloss. Danach studierte sie Volkswirtschaft an der Universität von Saloniki.
Frisch vermählt, zog das Ehepaar Fakitsas 1985 in Richtung Süden, genauer nach Enofyta. „Es hiess, die Aussichten, Arbeit zu finden, seien dort günstiger“, erinnert sich Mary. „Und so war es dann auch!“ Eines der Unternehmen, die später zu Syngenta fusionierten, hatte gerade eine neue Fabrik gebaut. Mary fing als Produktionsassistentin in der Abfüllhalle an. Später wurde sie Chemikerin im Bereich Qualitätskontrolle . Aber dort war noch lange nicht Endstation. „Zum Glück war ich in einem grossen internationalen Unternehmen tätig“, meint Mary. „Ich hatte Möglichkeiten, die mir eine einheimische Firma niemals hätte bieten können.“ 1990 ging Mary nach Grossbritannien. „Dort konnte ich in einem anderen Werk des Konzerns neue Kenntnisse und wertvolle Erfahrungen sammeln“, berichtet sie.
Qualität hat Vorrang
Bei solchen Auslandeinsätzen geht es vor allem um den internationalen Wissens-Transfer. Mary brachte gute Ideen mit nach Grossbritannien und kehrte voller frischer Eindrücke zurück. Anschliessend entwickelte sie in Enofyta ein neues Qualitätskontrollsystem. „1991 spielte sie eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur ISO9001-Zertifizierung“, sagt Werksleiter Bob Donaldson. Die griechische Fabrik war die erste des Konzerns überhaupt, die dieses wichtige Qualitätssiegel bekam. „Und bis heute ist Mary Dreh- und Angelpunkt des Lebens in unserem Werk geblieben“, fügt Bob hinzu.
Als Produktionsleiterin führt Mary Fakitsa heute ein Team von 36 Mitarbeitenden. „Ich versuche immer, überall eben Teamgeist zu vermitteln“, erklärt sie. „Gute Zusammenarbeit und Unterstützung für meine Leute liegen mir besonders am Herzen. Genauso wie ich auf die Unterstützung meiner Familie zählen konnte, die mir diese Karriere erst ermöglicht hat.“
Mary ist besonders stolz auf ihre Söhne, die ihr nun in technische Berufe folgen. Der Ältere steht kurz vor dem Master’s-Abschluss als Bauingenieur; der Jüngere arbeitet als Vermesser und Topograph mit der neuesten Satellitentechnologie. In ihrer Freizeit pflegt Mary allerdings ein Hobby, das mit Technik nur wenig zu tun hat: Im Frauenverein ihres Wohnorts engagiert sie sich mit Begeisterung für die Handstickerei.


