logo

Auf den Spuren von Grenouille


Wie werden heutzutage Düfte und Aromen hergestellt? Welche Bedeutung hatten und haben sie für die Industrie und die Gesellschaft? Und welche Aktivitäten hat Syngenta im Bereich der Düfte und Blumen? Eine Spurensuche – unter anderem im südfranzösischen Grasse – auf den Fährten von Patrick Süskinds „Parfum“, der erst kürzlich verfilmt wurde, brachte Erhellendes zu Tage.

Nach einer kurzen Fahrt durch das hügelige, bewaldete Hinterland der Côte d’Azur erblickt der Besucher Grasse, die Stadt des Parfums oder – wie es Patrick Süskind nennt – „das Rom der Düfte“. Fast schon majestätisch thront die Kleinstadt mit ihrer auffälligen Kathedrale auf einem dieser unzähligen Hügel.

Stadt der Gegensätze

Grasse ist eine Entdeckungsreise für die Augen, aber eine noch grössere für die Nase: Düfte sind omnipräsent. Und hat man Süskinds „Parfum“ gelesen, erinnert man sich fast schon zwanghaft an einige Textpassagen und daran wie Jean-Baptiste Grenouille, der Hauptdarsteller des Romans, im 18. Jahrhundert diesen Ort der Lederherstellung und -parfümierung wahrgenommen hat: „Grasse war unglaublich schmutzig, trotz oder vielmehr gerade wegen des vielen Wassers, das aus Dutzenden von Quellen und Brunnen sprudelte, in ungeregelten Bächen und Rinnsalen stadtabwärts gurgelte und die Gassen unterminierte oder mit Schlamm überschwemmte. Dennoch, bei allem Schmutz, bei aller Schmuddeligkeit und Enge, barst die Stadt vor gewerblicher Betriebsamkeit.“

Die Gegensätze sind auch heute noch enorm: Wohl gerade durch all die würzigen und blumigen Düfte in den etwas grösseren Strassen mit den aneinander gereihten Parfümerien und Duftläden nimmt der Besucher die oft intensiven, unangenehmen Gerüche in den Hintergassen umso stärker wahr. Und entscheidet man sich für den empfehlenswerten Besuch einer Parfümfabrik, so setzt sich dieses Erlebnis der Gegensätze für die Nase fort: Wird sie in einem Moment von einem dezent süssen Duft zärtlich umgarnt und umschmeichelt, so wird man im nächsten Augenblick von der Wahrnehmung eines sehr intensiven Geruchs fast schon benommen.

Blick in die Geschichte

Bereits im Mittelalter florierte in Grasse die Zunft der Gerber. Das Hinterland lieferte reichlich Häute und die zum Gerben wichtigen Pflanzen. Grosse Märkte und Häfen wie Marseille sicherten den Absatz. Im 17. Jahrhundert verschob sich die Nachfrage in Richtung Duftleder, und es begann der Aufschwung der Duftstoffherstellung. Hier gedieh alles, was das Herz eines Parfümeurs begehrte – Orangen, Rosen und Jasmin bis hin zur Nachthyazinthe, der so genannten Tuberose. Zwar erwuchs im 19. Jahrhundert Konkurrenz in Gestalt der grossen Pariser Parfümhäuser, aber Grasse blieb als Standort ungebrochen attraktiv.

Bis heute wächst die Industrie in Grasse und dehnt ihre Produktion aufgrund der ständigen Nachfrage von Seiten des wachsenden und sich verändernden Marktes aus: An erster Stelle steht die Erweiterung über die klassischen Produkte wie Parfüm, Kosmetik und duftende Seifen hinaus auf Reinigungsmittel, Waschseifen und die gesamte Reinigungs- und Wartungsindustrie. Darüber hinaus werden aber auch Geschmackstoffe und Aromen für die expandierende Nahrungsmittelindustrie entwickelt.

Zu Besuch bei der „Nase“

Apropos Parfümherstellung: Wie anspruchsvoll das Metier des Parfümeurs, der so genannten „Nase“, einst und heute aber nun wirklich ist, wird einem erst bewusst, wenn man von der Gelegenheit profitiert sein eigenes Parfüm kreieren zu können: Fast schon hilflos sitzt man vor der so genannten Duftorgel mit etwa 130 verschiedenen Duftstoffen, hat absolut keine Ahnung wo und womit man beginnen soll und ist erleichtert, wenn man vom Personal oder sogar von der „Nase“ selbst etwas Hilfe bekommt.

Um die Auswahl etwas zu erleichtern, wählt man als erstes die Grundrichtung seines Parfüms, sprich ob es beispielsweise eher blumig oder orientalisch riechen soll. Diese Grundrichtungen gliedern sich dann wieder in Untergruppen wie zum Beispiel frisch oder würzig.

Und hat man durch Riechen seine Selektion getroffen, erhält man weitere Essenzen zur Auswahl: Diese bilden dann die Basisnote, also den Hintergrund, auf welchen dann die Herznote, mengenmässig der grösste Anteil und gewissermassen die „Seele“ des Parfüms gesetzt wird. Die „Nase“ gibt dabei einige Tipps, übernimmt aber niemals die Auswahl. Schliesslich ist es ja nicht sein Parfüm, oder?

Der letzte Schritt ist dann die Kopfnote, die sich auf der Haut zwar schnell verflüchtigt, aber das Parfüm an sich abrundet und ihm den letzten Schliff gibt. Ist man fertig, wartet man auf die „Nase“ und hört sich gespannt seinen Kommentar an, der etwa „Hm, sehr fruchtig, frisch“ lauten könnte.

Staunen und Respekt

Als letzter Schritt wird das Parfüm schliesslich in ein Fläschchen abgefüllt und mit dem Etikett der Parfümfabrik sowie dem selbst gewählten Namen versehen. Jetzt bekommt man noch sein Diplom als „Elève du Parfumeur“ und kann dann sein selbst kreiertes, einzigartiges Parfüm in Empfang nehmen.

Stolz tritt man aus der Parfümerie, fragt sich dabei aber auch, wie es diese mysteriöse „Nase“ nur macht, dass sie aus einem Gemisch mehr als ein Dutzend Duftstoffe riechen und den grössten Teil benennen kann, während einem selbst das bestenfalls bei einem einzigen Duftstoff gelingt.

Bedenkt man noch, dass die “Nase“ bis zu 3000 Düfte aus dem Effeff beherrscht und seine Düfte oftmals im Kopf zusammenmischt, empfindet man nur noch ungläubiges Staunen und respektvolle Bewunderung für diesen Mann.

Über die Nase läuft einiges

Parfüm, Eau de Toilette, Eau de Cologne, Seife und Shampoo: Düfte sind ein Teil unseres Alltags, und schlendert man – beispielsweise in Grasse – durch ein Parfümmuseum, so sieht man, dass die meisten Hoch- beziehungsweise Wohlstandskulturen im alten Ägypten, Rom oder Persien ihre Duftstoffe benutzt haben. Doch weshalb? Weshalb „verziert“ oder überdeckt man gar den natürlichen Geruch des Körpers mit Düften? Nun, spätestens seit der Entdeckung der Pheromone und ihrer Wirkungsweise gäbe es hierfür eine mögliche Erklärung: Über die Nase „läuft“ wohl einiges mehr als wir uns bewusst sind, und der Ausdruck „jemanden nicht riechen können“ kommt wohl auch nicht von Ungefähr. Und der Wissenschaft zufolge findet sogar der grösste Teil der Partnerselektion über die Nase statt...

Wie sehr die Nase in unserem Leben eine Rolle spielt, ist wissenschaftlich vielleicht (noch) nicht ganz geklärt. Tatsache ist aber, dass die Duftindustrie nach wie vor ein lukratives Geschäft ist und dass wohl keine/-r von uns gerne jemandem zu nahe kommt, dessen Geruch uns unangenehm in die Nase sticht. Vielleicht hat Jean-Baptiste Grenouille, Süskinds Hauptdarsteller, ja recht, wenn er meint: „Wer über die Düfte herrscht, herrscht auch über das Herz des Menschen!“

Von Pheromonen und anderen Lockstoffen

Eine besondere Art der Duftstoffe, auf die auch Syngenta, bei einem Teil ihrer Produkte bei der Bekämpfung von Schädlingen setzt, sind Pheromone. Es war erstmals im Jahr 1959, als man den Geruchssinn als Faktor für die Fortpflanzung bei Insekten erforschte. Die Pheromone wurden „entdeckt“, und man beschrieb sie als „hormonähnliche chemische Signalstoffe, die männliche oder weibliche Tiere aussenden, um den Geruchsinn beim anderen Geschlecht zu reizen“. In den folgenden Jahren fand man Pheromone auch bei anderen Tieren bis hin zu den Säugetieren. Und seit den 1970er Jahren erforscht man auch die Wirkung der Pheromone beim Menschen. Das allgemeine Ergebnis, zu dem man bisher kam, lautet: Bei Mensch und Tier wirken Pheromone unmittelbar auf spezielle (Geruchs-)Organe ein, die für die hormonelle Steuerung des Lebewesens verantwortlich sind.

Hochempfindliches Werkzeug

Pheromone sind also Duftstoffe, die gewissermassen der biochemischen Kommunikation zwischen Lebewesen einer Spezies dienen. Andere Arten bleiben von dieser Kommunikation ausgeschlossen. Neben Sexuallockstoffen gibt es dabei – zum Beispiel bei den Insekten – auch Pheromone zur Markierung des Weges oder als Alarmbotenstoff. Die Pheromonfalle, auf die Syngenta beispielsweise bei der Eindämmung des Bekreuzten Traubenwicklers (Lobesia botrana), des Borkenkäfers (Ips typographus) oder des Apfelwicklers (Cydia pomonella) setzt, ist heute ein relativ kostengünstiges, aber hochempfindliches „Werkzeug“ im Pflanzenschutz. Meist bestehen die Lockstofffallen dabei aus artspezifischen Pheromonen und aus Klebestoff, mit denen die männlichen Insekten auf der vermeintlichen Suche nach Weibchen mit Verwirrungstaktik angelockt und „gefangen“ genommen werden.

Auf der Suche nach dem optimalen Zeitpunkt

Mit Hilfe der Pheromonfallen gelingt es also, das Auftreten von Schädlingen zu erfassen und den zeitlichen Verlauf ihrer Flugperiode zu registrieren, um so den optimalen Zeitpunkt ihrer Bekämpfung zu bestimmen. Gleichzeitig kann man mit Hilfe einer Beurteilung der „Beute“ in der Falle aber auch abschätzen, wann der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels gegen die Schadinsekten, wirklich notwendig wird.

Nachtaktive Schadschmetterlinge, wie zum Beispiel der Apfelwickler, sind nur selten zu sehen. Daher muss sich der Obstbauer dabei ganz auf die Qualität der Pheromonfallen verlassen können. Nur wenn die Zusammensetzung und Dosis der Pheromone in den Fallen von Jahr zu Jahr konstant bleibt, ist es auch möglich, den Beginn der Flugperiode der Schadinsekten zuverlässig festzustellen. Eine gleichbleibende Qualität der Pheromone in den Fallen ist also gewissermassen eine Voraussetzung, um die Pflanzenschutzmittel optimal einsetzen zu können!

Im Reich der Düfte – mit Syngenta

Es ist kein Zufall, dass die Stadt Grasse zur Wiege der Parfumindustrie wurde. Die Region hat schon seit jeher von ihren idealen Bedingungen für den Blumenanbau profitiert. Dazu zählen beispielsweise das sehr günstige Klima mit milden Temperaturen, langen Sonnenperioden und nur wenig Regen, aber auch die sehr fruchtbare Erde. Zwar suchen die zahlreichen Touristen, die das Hinterland der Côte d’Azur besuchen, fast schon vergeblich die grossen Blumenfelder, aber es gibt sie noch: Rosen – es handelt sich hier um die als „Mai-Rose“ bekannte „Rosa centifolia“ – werden beispielsweise von Mai bis Juni geerntet, Orangenblüten von Ende April bis Anfang Juni und der Jasmin im Juli und August. Die wohl beeindruckendsten Felder sind aber wohl diejenigen der Mimose von Januar bis März, die Blüte des Ginsters im Juni und die des Lavendels im Juli.

Wohlriechendes und Heilendes

Doch nicht nur im Süden Frankreichs, auch in nördlicheren Breitengraden können – auch dank dem grossen Sortiment der Marke S&G von Syngenta – einige wohlriechende oder gar heilbringende Blumen angebaut werden: Lavendel (Lavendula angustifolia) ist beispielsweise eine seit Urzeiten wegen ihres angenehmen Duftes geschätzte Pflanze, deren Blüten man unter anderem zum Vertreiben von Motten einsetzt. Der zur Familie der Lippenblütler (Labiatae) gehörende robuste Strauch, der eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen kann, wird dabei noch heute in Südfrankreich gewerbsmässig zur Gewinnung des ätherischen Öls angebaut, ist aber auch in unseren Vorgärten ein hübsch anzusehender Strauch.

Lavendel wird dabei – ausser als äusserst geschätzter Rohstoff für Parfums – in Form von Kräutertee auch als Beruhigungsmittel bei Migräne und nervösem Herzklopfen oder äusserlich in Form von Lavendelspiritus bei Kopfschmerzen, Quetschungen oder Verrenkungen verwendet. Bei S&G ist der Lavendel unter dem Namen Blue Scent™ als reich blühender, dunkelblauer Strauch mit intensivem Duft erhältlich.

Weitere wohlduftende Blumen, die S&G im Sortiment hat, sind aber auch eine Vielzahl an Veilchen (Viola hybrida), Primeln (Primula acaulis), Gerberas (Gerbera jamesonii) oder Cyclamenarten (Cyclamen persicum).

Zudem gibt es im Sortiment von S&G auch weitere typische Heilpflanzen: Zu den wohl bekanntesten zählen hier beispielsweise die Ringelblume (Calendula officinalis), eine meist einjährige Pflanze, die ätherische Öle, Flavonoide oder Bitterstoffe enthält und die für eine verbesserte Wundheilung zum Einsatz kommt.

Daneben gibt es im Sortiment von S&G aber auch noch den Roten Fingerhut (Digitalis purpurea) oder die Zitronenmelisse (Melissa officinalis): Wird dabei der Rote Fingerhut bei Herzkrankheiten und bei Wasserstauungen ausschliesslich vom Arzt verordnet, so wird die Zitronenmelisse im Hausgebrauch als Tee gegen verschiedene Magenbeschwerden, Krämpfe der Bauchorgane oder als Beruhigungsmittel bei Erregungszuständen eingesetzt.

Mehr Informationen zur Blumenpalette von S&G finden Sie unter www.sg-flowers.com

 

 

Site Search

Globale Standorte

Produkt- und Material- sicherheitsblätter:

Email Subscription

Falls Sie regelmässig Informationen über Syngenta erhalten möchten.
hier anmelden