Biodiversität
Der Erhalt der Biodiversität, der Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, ist für eine intakte Umwelt sowie zur Erfüllung des weltweit steigenden Nahrungsbedarfs entscheidend. Der Schutz von genetischen Ressourcen – des Erbgutes oder der DNS – ist sowohl für den Schutz vorhandener Arten als auch für die Züchtung neuer Organismen von zentraler Bedeutung. Das Saatgutgeschäft von Syngenta wird durch eine breite Vielfalt verschiedener Sorten bereichert. Syngenta ist Mitglied des „Global Crop Diversity Trust“, einer Stiftung, die sich für den Schutz der biologischen Vielfalt und für die Verfügbarkeit von Nutzpflanzen zur weltweiten Nahrungssicherung einsetzt.
Landwirte können durch effiziente Anbaumethoden und dem gleichzeitigen Erhalt natürlicher Lebensräume für Wildpflanzen und -tiere wesentlich zum Schutz der Biodiversität beitragen. Betriebe, die Methoden der bodenschonenden Landwirtschaft anwenden, bieten Vögeln wertvolle Lebensräume, besonders im Winter, und fördern das Nisten bestimmter Arten. SOWAP-Untersuchungen in Grossbritannien haben beispielsweise gezeigt, dass auf pfluglos bearbeitetem Land bis zu viermal so viele Feldlärchen-Nester vorhanden sein können wie auf gepflügtem Land.
Unproduktive Ackerflächen – an Feldrändern, in schwer zu bearbeitendem Gelände oder auf ertragsarmen Böden – können bei entsprechender Bewirtschaftung den Wildpflanzen und -tieren einen wertvollen Lebensraum bieten. Diese Massnahmen haben einen signifikanten Nutzen für die Umwelt und wirken sich kaum auf die landwirtschaftliche Produktivität aus.
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Syngenta arbeitet als Partner mit der gemeinnützigen Organisation „Ducks Unlimited“ zusammen, um den Lebensraum für Wasservögel in Nordamerika zu erhalten und wiederherzustellen. Syngenta liefert Produkte und bietet Beratung zur Einrichtung von Pufferzonen aus Gras um die Chesapeake Bay. Diese Flussmündung an der Atlantikküste – der grössten in den USA – ist ein wichtiger Lebensraum für die Überwinterung von Zugvögeln. Pufferzonen verhindern die Verschmutzung der Bucht durch Bodenpartikel und Nitrate. Das Syngenta Herbizid TOUCHDOWN® unterstützt die Ansiedelung einheimischer Pflanzen durch Kontrolle von nichteinheimischen Gräsern.
Die Umwandlung von natürlichen Grasflächen in Ackerland hat zu einer beträchtlichen Abnahme der Anzahl von brütenden Wildenten geführt; insbesondere in Dakota, wo etwa zwei Drittel der nordamerikanischen Wildenten schlüpfen und aufwachsen. Syngenta unterstützt deshalb die Landwirte darin, ihren Anbau auf Wintergetreide umzustellen, um das Pflügen während kritischer Brutperioden im Frühling zu vermeiden. In Kanada nahmen mehr als 85 Farmer an diesen Schulungsprogrammen zum Schutz von Lebensräumen in Feuchtgebieten teil. Dank einer über drei Jahre laufenden Unterstützung durch Syngenta im Umfang von USD 75 000 konnte „Ducks Unlimited“ bereits annähernd 100 Hektar Feuchtgebiete in Kanada wiederherstellen.
Die Hummelpopulationen auf den landwirtschaftlichen Betrieben in Grossbritannien sind in den vergangenen 30 Jahren um mehr als 70% zurückgegangen, hauptsächlich weil aufgrund der veränderten Bewirtschaftungsmuster lebenswichtiger Nektar und Pollen als Nahrungsgrundlage, sowie auch die Nistplätze verloren gegangen sind. Eine der 20 einheimischen britischen Spezies ist sogar ganz verschwunden, drei weitere stehen auf der Schwelle des Aussterbens.
Syngenta hat nun die „Operation Bumblebee“ ins Leben gerufen und finanziert. Diese grosse landesweite Initiative soll die nötigen Lebensräume in Grossbritannien wiederherstellen und das Schicksal der Hummeln, und auch das der Schmetterlinge und anderer Nutzinsekten, die von Pollen und Nektar leben, zum Guten wenden.
Im Rahmen der Operation Bumblebee erhalten Landwirte und Berater Schulungen, Wissen und technische Unterstützung durch Syngenta, um erfolgreich eine speziell entwickelte Saatgutmischung für pollen- und nektarreiche Nahrungspflanzen zu kultivieren und zu bewirtschaften.
Der Aufbau eines Flickenteppichs hummelfreundlicher „Landezonen“ auf ansonsten unproduktiven Feldflächen – oft entlang von Feldhecken, in schwer zu bearbeitenden Randzonen oder auf ertragarmen Böden – nützt der Umwelt immens und beeinträchtigt die Produktivität des landwirtschaftlichen Betriebs kaum oder überhaupt nicht. Tatsächlich werden die umweltfreundlichen Flächen, durch Zahlungen im Rahmen des britischen Agrar-Umwelt-Förderungsprogramms gewonnenen Punkten, nicht nur ökologisch sondern auch finanziell ertragreicher.
Operation Bumblebee baut auf die Erfahrungen und den Erfolg des Buzz-Projekts auf, das eingerichtet wurde, um umweltfreundliche Optionen für Landwirte wissenschaftlich zu bewerten. Dieses Projekt wurde von Syngenta, Unilever und der britischen Regierung (Defra) finanziert. Beide Projekte haben gezeigt, dass das proaktive Management spezieller, der Umwelt gewidmeter Flächen der Artenvielfalt weitaus mehr nützt als eine gross angelegte Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Werden die entsprechenden Massnahmen neben hochproduktiv bewirtschafteten Flächen, bei denen der Gewinn im Vordergrund steht, umgesetzt, führt Operation Bumblebee zu einer wirklich nachhaltigen Lösung.
„Operation Bumblebee hat das Potenzial, die seltensten britischen, auf Ackerland heimischen Hummelarten aus der gefährlichen Lage, in der sie sich heute befinden, zu befreien. Syngenta hat die Kontakte und die Mittel, diese Hoffnung wahr werden zu lassen“, so der Projektberater Marek Nowakowski, Farmed Environment Company.
Die Supermarktkette Sainsbury hat sich der Operation Bumblebee angeschlossen um 300 weitere Farmer zu trainieren. Syngenta wird die Farmer in der Gestaltung und dem Management von Hummelnhabitaten in ihren Ländern unterrichten.
Das Buzz-Projekt lieferte unabhängige Forschungsergebnisse zur Ermittlung des relativen Werts verschiedener Umweltmanagement-Massnahmen an Feldrändern. Das von Syngenta, Unilever, Birds Eye Walls und Defra finanzierte Projekt belegt klar den Wert einer Mischung aus Hülsenfrüchten und Wildblumen für Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Operation Bumblebee unter www.operationbumblebee.co.uk.
Im Jahr 2005 ist Syngenta eine
Partnerschaft mit der Umweltorganisation „Earthwatch
Institute“ eingegangen,
um solche Schutzmassnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben zu fördern
und das Bewusstsein für Biodiversität zu steigern. Das erste gemeinsame
Programm lief 2006 an. Eine Gruppe von Syngenta Mitarbeitenden nahm
an einer umfassenden Feldexpedition in Grossbritannien teil, um vor Ort
zu sehen, wie Landwirtschaft und angewandter Umweltschutz in der Praxis
zusammen funktionieren. Viele weitere Mitarbeitende und engagierte externe
Interessenten werden an ähnlichen Expeditionen in Grossbritannien, ab 2007
in Frankreich und ab 2008 in Spanien teilnehmen können.
Diese Initiative baut auf „Operation Bumblebee“ auf, einem Programm zum Stopp des Rückgangs von Hummeln und anderer nützlicher Insekten auf Ackerflächen. Landwirte in Grossbritannien erhalten dabei Beratung und technische Unterstützung zur Aussaat und Pflege von Blütenpflanzen einer speziellen Saatmischung. Diese Mischung besonders pollen- und nektarreicher Blumen wurde von Syngenta entwickelt. Mehr als 200 Landwirte haben diese Saatmischung auf insgesamt einem Hektar ihres Landes ausgesät – einige sogar auf einer Fläche von bis zu sieben Hektar. Ziel ist eine Zahl von 1 000 teilnehmenden Landwirten. Im Jahr 2007 wird Syngenta die Auswirkungen des Projekts auf die Anzahl Hummeln untersuchen.
Mike Edwards, Koordinator der Forschungsund Schutzorganisation Hymettus, leitet die Earthwatch-Expedition für Syngenta Mitarbeitende. Er sagt: „Ziel war es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Expedition einen Einblick in die Biodiversität zu geben und ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was diese Forschung in der Anwendung bedeutet. Wir haben sie in der Identifizierung verschiedener Hummelarten unterrichtet, damit sie das Verhalten der Hummeln untersuchen können. Die Untersuchungen zeigen, dass verschiedene Hummelarten den Pollen bestimmter Pflanzen bevorzugen und dass – was besonders interessant ist – bestimmte Arten den Pollen von einer Blume, und den Nektar einer ganz anderen Blume sammeln. Dies unterstreicht die Tatsache, dass es keine Patentlösung zur Förderung der Natur gibt: Diversität ist der Schlüssel zum Erfolg.“
Laut den Zwischenergebnissen von SAFFIE („Sustainable Arable Farming For an Improved Environment“, nachhaltige Landwirtschaft für besseren Umweltschutz), dem grössten britischen Einzelprojekt auf dem Gebiet des Umweltmanagements, können Landwirte Anbauflächen und nicht genutzte Flächen effizienter einsetzen, um die Artenvielfalt signifikant zu steigern ohne dabei die Erträge oder die Gewinne des Betriebs zu beeinträchtigen.
Das Projekt hat bereits Landwirte benannt, die den Rückgang der Feldlerchen aufhalten oder sogar umkehren könnten, wenn sie kleine Flecken nackten Bodens innerhalb ihrer wachsenden Kulturen frei lassen würden. In Kulturen mit solchen Feldlerchen-Freiflächen wachsen im Vergleich zu konventionellen Anbauflächen 49% mehr Jungvögel heran, zu einem Preis von nur USD 3.- bis USD 4.50 pro Hektar. Dieses Konzept der Lerchen-Freiflächen wurde erstmals am International Research Centre von Syngenta in Jealott’s Hill (GB) entwickelt.
Zu den weiteren für die Artenvielfalt positiven Aspekten, die die Forscher von SAFFIE wissenschaftlich untersuchen, gehören die Nutzung der Feldränder und die praktischen Auswirkungen neuer bester Praktiken für integrierten Anbau, die das Projektteam aufgestellt und entwickelt hat.
SAFFIE arbeitet mit über 26 landwirtschaftlichen Betrieben und in zehn Forschungseinrichtungen und wird ausser von Syngenta von industriellen Projektpartnern wie der Supermarktketten Sainsbury und Morrison, dem National Trust, der Royal Society for the Protection of Birds und der britischen Regierung unterstützt. Bereits jetzt fliessen die Ergebnisse aus SAFFIE in die Umweltpolitik der Regierung und in landwirtschaftliche Praktiken ein. Das Projekt soll 2006 abgeschlossen werden.

Weitere Informationen zu SAFFIE finden Sie auf der Website des Projekts unter www.saffie.info.
Das Projekt Eco-Quetzal in Guatemala soll im zweitwichtigsten Regenwald Lateinamerikas die Umwelt und die Artenvielfalt schützen und die Nachhaltigkeit fördern. Der Nebelwald ist eines der letzten noch verbliebenen Rückzugsgebiete des hiesigen Nationalvogels – des Quetzal – und der Nationalorchidee – der Monja Blanca.
Um die weitere Abholzung durch umherziehende Bauern auf der Suche nach neuem Land zu verhindern, muss unbedingt ein lebensfähiges, nachhaltiges Landwirtschaftssystem geschaffen werden. Dabei ist es entscheidend, Pflanzenschutzprodukte wirkungsvoller und sicherer einzusetzen, um die Produktionsmengen zu maximieren und die Gefahren für die Umwelt so weit wie möglich zu senken.
Da dem Landwirtschaftsministerium die Mittel für die Schulung der Bauern im Rahmen des Projekts fehlen, hat Syngenta die Schulungspakete für viele der Bauern entwickelt und finanziert. Dies gilt auch für die Ausbilder, die die isolierten Bergdörfer aufsuchen und dort den Einsatz bester Praktiken fördern.
Gemeinsam mit Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) konnte der einheimischen Bevölkerung vermittelt werden, dass sich Umweltschutz und wirtschaftlicher Wohlstand in der Praxis mithilfe nachhaltiger Landwirtschaft erreichen lassen.
Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums von Syngenta im Jahr 2005 gründeten wir eine Partnerschaft mit dem World Agroforestry Center, um in fünf afrikanischen Ländern insgesamt 20’000 Bäume zu pflanzen – einen für jeden unserer weltweiten Mitarbeitenden. Wir stellen dabei Keimplasma zur Verfügung, um Baumschulen zu unterstützen und das Wachstum wichtiger Arten zu fördern. Die Bäume liefern Früchte, Futter, Dünger und Nutzholz und werden für medizinische Zwecke genutzt.



