Was denkt Syngenta über...

Die Ereignisse am Syngenta-Standort Cascavel, Brasilien

Die tragischen Ereignisse des 21. Oktober 2007 in der Syngenta-Forschungsstation in Santa Tereza do Oeste, nahe Cascavel im Bundesstaat Parana, haben uns schockiert und tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Betroffenen.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich keine Mitarbeiter von Syngenta vor Ort. Das externe Wachunternehmen, das unseren Standort mit vier unbewaffneten Mitarbeitern bewachte, informierte uns am frühen Morgen, dass die Mitglieder der „Landless Rural Workers’ Movement“ (MST) und von „Via Campesina“ unseren Standort erneut besetzt hatten. (Zwischen März und November 2006 sowie zwischen November 2006 und Juli 2007 hatten bereits solche illegalen Besetzungen stattgefunden.) Syngenta wurde durch das Wachunternehmen über die Besetzung informiert und benachrichtigte gegen 9:00 Uhr Ortszeit die Polizeibehörden vor Ort. Syngenta wies das Wachunternehmen ausdrücklich an, dass die vier Wächter das Gelände umgehend und ohne Auseinandersetzung mit den Besetzern verlassen sollten.

Am gleichen Tag um etwa 13:00 Uhr Ortszeit kam es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der MST und Mitarbeitern des Wachunternehmens. Dabei wurden ein Wächter und ein Mitglied der MST getötet. Drei weitere Wächter und vier Mitglieder der MST erlitten Verletzungen. Dieser Vorfall wird derzeit von den Polizeibehörden untersucht.

Syngenta weist mit aller Entschiedenheit Anschuldigungen zurück, wonach das Wachunternehmen angewiesen worden sei, den Standort wieder in Besitz zu nehmen oder gar Gewalt anzuwenden. Syngenta verurteilt den Einsatz von Gewalt in jeder Form. Wir billigen die Vorgehensweise des Wachunternehmens nicht. Vielmehr hatten wir dem Wachunternehmen strikt untersagt, Waffen zu tragen oder gar einzusetzen. Unser Vertrag mit dem Wachunternehmen enthält eine klare Bestimmung, die bei der Bewachung und dem Schutz der Forschungsstation den Einsatz von Gewalt oder das Tragen von Waffen ausdrücklich verbietet. Dies entspricht den weltweit gültigen Sicherheitsrichtlinien von Syngenta.

Syngenta und ihre Vorgängerunternehmen tragen bereits seit 80 Jahren massgeblich zur Entwicklung der brasilianischen Landwirtschaft bei. Wir beschäftigen in Brasilien etwa 1'600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und geben jedes Jahr mehr als USD 3 Millionen für soziale Projekte im Land aus. Wir sind entschlossen, auch weiterhin unseren Beitrag zum nachhaltigen Wohl der Landwirtschaft und der brasilianischen Gesellschaft zu leisten.

Link zur Stellungnahme vom 15. November 2007

 

Tierschutz

Syngenta gehört zu den führenden Unternehmen in der Entwicklung von Techniken, mit denen der Einsatz von Tieren zu Forschungszwecken reduziert, ersetzt oder verfeinert wird. Das Unternehmen investiert in die Entwicklung alternativer Testmethoden, beispielsweise mit Hilfe von Zellkulturen, In-Vitro-Techniken, Computermodellen, Bioinformatik und High-Throughput-Screening.

Syngenta verpflichtet sich, landwirtschaftliche, chemische und biotechnologische Produkte zu entwickeln mit dem Ziel, die Nahrungsmittelqualität sowie die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. Zur Gewährleistung der Sicherheit ihrer Produkte für die Konsumenten, die Umwelt und die mit den Produkten arbeitenden Menschen sowie zur Einhaltung gesetzlicher oder behördlicher Vorschriften muss Syngenta auch Tierversuche durchführen.

Syngenta erachtet den verantwortlichen Einsatz von Tieren in der Forschung und Entwicklung für ethisch vertretbar, sofern keine Alternativen zur Verfügung stehen oder es sich um gesetzliche oder behördliche Vorschriften handelt.

In der Haltung und Verwendung von Tieren wählt Syngenta stets ein humanes und mitfühlendes Vorgehen und verpflichtet sich den höchsten professionellen Standards, die eine kontinuierliche Überprüfung der Verfahrensweisen verlangen.

Wo es angebracht ist, unterstützt Syngenta die Veröffentlichung wissenschaftlicher Daten aus Tierversuchen, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden und den Einsatz von Tieren auf ein Minimum zu beschränken. Syngenta wendet überall dieselben strengen Normen an – dies gilt auch für alle an Dritte vergebenen Forschungsaufträge.


Hintergrund

Die Entwicklung neuer Pflanzenschutzverfahren und Saatgutsorten ist unverzichtbar für die Verbesserung von Gesundheit und Qualität der Nahrungsmittel für Mensch und Tier. Gleichzeitig wird damit die Beeinträchtigung der Umwelt durch landwirtschaftliche Tätigkeiten verringert.

Bevor ein neues Produkt auf den Markt kommt, müssen Unternehmen und Gesetzgeber davon überzeugt sein, dass eventuelle Risiken für Mensch, Tier und Umwelt akzeptabel sind. Im Rahmen der Sicherheitsprüfungen sind auch Tests unter Einbezug von Tieren gesetzlich vorgeschrieben.

 

Atrazin

Mit einem Sicherheitsdossier, das die strengsten Anforderungen erfüllt, gehört Atrazin zu den am besten und umfassendsten erforschten Pflanzenschutzprodukten überhaupt. Es wurde in Hunderten von Studien untersucht, von denen 200 nicht länger als zehn Jahre zurückliegen. Syngenta ist von der Sicherheit von Atrazin überzeugt, das in der Landwirtschaft seit mehr als 45 Jahren sicher und erfolgreich eingesetzt wird.


Hintergrund


Atrazin ist ein selektives Herbizid, das im Anbau von Mais, Getreidesorghum, Zuckerrohr und zahlreichen weiteren Feldfrüchten wirkungsvoll eingesetzt wird.

 

Biotreibstoffe

Syngenta beteiligt sich intensiv an der Erforschung neuer Energiequellen, um künftigen Generationen ausreichend biologische Brennstoffe verfügbar zu machen. Wir arbeiten daran, den Wirkungsgrad der Ethanolproduktion aus Mais zu erhöhen, sowie an weiteren Innovationen im Bereich Biotreibstoffe.


Hintergrund

Seit der Entdeckung des Feuers dienen uns Pflanzen als Wärme- und Lichtquelle. "Biotreibstoffe" gelten heute als mögliche nachhaltige Energiequelle zur Deckung des aktuellen und künftigen Energiebedarfs. Fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl wachsen nicht nach. Wind-, Wasser- und Sonnenenergie oder die Kernkraft sind Alternativen – sie alle reichen jedoch nicht aus, um unseren Bedarf nachhaltig zu decken.

 

Biotechnologie

Die landwirtschaftliche Biotechnologie ermöglicht die Steigerung der Produktivität, die Sicherung der Erträge und die Produktion von hochwertigeren Feldfrüchten. Sie ist eine entscheidende Voraussetzung für Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Wenn die Nahrungsmittelproduktion gesteigert werden soll, um mit dem erwarteten Bevölkerungswachstum Schritt zu halten, sollten die Landwirte oder Züchter Zugang zur Gentechnik und anderen Biotechnologien haben.

Die Biotechnologie bietet weitere signifikante Vorteile, indem sie die Praktiken des Integrated Crop Management (ICM) unterstützt und umweltfreundliche Lösungen bereitstellt, um den landwirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.


Hintergrund

Gentechnisch veränderte Nahrungs- und Futtermittelprodukte gehören zu den am umfassendsten getesteten und reglementierten Erzeugnissen des gesamten Nahrungsmittelsektors. Tests durch unabhängige staatliche Behörden und Wissenschaftler auf der ganzen Welt, einschliesslich nationaler und internationaler Lebensmittelbehörden, demonstrieren weiterhin, dass zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen genauso sicher sind wie Sorten aus dem konventionellen Anbau.

Die heutigen und zukünftigen Vorteile der pflanzlichen Biotechnologie reichen über Nahrungsmittelprodukte und Zutaten hinaus. Die Forschung und Entwicklung wird neue und kostensparende Produktionsmethoden sowie verbesserte Produkte hervorbringen, von denen Konsumenten, Unternehmen und die Umwelt profitieren.

 

Koexistenz

Geeignete landwirtschaftliche Praktiken ermöglichen das Nebeneinander von zahlreichen landwirtschaftlichen Produktionssystemen. Es handelt sich um bewährte Praktiken, welche den verschiedenen Anwendern keine langwierigen Einhaltungsprozeduren aufbürden. Tatsächlich praktizieren die Landwirte dieses Nebeneinander seit Generationen, um die Anforderungen der verschiedenen Produkttypen zu erfüllen. Um zu einer solchen Koexistenz zu gelangen, müssen für jede Produktionsmethode vernünftige Schwellenwerte für den Nachweis von gentechnisch veränderten Pflanzen in alternativen Anbausystemen (bzw. für den Nachweis konventioneller Pflanzen in gentechnischen Systemen) festgelegt werden.


Hintergrund

Das Nebeneinander mehrerer landwirtschaftlicher Anbausysteme wurde in so unterschiedlichen Ländern wie Spanien, USA und Südafrika, wo gentechnisch veränderte und unveränderte Pflanzen seit mehreren Jahren angebaut werden, erfolgreich umgesetzt.

 

Zerstörung von Feldversuchen

Seit einiger Zeit stören widerrechtliche Handlungen gegen legitime und gesetzmässige wissenschaftliche Versuche wichtige Forschungsvorhaben in Europa und anderen Ländern. Sie verhindern zudem, dass Landwirte und Konsumenten von den Vorteilen der Biotechnologie profitieren können.

Alle Forschungsprojekte von Syngenta werden mit den erforderlichen regulatorischen Zulassungen und gemäss strengsten wissenschaftlichen Protokollen und Richtlinien durchgeführt, um die Sicherheit der Konsumenten und der Umwelt zu gewährleisten. Die Forschungsprojekte zur Entwicklung von Saatgutprodukten werden ausnahmslos von strengen Sicherheitsmassnahmen begleitet.


Hintergrund

In den letzten Jahren wurden Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen von Syngenta mehrmals von Aktivisten vernichtet oder gestört. Nur mithilfe von Feldversuchen ist es möglich, die Wirkungen von gentechnisch verbesserten Produkten gründlich zu beurteilen. Feldversuche liefern genau jene Informationen, die von vielen Aktivisten gefordert werden.

 

Umwelthaftung

Gesetze und Vorschriften zur Umwelthaftung sind nur durchsetzbar, wenn die Umweltschäden klar umschrieben sind, einen eindeutigen Geltungsbereich aufweisen und anhand von Richtwerten gemessen werden können.

Grundsätzlich sollte der Verursacher (Umweltverschmutzer) zur Kasse gebeten werden. Zugleich sollten die Vorschriften zur Umwelthaftung einen streng kausalen Zusammenhang zwischen den Umweltschäden und der Aktivität eines Betreibers verlangen. Diese Vorschriften sollten ein auf der Verschuldungshaftung basierendes System etablieren und Obergrenzen für die finanzielle Entschädigung sowie eine zeitliche Beschränkung des Klagerechts beinhalten. 

Griffige regulatorische Verfahren und einheitliche Umwelthaftungsgesetze, die auf fundierter Wissenschaft beruhen, sind unerlässlich, wenn es darum geht, das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken, Forschungsinvestitionen anzukurbeln und Innovationen zu fördern.


Hintergrund

Der Begriff Umwelthaftung bezeichnet den Prozess, durch den die Verantwortung für die Kosten von Umweltschäden an die Verursacher übertragen wird. Das Prinzip der Umwelthaftung wird manchmal auch "Verursacherprinzip" genannt und verfolgt das Ziel, das Ausmass der Umweltschäden zu vermindern

Eine entscheidende Voraussetzung für die Funktion der Umwelthaftung bildet die Zuordnung der Kosten für einen verursachten Umweltschaden. Bis heute werden den Verursachern meistens die Kosten für die Reinigung, die Schäden am Eigentum Dritter oder die Beschaffung der zur Behebung erforderlichen Genehmigungen angelastet. Da die Umwelt im Allgemeinen als öffentliches Gut gilt, wird sie nicht zu herkömmlichen Marktpreisen bewertet, sodass die Kosten der Beseitigung von Umweltschäden möglicherweise nicht immer die tatsächlichen Umweltkosten widerspiegeln.

 

"Goldener Reis"

"Goldener Reis" könnte zur Bewältigung gravierender Gesundheitsprobleme v.a. in Entwicklungsländern beitragen, die auf Vitamin-A-Mangel zurückzuführen sind. Er stellt keinen Ersatz für bestehende Problemlösungsansätze dar, könnte diese aber in Zukunft auf bedeutende Weise ergänzen.

Das Unternehmen bekennt sich zu den humanitären Zielen des Projekts und stellt seine Kenntnisse in der Lizenzierung und anderen privatwirtschaftlichen Expertisebereichen frei zur Verfügung. Syngenta tut dies, um sicherzustellen, dass die Technologie auf rechtlich, ethisch und ökologisch verantwortliche Art und Weise eingesetzt wird.


Hintergrund

"Golden Rice" ist ein gentechnisch verbesserter Reis, der im Endosperm (dem essbaren Pflanzenteil) Beta-Carotin und weitere Carotinoide bildet. Herkömmlicher weisser Reis enthält keine Carotinoide. Diese verleihen den Reiskörnern eine goldgelbe Farbe. Beim Verzehr werden die Carotinoide vom Körper in Provitamin A umgewandelt.

Carotinoide (inkl. Beta-Carotin) sind natürliche Pflanzenpigmente, die in den meisten farbigen Früchten, Karotten und grünen Gemüsesorten vorkommen.  Pflanzen enthalten kein Vitamin A. Tier und Mensch synthetisieren Vitamin A aus Carotinoiden, die sie mit der Nahrung aufnehmen. Tierische Produkte enthalten Vitamin A. Bei Menschen mit unzureichender Ernährung besteht das Risiko von  Vitamin-A-Mangel.

Die Technologie ist eine Erfindung von Professor Ingo Potrykus, ETH Zürich, und Professor Peter Beyer, Universität Freiburg. Die Verwaltung obliegt einem humanitären Beratergremium unter der Leitung von Professor Potrykus.

Syngenta steht voll und ganz hinter dem "Golden Rice"-Projekt und hat bereits lizenzfreie Rechte an die Erfinder vergeben und ihnen andere Technologien gebührenfrei überlassen, damit sie ihre humanitären Ziele verfolgen können.

 

Gramoxone® (Paraquat)

Gramoxone ist ein Kontaktherbizid, das seit über 40 Jahren erfolgreich zur Bekämpfung von ein- und mehrjährigen Unkräutern in einer Reihe von Kulturpflanzen eingesetzt wird. Es gehört zu den am umfassendsten erforschten und analysierten Pflanzenschutzprodukten überhaupt.

Gramoxone hat den Einsatz von mechanischer Unkrautkontrolle und Handjäten reduziert und wesentlich zur Entwicklung umweltfreundlicher Anbausysteme beigetragen, die mit minimaler oder ganz ohne Bodenbearbeitung auskommen.

Der Einsatz von Gramoxone entlastet Millionen von Familien, insbesondere Frauen und Kinder, bei der mühsamen manuellen Landarbeit und gibt ihnen die Möglichkeit, andere Einkommensquellen ausserhalb der Landwirtschaft zu nutzen. Ausserdem hat es die Entwicklung von Anbausystemen ohne Bodenbearbeitung ermöglicht, die Millionen Hektar an erosionsanfälligen Flächen schützen, damit diese von künftigen Generationen bebaut werden können.


Hintergrund

Der Wirkstoff Paraquat ist für den Boden unbedenklich und verursacht keine Pflanzenschäden durch Aufnahme in den Wurzeln. Paraquat wird nicht ausgewaschen und hat keine Wasserverunreinigung zur Folge. Das Produkt ist in über 120 Ländern im Einsatz, dazu gehören auch jene mit den strengsten regulatorischen Auflagen wie die USA, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, die Niederlande und Grossbritannien.

Syngenta führt seit vielen Jahren umfassende Stewardship-Programme durch, um die Landwirte und deren Familien im sicheren Umgang mit landwirtschaftlichen Chemikalien zu schulen. Das Unternehmen verpflichtet sich, diese Stewardship-Programme weltweit weiterzuführen und auszudehnen. 

 

CFI Entscheidung

Die Entscheidung des Gerichtes Erster Instanz der Europäischen Gemeinschaften zu Paraquat
28. September 2007

Die Entscheidung der Europäischen Kommission und der Mitgliedsstaaten keinen Einspruch gegen das Urteil des Gerichtes Erster Instanz zu Paraquat einzulegen ist enttäuschend.

Die ursprüngliche Entscheidung der Kommission aus dem Jahr 2003, Paraquat in der EU zuzulassen, basierte auf einer detaillierten und umfassenden wissenschaftlichen Bewertung.

Syngenta war an dem von Schweden angestrengten Gerichtsverfahren nicht beteiligt und konnte daher keinen Einspruch einlegen. Dieses Urteil schafft eine bislang nicht bekannte rechtliche Ausgangslage, in der die Zulassung von Paraquat annuliert wurde. Die Aufhebung der EU-Zulassung von Paraquat sowie die danach folgende Empfehlung der Generaldirektion „Gesundheit und Verbraucherschutz“ der Kommission haben einige Mitgliedsstaaten dazu veranlasst die nationalen Zulassungen von Paraquat-Produkten auszusetzen oder aufzuheben.

Syngenta wird, ermutigt durch die Unterstützung zahlreicher Mitgliedsstaaten - auch von Grossbritannien, das als „Rapporteur“-Mitgliedsstaat den Zulassungsantrag bearbeitet hat - erneut die EU-Zulassung für Paraquat beantragen.

Da sich die Zulassungsanforderungen seit dem Einreichen des letzten Antrags erheblich geändert haben, wird es voraussichtlich etwa zwei Jahre dauern, bis dieser neue Zulassungsantrag eingereicht werden kann. Wir werden während dieser Zeit auf sämtliche weiteren Änderungen der Zulassungsvoraussetzungen und -anforderungen eingehen.

In Europa verwenden Landwirte Paraquat wegen seiner ausgezeichneten Eigenschaften. Es wirkt schnell und wird rasch im Boden inaktiv. Paraquat lässt die Wurzeln der Unkräuter intakt. Diese festigen den Boden und tragen dazu bei, Bodenerosion zu vermeiden. Der Einsatz von Paraquat ist weit verbreitet in der bodenschonenden Landwirtschaft, die mehr Kohlendioxid im Boden bindet als die traditionelle Landwirtschaft.

Paraquat verbessert die Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern. Es erspart den Landwirten und ihren Familien das regelmässige Jäten von Hand, das für Millionen Menschen in der Subsistenzwirtschaft eine sehr belastende Arbeit ist.

Syngenta hat umfassende Studien, die die Sicherheit von Paraquat für Anwender, Verbraucher und die Umwelt belegen. Syngenta setzt sich intensiv für eine sichere Anwendung ihrer Produkte einschliesslich Paraquat ein und bietet dafür umfassende Stewardship- und Trainingsprogramme an. Im vergangenen Jahr wurden weltweit über 3,4 Millionen Bauern in der sicheren Anwendung von Pflanzenschutzmitteln geschult.

 

Marker-unterstützte Züchtung

Syngenta engagiert sich in der frühen Entwicklung von marker-unterstützten Züchtungsverfahren und ist ein überzeugter Verfechter dieser Technologie.


Hintergrund

Marker sind unverwechselbare DNA-Abschnitte, die mit bestimmten Pflanzenmerkmalen in Beziehung gebracht werden. Diese Marker zeigen zuverlässig die Existenz spezifischer Charakteristika an, noch bevor die Pflanze ganz ausgewachsen ist. Daher besteht in diesen Fällen kaum Bedarf an kostspieligen und zeitaufwändigen Zuchtversuchen im Feld oder im Glashaus.

Herkömmliche Marker-gene lassen transformierte Zellen bei einer Behandlung mit gewissen chemischen Substanzen, wie Antibiotika, überleben, während nicht transformierte Zellen ihr Wachstum einstellen. So können erfolgreich transformierte Zellen erkannt werden, die dann wiederum für weitere Forschungszwecke eingesetzt werden.

Die Marker-technologie oder "Marker-unterstützte Zucht" ist somit ein wichtiges Werkzeug der modernen Pflanzenzüchtung.

 

Biologische (organische) Landwirtschaft

Obwohl die biologische Landwirtschaft auf dem Prinzip natürlicher Anbaumethoden basiert und bestimmte Interessengruppen anspricht, ist umstritten, ob diese Art der Landwirtschaft einen Nutzen für die menschliche Gesundheit, die landwirtschaftliche Produktion und deren Nachhaltigkeit bietet.

Syngenta ist überzeugt, dass dieselben Regeln und Vorschriften, die für Nahrungsmittel aus nachhaltiger Agrarproduktion unter Einsatz modernster Technologien gelten, ebenso auf Nahrungsmittel aus biologischer Landwirtschaft angewendet werden sollten. Um den höchsten Standards der Lebensmittelsicherheit und des Umweltschutzes zu genügen, sollten alle Aussagen in Bezug auf Vorteile wissenschaftlich nachweisbar und überprüfbar sein.

Es gibt einleuchtende Gründe zur Annahme, dass der wirkungsvolle Einsatz moderner Pflanzenschutztechnologien, biotechnologische Methoden eingeschlossen, zur Verringerung des Gehalts potenziell schädlicher Stoffe in Kulturpflanzen führt.


Hintergrund

In der biologischen (organischen) Landwirtschaft werden ausschliesslich natürlich vorkommende Chemikalien oder traditionelle Mittel zur Schädlingsbekämpfung oder Bekämpfung von Krankheiten eingesetzt. Demzufolge stehen den Landwirten, die lediglich diese Methoden einsetzen, die besten und fortschrittlichsten Technologien zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten nicht zur Verfügung. Die Ernteerträge liegen auch deshalb im Durchschnitt um 30 bis 40 Prozent unter jenen aus nachhaltiger Agrarproduktion. Dies hat zur Folge, dass die Kosten für Produkte aus biologischem Anbau ohne umfangreiche Subventionen tendenziell höher sind.

Niedrigere Erträge bedeuten ausserdem, dass zur Aufrechterhaltung der derzeit aus biologischem Anbau produzierten Nahrungsmittelmenge auf weit grösseren Flächen angebaut werden müsste. Dies würde jedoch weitere Eingriffe in natürliche Lebensräume unvermeidbar machen.

 

Saatgutwiederverwendung in Entwicklungsländern

Es trifft nicht zu, dass patentierte gentechnisch veränderte Pflanzen die Saatgutwiederverwendung durch Subsistenzlandwirte (Selbstversorger-Landwirte) widerrechtlich machen. Syngenta verbietet Subsistenzlandwirten nicht, Saatgut wiederzuverwenden. Das Unternehmen tut dies jedoch in Industrieländern, in denen die Landwirtschaft kommerziellen Zwecken dient. Neu patentiertes gentechnisch verändertes Saatgut ist für die Landwirte teurer, da es eine Garantie für höhere Erträge und weitere Qualitätsmerkmale bietet.

Syngenta legt Wert auf die Anwendung seiner Patentschutzsysteme und hält den Schutz von geistigem Eigentum aus mehreren Gründen für unverzichtbar. Geistige Eigentumsrechte wurden von Ländern auf der ganzen Welt eingeführt, um Innovationen zu fördern, forschungsbasierten Unternehmen ein zukunftsfähiges Geschäft zu ermöglichen, Standards zu etablieren und für Transparenz zu sorgen. Diese Rahmenbedingungen gewährleisten einen fairen Wettbewerb zwischen Syngenta und seinen Konkurrenten.

Syngenta verfolgt seit vielen Jahren den Grundsatz, seine Patentrechte auf gentechnisch veränderten Pflanzen in den ärmsten Entwicklungsländern (LDC-Staaten), in denen die Landwirtschaft zur Selbstversorgung betrieben wird ("Subsistenzlandwirtschaft"), nicht geltend zu machen; dies im Gegensatz zu Ländern, in denen die Landwirtschaft wirtschaftliche Zwecke erfüllt.


Hintergrund

Die meisten Landwirte in den Industrieländern, die Hybridsaatgut verwenden, kaufen vorzugsweise jedes Jahr neues Saatgut ein. Es trifft zu, dass viele Subsistenzlandwirte Hybridsaatgut wiederverwenden. Nicht zutreffend ist jedoch, dass sie dies mit Vorliebe tun. Die Praktik der Saatgutwiederverwendung ist vielmehr auf die volkswirtschaftliche Lage und die besonderen wirtschaftlichen Umstände des Landwirts zurückzuführen.

Das "Vorrecht des Landwirts", Saatgut wiederzuverwenden, ist in internationalen Regelwerken verankert, so auch im Internationalen Verband zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV). Auf der Grundlage des UPOV-Abkommens erstreckt sich der Schutz des Züchterrechts nicht auf Handlungen im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken. Folglich bleibt Saatgut, das von Subsistenzlandwirten produziert wird, immer von geistigen Eigentumsrechten ausgeschlossen, mit anderen Worten, das betreffende Saatgut ist zulässig und kostenlos.

Ausserdem ist es allen Landwirten (einschliesslich Nicht-Subsistenzlandwirten) in angemessenem Rahmen und unter Wahrung der berechtigten Interessen des Züchters gestattet, Erntegut, das sie aus dem Anbau einer geschützten Sorte im eigenen Betrieb gewonnen haben, im eigenen Betrieb zum Zwecke der Vermehrung zu verwenden.

 

Nachhaltige Landwirtschaft

Syngenta fördert die nachhaltige Landwirtschaft, deren Ziel es ist, den Ressourceneinsatz zu optimieren und die landwirtschaftliche Rentabilität zu sichern. Erreicht wird dies durch moderne Pflanzenschutztechnologien (z.B. Herbizide für die bodenschonende Bearbeitung) in Kombination mit neuen Pflanzensorten, einschliesslich jenen, die mit Methoden der Biotechnologie entwickelt werden. Daraus resultiert eine nachhaltige Produktion von gesünderen, robusteren und krankheitsresistenteren Pflanzen, die zur Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln beiträgt.

Für Syngenta ist die nachhaltige Landwirtschaft ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie, die es ermöglicht, die Bedürfnisse wichtiger Kunden zu erfüllen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Dazu entwickelt Syngenta Produkteportfolios, die auf den Grundsätzen nachhaltiger Landwirtschaft beruhen und von geeigneten Fachkenntnissen und Dienstleistungen unterstützt werden. Ausserdem fördert Syngenta die Entwicklung neuer Geschäftsmöglichkeiten, bei denen die Dimensionen der nachhaltigen Landwirtschaft klare Mehrwerte und Wettbewerbsvorteile schaffen. Und wir bauen Partnerschaften auf, um unsere Kunden bei der Umsetzung der nachhaltigen Landwirtschaft zu unterstützen.


Hintergrund

Die Aktivitäten von Syngenta bilden eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Entwicklung. Wir helfen Landwirten auf der ganzen Welt, wachsende Bevölkerungen zu ernähren und verantwortungsvoll ihr Land zu hegen und zu pflegen. Heute lassen sich landwirtschaftliche Anbauflächen ohne negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt nicht mehr signifikant ausdehnen. Unsere Technologien und Produkte helfen den Landwirten, dieser Herausforderung zu begegnen und die Erträge auf den bestehenden Anbauflächen zu erhöhen.

 

 

"Terminatortechnologie"

Syngenta und ihre Vorgängerunternehmen haben schon immer auf den Einsatz der so genannten "Terminatortechnologie" verzichtet, wenn dieser ausschliesslich dem Verbot der Saatgutwiederverwendung dient.

Syngenta ist jedoch der Ansicht, dass andere Methoden zur Kontrolle von Genaktivitäten, wie beispielsweise chemische Schalter oder Technologien zur Steuerung genetischer Funktionen (GURT), für Landwirte und Konsumenten neue Vorteile mit sich bringen werden.

Zu diesen Vorteilen gehören die Förderung der natürlichen Widerstandskraft gegen Krankheiten oder Schädlinge der Pflanzen, die Reduzierung von Ertragsverlusten nach der Ernte oder die Vermeidung von Frostschäden durch die zeitliche Beeinflussung des Pflanzenwachstums.


Hintergrund

Der Begriff "Terminator-Technologie" nimmt Bezug auf eine US-Patentbewilligung (No. 5,723,765 „Control of Gene Expression") für Delta & Pine Land aus dem Jahr 1998. Das Patent beschreibt einen spezifischen Anwendungsansatz der Kontrolle der Genexpression, der dazu führt, dass das gekaufte Saatgut normale Pflanzen hervorbringt, aber das aus diesen Pflanzen gewonnene Saatgut nicht mehr in der Lage ist zu keimen.

Syngenta hat nichts mit diesem Patent zu tun.

 

Technologietransfer in Entwicklungsländer

Zur Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft in Entwicklungsländern stellt Syngenta ihre Technologien Subsistenzlandwirten in ausgewählten Fällen gebührenfrei zur Verfügung. Dies erfolgt mittels Technologietransfers und durch Vereinbarungen mit Forschungsinstituten über den Schutz geistigen Eigentums. Diese Vereinbarungen werden nur mit Institutionen in Ländern geschlossen, in denen zuverlässige Biosicherheits- und Konsumentenschutzvorschriften in Kraft sind.


Hintergrund

Einige Technologien von Syngenta weisen potenzielle Anwendungsmöglichkeiten auf, welche Bedürfnisse von Subsistenzlandwirten in den Entwicklungsländern erfüllen. Wenn Syngenta solche Technologien zum Vorteil dieser Landwirte zur Verfügung stellt, wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Vereinbarungen

  • durch die Auswahl der betroffenen Feldfrüchte und Technologien besondere Relevanz für Subsistenzlandwirte besitzen;
  • ein hohes Mass an Transparenz aufweisen und die Öffentlichkeit in begleitenden Massnahmen über den Transfer und die Verwendung der Technologien informiert wird;
  • zum Aufbau lokaler Kapazitäten beitragen, einschliesslich der Unterstützung von Weiterbildungsmassnahmen und Lizenzierungsexpertise;
  • die Einhaltung der Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums garantieren;
  • potenziell auch für das Unternehmen kommerziell interessant sein können, indem Syngenta gebührenfreie Lizenzen auf Verbesserungen der Technologie garantiert werden, falls solche vom Lizenznehmer-Institut erzielt werden sollten.