Eine Lerche trällert, Bienen summen, eine Ente quakt zufrieden... Die Symphonie der Natur klingt wunderschön – ist aber nicht selten in Gefahr, durch die Eingriffe des Menschen zu verstummen. Randstreifen und andere flurtechnische Massnahmen tragen heute dazu bei, dass es soweit nicht kommt. Hecken und unbebaute Bereiche um die Felder herum dienen kleinen Vögel und Nutzinsekten als Rückzugsgebiete. Sie bieten Vorteile, auf die man wahrhaftig ein Loblied singen kann.
Die Weltbevölkerung wächst unaufhörlich und damit auch der Flächenbedarf für Häuser und Fabriken. Die Notwendigkeit, immer mehr Menschen zu ernähren, führt zu einer immer intensivereren Bewirtschaftung des vorhandenen Ackerlands. Neben anderen Faktoren ist die zunehmende Verstädterung eine ständige Bedrohung der natürlichen Lebensräume vieler Wildtierarten.
Um dieser Zerstörung entgegenzuwirken, legen nun in einigen Ländern Landwirte Randstreifen entlang der bebauten Felder an, die den verschiedensten Tierarten eine Heimat bieten. Der Ansatz geht jedoch weit über einfach brachliegende Streifen hinaus. Zusätzlich versuchen die Landwirte – die sich als Pfleger ihres Landes verstehen – mit einer Vielzahl von Umweltschutzmassnahmen nützliche Tiere wie Insekten, Fledermäuse und Raubvögel anzulocken und zu unterstützen. Dabei spielen Wasserreservoirs, winterharte Gräser, Blütenpflanzen und niedrige Bäume und Sträucher eine wichtige Rolle. Die so entstehenden Randstreifen sind Bestandteil eines durchdachten, ganzheitlich-integrierten Schädlingsmanagements (Integrated Pest Management, IPM). Diese Methode leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und zu nachhaltiger Landwirtschaft.
Eine süsse Lösung für Bienen
Nektar ist die Grundlage für die Artenvielfalt bei Insekten. Für Bienen – die mit die wichtigsten natürlichen Bestäuber sind – ist er lebenswichtig. Nektar ist aber auch ein wichtiges Geschäft.
In Frankreich zum Beispiel gibt es schätzungsweise 70'000 Imker, die etwa 1,35 Millionen Bienenvölker besitzen. Allerdings müssen viele französische Honigbienen in den wichtigsten Monaten Juni bis August hungrig bleiben, weil es nicht genug blühende Pflanzen und Pollen gibt. Genau in diesen Monaten legen Bienen in der Regel die für ihr Überleben im Winter wichtigen Nahrungsreserven an – und die Honigvorräte, die die wirtschaftliche Grundlage des Imkers sind.
Syngenta hat auf den Rückgang der Honig-Produktivität reagiert. Im Jahr 2003 startete das Unternehmen ein Projekt, das Pollen- und Nektarquellen auf bewirtschafteten Flächen untersuchen und zur Lösung des Problems beitragen soll. Diese Arbeiten konzentrierten sich zunächst auf Betriebe, die für eine Syngenta-Initiative zur Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft („Réseau Agéris“) ausgewählt worden waren. Bei ersten Pollensammlungen zeigte sich, dass das normale Bodennutzungssystem mit offenen Feldflächen für die Bienenzucht nicht ausreichend war.
In den Syngenta-Projektteams arbeiten Landwirte, Bienenzüchter und andere Fachleute zusammen. Gemeinsam konnten sie nachweisen, dass das Bepflanzen nicht bewirtschafteter Flächen mit nektarreichen Blumen zu spürbaren Verbesserungen führt. Dies liefert nicht nur die für die Honigproduktion nötigen Nahrungsmittelquellen sondern sorgt auch für eine gesunde Insektenpopulation. Gut geeignet für die Betriebe in Frankreich sind Esparsette, Senf, Buchweizen und die Phazelie („Bienenpflanze“). Auch das Aussäen von Gräsern und Klee entlang der Feldgrenzen hilft, ebenso Rosenhecken. Bienen-Arbeiterinnen machen solche „ausrangierten“ Bereiche sehr schnell ausfinding, selbst wenn diese nicht besonders gross sind. Eine Fläche von nicht mehr als 0,3 Hektar der blühenden Nahrungsmittelquellen liefert ausreichend Zusatznahrung für die Bienenvölker eines 200 Hektar grossen Landwirtschaftsbetriebs..
Das Projekt hat sich als derart erfolgreich erwiesen, dass sich die Zahl der Vorführbetriebe innerhalb von drei Jahren verdoppelt hat. Die Landwirte und Berater werden unter anderem im Bereich Umweltmanagement zur Förderung der Artenvielfalt geschult. Ein weiteres Thema ist die sichere Anwendung von Pflanzenschutzprodukten, um das Risiko für die sammelnden Bienen so gering wie möglich zu halten. Ziel ist es, das Land so zu bewirtschaften, dass der Ertrag sowohl für die Bienenvölker als auch die Honigproduktion ausreichend ist, was 30 bis 50 Kilogramm Pollen pro Volk und 100 Kilogramm Nektar für den Imker entspricht. Die Landwirte sorgen damit für gesündere Bienenvölker, die besser mit Krankheiten und harten Wintern zurechtkommen. Und gesündere Bienenvölker wiederum produzieren mehr Honig für Imker und Verbraucher.
Lebensraum für Wasservögel
Randstreifen können auch Tieren jenseits des landwirtschaftlichen Beriebs nützen. So führt zum Beispiel die Erweiterung von grasbewachsenen Pufferzonen in der Region um die Chesapeake Bay in Nordamerika zu besseren Lebensbedingungen für Enten.
Lange Zeit bot das saubere Wasser der Chesapeake Bay Millionen Zugvögeln und über 2'500 einheimischen Arten ideale Lebensbedingungen. Im Lauf der Zeit gingen jedoch etwa die Hälfte der Feuchtgebiete und der zugehörigen waldgesäumten Flussläufe im Bereich der Bucht verloren. Nach Angaben der Feuchtgebietsschützer der gemeinnützigen Organisation „Ducks Unlimited“ ging die Wasservogel-Population um 70 bis 80% zurück.
Syngenta und Ducks Unlimited haben nun in Zusammenarbeit mit ausgewählten Farmern erste Schritte unternommen, um diesen Rückgang umzukehren. Die Schlüsselrolle spielt dabei die Wiederherstellung der in der warmen Jahreszeit mit einheimischen Gräsern bewachsenen Pufferzonen entlang der hochgelegenen Bäche, Wasserläufe und Felder. Diese Pufferzonen nehmen Nitrate auf, bevor sie ins Grundwasser gelangen können. Ausserdem filtern sie Bodenpartikel aus, die somit nicht die Bucht verschmutzen können.
Ein weiteres Problem in vielen Feuchtgebieten der USA sind eingewanderte, schädliche Unkräuter, die wichtige einheimische Pflanzen verdrängen. Syngenta konnte im Rahmen der Arbeit mit Ducks Unlimited und durch andere aktuelle Forschungen nachweisen, dass Herbizide eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung dieser Unkräuter spielen können. So wird das Gedeihen der erwünschten einheimischen Arten ermöglicht, die wichtige Nahrungsquellen und Verstecke für Wasservögel und andere Wildtiere bieten.
Weitere Informationen zu Ducks Unlimited unter www.ducks.org. Weitere Informationen zu den genannten Projekten zum Schutz von Wildtieren sowie ein Überblick über die umfangreichen Stewardship-Aktivitäten von Syngenta werden in Kürze unter www.syngenta.com bereitstehen.