Bodenerhaltung
Millionen Hektar fruchtbarster Anbaufläche gehen jedes Jahr durch Bodenerosion verloren. Landwirte sind gezwungen, neues, oft weniger geeignetes Land zu suchen. Dadurch gehen weitere natürliche Lebensräume verloren. Nährstoffe und Böden werden in Wasserläufe gespült, schädigen die Ökosysteme von Gewässern und erhöhen das Überschwemmungsrisiko.
Die Bodenbearbeitung mit Pflügen ist einer der wesentlichen Faktoren, die zu starker Bodenerosion und zu Wasserverlust führen können. Durch die Begrenzung des Pflügens auf ein Minimum, durch den Erhalt einer schützenden Pflanzendecke während des ganzen Jahres und durch Wechsel in der Fruchtfolge kann die Bodenerosion vermindert und die biologische Vielfalt geschützt werden. Diese bodenschonende Landwirtschaft kann zudem den Bedarf zusätzlicher Arbeitskräfte für das Jäten der Unkräuter von Hand und den Kraftstoffverbrauch für das maschinelle Pflügen sowie die damit verbundene Emission von Kohlendioxid drastisch reduzieren. Ein weiterer Vorteil ist der damit einhergehende Aufbau organischer Substanz im Boden, die Kohlendioxid längerfristig bindet und so ein wichtiges Treibhausgas reduziert. Bodenschonende Landwirtschaft wird durch eine wirkungsvolle Unkrautkontrolle mithilfe von nichtselektiven Herbiziden ermöglicht. Syngenta erzielte im Jahr 2006 mit nichtselektiven Herbiziden einen Umsatz von USD 725 Mio.
Syngenta ist an einer Vielzahl von Forschungsprojekten zur nachhaltigen Landwirtschaft für verschiedene Anbauarten beteiligt. Diese Projekte werden weltweit in Zusammenarbeit mit Regierungen, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) durchgeführt.
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Die Ergebnisse einer Forschungsinitiative zu den besten Verfahren für eine bodenschonende Landwirtschaft in Europa wurden 2006 veröffentlicht. Diese Initiative unter dem Namen „Soil and Water Protection“ (SOWAP) wurde mit einem Budget von USD 5 Mio. vom Life-Programm der Europäischen Union (EU) sowie einer Allianz aus akademischen Institutionen, NGOs, Landwirten und Industrie, einschliesslich Syngenta, getragen.
Das Projekt zum Schutz von Boden und Wasser (SOil and WAter Protection, SOWAP) soll Landwirten die entscheidenden Antworten geben, die ihnen helfen, mit bodenschonender Landwirtschaft den weiteren Bodenverlust zu stoppen. Es soll ihnen Lösungen vermitteln, mit denen sie den Auswirkungen auf die lokale Umwelt und Ökologie begegnen können. Das auf drei Jahre angelegte, mit EUR 4 Millionen dotierte Projekt wird gemeinsam vom Life-Programm der EU und Syngenta finanziert und von anderen Interessengruppen als Partner unterstützt. Es soll wissenschaftliche Nachweise liefern, die die Aufstellung eines praktikablen gesetzlichen Rahmenwerkes für die Landwirtschafts- und Umweltpolitik der Europäischen Union (EU) unterstützen.
Über 40% der britischen Anbauflächen sind offiziell als für Bodenerosion „gefährdet“ klassifiziert. Jährlich werden schätzungsweise drei Millionen Tonnen Boden in Flüsse und Entwässerungssysteme gespült. Die abgeschwemmte Erde legt sich auf die steinigen Laichplätze der Fische, fördert die Überwucherung, ernährt Algen, die dem Wasser den Sauerstoff entziehen und erhöht die Hochwassergefahr. Das Projekt umfasst hoch entwickelte Überwachungsmassnahmen für Boden- und Wasserbewegungen an Standorten in Grossbritannien, Belgien, Frankreich, Tschechien und Ungarn. Es vergleicht normale Anbaumethoden, die neuen Methoden der bodenschonenden Landwirtschaft mit minimaler Bodenbearbeitung und andere innovative Kultivierungsmethoden.
Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung flexibler und wirtschaftlich tragfähiger Lösungen, die die lokalen Landwirte bereit sind, anzunehmen. Schon jetzt hat das Programm gezeigt, dass sich mit den Methoden der bodenschonenden Landwirtschaft weiterer Bodenverlust vermeiden und ein nachhaltiges Landwirtschaftssystem aufbauen lässt. Die SOWAP und ProTerra Projekte arbeiten eng zusammen um europaweite Lösungen für das Boden- und Wassermanagement mithilfe der bodoenschonenden Landwirtschaft sowohl bei einjährigen als auch bei mehrjährigen Kulturen zu entwickeln..
„SOWAP ist wesentlich für ein besseres Verständnis der Verbindungen zwischen Boden und Wasser. Als Landwirte müssen wir wissen, welche Auswirkungen unsere Kultivierungsmethoden nicht nur auf unseren Boden, sondern auch auf die Gewässer haben, die durch unsere Ländereien fliessen. So sind wir weit besser auf die Wasserrahmenrichtlinie vorbereitet“ – Phil Jarvis, Betriebsleiter, Loddington Farm, Leicestershire, Grossbritannien.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.sowap.org
Im
Rahmen des damit verbundenen Forschungsprojekts „ProTerra“
wurden unter der Leitung von Syngenta in Frankreich, Portugal und Spanien
die Vorteile von Bodendeckern zwischen Rebstock- und Olivenbaumreihen
untersucht. Dies dient der Verbesserung der Bodenstruktur und erhöht
die Fähigkeit zur Wasseraufnahme während der Regensaison. Dadurch wird
die Bodenerosion um bis zu 90 Prozent reduziert. Das Herbizid GRAMOXONE® von
Syngenta kontrolliert die Bodendecker im Sommer zur Vermeidung von Wasserkonkurrenz
für die Kulturpflanzen. Es bekämpft Unkräuter wirkungsvoll ohne den Einsatz
eines Pfluges und lässt dadurch die Wurzeln intakt, was die Struktur
und Stabilität des Bodens verbessert.
Auf den Versuchsfeldern wurde durch Auswertungen der Regenwurmpopulationen, eines Indikators für die Bodengesundheit, ermittelt, ob sich die Bodendecker zwischen den Rebstockreihen positiv auswirken. Nach fünf Jahren wurden bei Proben in Feldern in Frankreich, wo zuvor keine Regenwürmer vorhanden waren, zwischen 33 und 108 Regenwürmer pro Quadratmeter gefunden.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.proterra.eu.com
Rückläufige Erträge durch Bodenerosion bedrohen die Existenzgrundlage von rund 17 000 Familien in der Region Cundinamarca in Kolumbien, die vom Kartoffelanbau leben. Pro Hektar Anbaufläche gehen in Kolumbien jedes Jahr etwa 20 Tonnen fruchtbare Erde verloren, da die Kartoffelbauer zur Erzeugung von 15 Tonnen Kartoffeln rund 2 000 Tonnen Erdboden pro Hektar umpflügen. Das traditionelle Anlegen von tiefen Pflanzbeeten und die permanente intensive Bodenbearbeitung zur Kontrolle von Unkraut führen zu einer geschwächten Bodenstruktur, die für Wind- und Wassererosion anfällig ist.

Syngenta hat 2005 zusammen mit lokalen Behörden begonnen, Landwirte vor Ort in der Anwendung von pfluglosen Techniken, innovativer Direktaussaat und im Einsatz von Bodendeckern zum Erhalt der Bodenstruktur zu schulen. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden insgesamt über 200 Workshops für mehr als 4 000 Landwirte in der Region stattfinden. Im Jahr 2006 wurden bereits mehr als 1 400 Landwirte unterrichtet, die infolgedessen ihren Arbeitsaufwand und damit auch ihre Produktionskosten reduzieren konnten.
Mais ist eine der Grundnahrungskulturen in der Region Guangxi. Da über 80% der Pflanzen auf anfälligen Hanglagen angebaut werden und hier pro Jahr im Durchschnitt über 1'200 mm Regen fallen, ist Bodenerosion ein grosses Problem.
Das Nettoeinkommen der Maisbauern in der chinesischen Guangxi-Region liesse sich im Vergleich zu konventionellen Aussaat- und Kultivierungsmethoden um über USD 100 pro Hektar steigern, wenn beim Anbau auf mechanische Bodenbearbeitung verzichtet und stattdessen für die Bekämpfung der Unkräuter Gramoxone® verwendet würde. Bei Untersuchungen des Guangxi Maize Research Institute und von Syngenta hat sich ausserdem gezeigt, dass die Bodenerosion bei „pflugloser“ bodenschonender Bewirtschaftung um 43% geringer war als bei konventionell angebauten Kulturen.
Die Erträge waren bei konventionellen Anbaumethoden und dem kostengünstigeren pfluglosen System mit Gramoxone® bei diesem Feldversuch weitgehend vergleichbar. Wo Unkräuter nach der pfluglosen Aussaat nicht bekämpft wurden verringerten sich die Erträge jedoch um über 50%,. Die höchsten Gewinne konnten auf den Flächen erzielt werden, auf denen Gramoxone® eingesetzt wurde, da die Kosten für die Unkrautbekämpfung mittels Herbizids geringer waren als bei der Bekämpfung von Hand.
Weitere Informationen zum Projekt des Guangxi Maize Research Institute
erhalten Sie von der Weed Science Society of China:
www.wssc.org.cn
Bei einem Projekt, das die Bauern in der Gemeinde Lantapan im philippinischen
Bergland bei der Bekämpfung der Bodenerosion helfen sollte, hat sich
ein immens vorteilhafter Nebeneffekt ergeben: Die lokalen Gemüsebauern
haben sich zu einer neuen Verkaufsgemeinschaft zusammengeschlossen. Diese
„Centro PagLambu“ genannte Gruppe versucht nun, ihre mit nachhaltigen
konservierenden Anbaumethoden produzierten Erzeugnisse als Premiummarke
an Restaurants und Supermärkte zu verkaufen.
Lantanpan ist am Fuss des zweithöchsten Berges der Philippinen, Mt. Kitanglad, gelegen. Von hier kommt mit das beste und hochwertigste Gemüse der Region. Allerdings ist die Bodenerosion auf den intensiv kultivierten Hängen ein grosses Problem, das durch die Ausweitung der Bananenplantagen im Hochland noch verschärft wird.
Die Lantapan Landcare Association und Syngenta versuchen nun, die Verluste in einer gemeinsamen Anstrengung zu stoppen und ein umfassendes ICM-Schulungsprogramm (ICM = Integrated Crop Management, integrierter Anbau) zu entwickeln, das die Bauern beim Erlernen der Konzepte der konservierenden Landwirtschaft und bei deren Umsetzung innerhalb der traditionellen Landwirtschaftssysteme unterstützt. Das Programm basiert auf der Erkenntnis, dass es bei wirklich nachhaltigen Landwirtschaftssystemen um weit mehr geht als nur um den Anbau der Kulturen. Folglich deckt es auch andere Aspekte ab wie das protokollieren der Arbeiten, Buchhaltung und Geschäftsplanung. Diese Kenntnisse werden über einen 22-Wochen-Zeitraum hinweg an jeweils einem Tag pro Woche vermittelt.
Die Idee für das Centro PagLambu – übersetzt „Zentrum für den Fortschritt“ – wurde von den 40 ersten Bauern entwickelt, die den ICM-Kurs absolviert hatten. Die Marketinglinie der Gruppe lautet „Schutz des Landes für nachhaltige Ernten“. Die Gruppe hat bereits eine eigene Schulungseinrichtung ins Leben gerufen, um ihr erworbenes Wissen an andere Bauern weiterzugeben.





