Brüssel, Belgien, 27. März 2008
Angesichts der weltweit bedeutendsten Nahrungsmittelkrise seit Jahrzehnten hat ein neues Forum dazu aufgerufen, die politischen Ansätze für Landwirtschaft, Ernährung und Umweltschutz in Europa neu zu bewerten. Das Forum, eine Initiative der European Landowners’ Organization (ELO) und Syngenta, brachte eine Vielzahl von Interessenvertretern zusammen. Es soll Wege und Möglichkeiten der europäischen Landwirtschaft aufzeigen, um den bedeutenden Herausforderungen in den Bereichen Nahrungsmittelsicherheit und Umweltschutz gerecht zu werden.
Das Forum wurde initiiert, da ein grosser Teil der landwirtschaftsbezogenen Politik der EU noch immer auf Probleme der Vergangenheit, wie zum Beispiel Überproduktion, ausgerichtet ist. Neue Herausforderungen und Marktchancen werden dagegen nicht adressiert. Zu diesen Herausforderungen zählen die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrung, die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Nahrung, die steigende Nachfrage nach erneuerbarer Energie und sich verändernde Wettermuster. Da landwirtschaftlich nutzbare Flächen begrenzt sind, müssen die Erträge der bereits genutzten Anbauflächen nachhaltig gesteigert werden.
„Wir brauchen einen Wechsel der Politik. Wir können den Herausforderungen von morgen nicht mit einer Politik von gestern begegnen“, sagte Franz Fischler, Vorsitzender des Forums, der RISE Foundation und früherer EU-Landwirtschaftskommissar. „Wir brauchen ein modernes politisches Regelwerk, das den Landwirten ermöglicht der globalen Nachfrage nach Nahrungsmitten in einer umweltgerechten nachhaltigen Weise zu begegnen. Wir müssen zuerst die wichtigsten Instrumente identifizieren, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, und dann die erforderlichen Budgetmittel neu abzuschätzen.“
Nach Ansicht des Forums besteht die Notwendigkeit für eine integrierte europäische Politik zu Nahrungsmittelsicherheit und Umweltschutz, die auf den Grundsätzen des europäischen Binnenmarkts, der Harmonisierung der Nahrungsmittel- und Umweltschutzvorschriften innerhalb der EU, der Erklärung von Göteborg und der Agenda von Lissabon aufbaut. Dabei muss auch die entscheidende Rolle anerkannt werden, die landwirtschaftliche Technologien beim Erreichen wirtschaftlicher und sozialer Fortschritte sowie für einen besseren Umweltschutz spielen.
„Die Europäische Union muss eine solche Politik als globale Verantwortung verstehen“, sagte Corrado Pirzio-Biroli von der ELO. „Es muss das Ziel sein, die Produktion hochwertiger, erschwinglicher Nahrungsmittel anzuregen und gleichzeitig die Artenvielfalt zu fördern, die Landschaft und das Kulturerbe zu erhalten und natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser und Luft zu schützen.“
Zur Umsetzung dieses neuen Ansatzes strebt das Forum an, vorhandene Synergien in den Bereichen Landwirtschaft und Umweltschutz zu nutzen. Die europäische Landwirtschaft braucht klare Zielsetzungen und den Landwirten muss die Möglichkeit gegeben werden, diese eigenverantwortlich umzusetzen.
„Moderne Technologien sind notwendig, um Landwirten zu ermöglichen, auf begrenzten Anbauflächen immer mehr Nahrungsmittel nachhaltig zu produzieren“, sagte John Atkin, Chief Operating Officer Syngenta Crop Protection. „Allerdings können einige derzeit vorgeschlagene Rechtsvorschriften dazu führen, dass den Landwirten zur Verfügung stehende technologische Hilfsmittel und Instrumente eingeschränkt werden. Dies kann sich nachteilig auf die landwirtschaftliche Produktivität auswirken. Eine geringere Produktivität bedeutet einen höheren Flächenbedarf für die Landwirtschaft, was Wälder und andere natürliche Lebensräume bedroht.“
Das Forum möchte die Ergebnisse der heutigen Debatte in die Öffentlichkeit tragen und zusammen mit Interessenvertretern an der Entwicklung der europäischen Landwirtschafts- und Umweltpolitik arbeiten.
Über ELO
Die European Landowners’ Organization (ELO) wurde im Jahr 1972 gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss nationaler Verbände aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten und anderer Länder. Die ELO vertritt die Interessen von Grundbesitzern, Landwirten und Landwirtschaftsunternehmern gegenüber der europäischen Politik. Die ELO arbeitet unabhängig und gemeinnützig und ist die einzige Organisation, die für die Interessen aller Landwirtschaftsunternehmer eintritt. Nach Überzeugung der ELO liegt der Schlüssel für den Wohlstand des ländlichen Raums in der Dynamik des privaten Grundbesitzes. Das Sekretariat der ELO befindet sich in Brüssel. Informationen auf www.elo.org. Über Syngenta
Syngenta ist ein weltweit führendes Agribusiness-Unternehmen, das sich durch innovative Forschung und Technologie für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzt. Das Unternehmen ist ein Marktführer im Pflanzenschutz und nimmt am Markt für hochwertiges kommerzielles Saatgut Platz drei ein. Der Umsatz 2007 betrug rund USD 9,2 Milliarden. Syngenta beschäftigt mehr als 21 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 90 Ländern. Syngenta ist an der Schweizer Börse (SYNN) und an der Börse von New York (SYT) kotiert.
Ansprechpartner:
European Landowners’ Organization
Medienanfragen: Syngenta
Medienanfragen: Reden vom Forum und weiteres Konferenzmaterial können unter www.elo.org oder www.syngenta.com heruntergeladen werden.