Wasserschutz

Die Landwirtschaft verbraucht grosse Mengen an Wasser. Im Durchschnitt werden rund 70 Prozent1 des weltweit entnommenen Grund- und Oberflächenwassers in der Landwirtschaft eingesetzt. In weniger entwickelten Ländern liegt dieser Prozentsatz sogar höher. Etwa 20 Prozent der Anbauflächen, die 40 Prozent der weltweit angebauten Nahrungsmittel hervorbringen, müssen künstlich bewässert werden.
Eine effektive Infiltration, die Aufnahme des Wassers im Boden, ist erforderlich, um den Kreislauf von übermässiger Bewässerung und zu schnellem Abfluss des Wassers zu durchbrechen, der zu Bodenerosion und Gewässerverschmutzung führen kann.
Der Schutz der Wasserressourcen ist in landwirtschaftlichen Systemen eng mit dem Schutz des Bodens verbunden. Während das Pflügen Nutzpflanzen entwurzeln kann, tragen der Einsatz von Bodendeckern und eine verbesserte Bodenstruktur durch bodenschonende Landwirtschaft zu einer besseren Wasseraufnahme und einem reduzierten Wasserabfluss bei. Das SOWAP Forschungsprojekt in Frankreich zeigt auch, dass eine bodenschonende Landwirtschaft den Abfluss von Pflanzenschutzmitteln signifikant reduzieren kann – oft sogar wirkungsvoller als Grasstreifen entlang von Wasserläufen.
Durch die richtige Dosierung kann die Freisetzung von überschüssigen Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt vermieden werden. Zudem werden durch die Anwendung geringerer Mengen und durch das Vermeiden von wiederholten Anwendungen Kosten reduziert. Bei der Arbeit mit Landwirten weist Syngenta besonders darauf hin, wie wichtig die Kalibrierung von Sprühgeräten ist, um die korrekte Wirkstoffmenge auszubringen. Die Hawk™ Düse von Syngenta erzeugt beispielsweise sehr feine Tropfen, die gut an den dünnen Keimlingen von Ackerfuchsschwänzen haften bleiben. Ausserdem ist der Druck des Sprühgerätes regulierbar, was wesentlich zur Reduzierung der Abdrift beiträgt.
Bäume, Sträucher und Gräser, die entlang von Wasserläufen gepflanzt sind, wirken als Pufferzonen, die bis zu 90 Prozent des Abflusses von Bodensedimenten und Pflanzenschutzmitteln verhindern.
Im Südwesten Frankreichs bietet Syngenta in Zusammenarbeit mit lokalen Händlern ein System an, das die Landwirte in ihren Anstrengungen zum Erhalt der Wasserqualität auf ihren Anbaugebieten unterstützt.
Das sogenannte QualiH2O-Projekt bewertet und kartiert Bereiche, in denen die Bewirtschaftung des Ackers zum Schutz des Wassers verbessert werden kann.
2006 wurden zwei Gebiete von 20 000 Hektar und 50 000 Hektar mit 400 Landwirtschaftsbetrieben kartiert.
Die französischen Landwirte, die sich an der Syngenta-Initiative zur Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft in Frankreich, dem Réseau-Agéris-Netzwerk beteiligen, stehen nun im Rampenlicht eines intensiven Umweltaudits, in dem Gefahren für die Sauberkeit des Wassers aufdeckt werden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Auditoren führt zu persönlichen Aktionsplänen zur Lösung der Probleme und ist modellhaft auch für andere landwirtschaftliche Betriebe. Bereits sind ein Dutzend Landwirtschaftsbetriebe aktiv in das Projekt eingebunden.
Syngenta Réseau-Agéris hat seine Kräfte mit Arvalis Institut du Végétal gebündelt, eine von der Landwirtschaft getragenen Forschungsorganisation, um effektiv die Verunreinigungsgefahren aufgrund der allgemeinen landwirtschaftlichen Praxis es für das Wasser zu verringern. Die Initiative führt zu diesem Zweck tiefgehende Audits durch, die die Auswirkungen derzeitiger Praxis auf die Wasserqualität durch punktuelle Verschmutzungsquellen – Aquasite® –, betriebsweite diffuse Verluste – Aquaplaine® – oder, in grösserem Rahmen, über das gesamte Wassereinzugsgebiet – Aquavallée® – analysieren.
Die Auditoren, die mit den Agéris-Landwirten arbeiten, entwickeln daraufhin eine Reihe von Massnahmen, die den so ermittelten Verschmutzungsgefahren entgegentreten und dabei für die lokalen Landwirte praktikabel sind. So hat das Audit zum Beispiel ergeben, dass bestimmte Betriebe neue Einrichtungen für die Lagerung und das Befüllen der Sprühanlagen benötigen. Punktförmige Verschmutzungsquellen lassen sich oftmals durch relativ einfache Massnahmen und preiswerte Verbesserungen beseitigen.
Das Ziel sind verbesserte Bewirtschaftungsmethoden, die für die Landwirte wirtschaftlich tragbar und praktikabel umzusetzen sind und die die Verschmutzungsgefahr für das Wasser tatsächlich senken und damit zu einem nachhaltigen Umweltschutz führen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Arvalis unter: http://www.arvalisinstitutduvegetal.fr.

Französische Forschungen haben gezeigt, dass Audits zur Erkennung potenzieller Umweltgefahren in der Landwirtschaft nur dann wirkungsvoll sind, wenn auch praktikable Lösungen angeboten werden.
Mehr als 3'000 Landwirte haben sich an einer Initiative für bodenschonende
Landwirtschaft beteiligt, die Syngenta zum Schutz des ökologisch sensiblen
Nationalparks Doñana in Südspanien ins Leben gerufen hat. Dieser Standort
hat den Status eines UNESCO-Welterbes und ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete
für Zugvögel, die durch Europa und Afrika ziehen.
Das vom LIFE-Programm der EU mitfinanzierte Projekt „Doñana Sostenible“ sollte die ernsthafte Bodenverschmutzung in den Feuchtgebieten durch Olivenhaine und bewirtschaftetes Ackerland bekämpfen. Dazu wurde eine Kombination aus Bodendeckern, die die Bodenstruktur schützen sollten, und, als wichtigste Komponente um die Produktivität der Kulturen sicherstellten, bei Bedarf Herbizidbehandlungen mit Gramoxone®. Das Projekt hat den ansässigen Landwirten praktische Lösungen vermittelt, deren Produktivität und ihre Tauglichkeit zum Schutz der Umwelt durch eingehende wissenschaftliche Auswertungen bewiesen und quantifiziert wurden.
Bereits nach nur drei Jahren Arbeit mit den Landwirten war eine signifikante Verringerung der Bodenerosion und eine qualitative Verbesserung der Gewässer zu beobachten, die in die Doñana-Feuchtgebiete fliessen. Ausserdem stellen die meisten Landwirte der Region nun eigene, an die bodenschonenden Methoden angepasste Bodenmanagementpläne auf. Der LIFE-Bewertungsausschuss hat das Projekt sehr positiv bewertet und den gleichen Projektpartnern eine neue LIFE-Initiative, „Sustainable Wetlands“ (nachhaltige Feuchtgebiete), zugewiesen, die mit über EUR 1’000'000 dotiert ist, wovon LIFE die Hälfte übernimmt.
Weitere Informationen zum Projekt nachhaltige Landwirtschaft im Doñana-Feuchtgebiet finden Sie auf der Website der LIFE-Projekte: www.europa.eu.int/comm/environment/life/home.htm.
| Neue Techniken zur Bekämpfung der Bodenerosion in Olivenhainen können den Verlust wertvoller Feuchtgebiete und der dort lebenden Wildvögel verhindern. | ![]() |

Durch Abholzung, Vegetationsverlust entlang von Flüssen und durch unzureichende
Bodenbewirtschaftung wird Wasser in Brasilien zu einer immer knapperen
Ressource. Natürliche Quellen verschwinden zunehmend. Eine Untersuchung
im Jahr 2004 ergab, dass in einigen Gebieten bis zu 90 Prozent der Feldwasserquellen
verschmutzt waren.
Syngenta hat 2004 gemeinsam mit brasilianischen Landwirten begonnen, die Wasserbewirtschaftung zu verbessern. Im Mittelpunkt des Programms standen der Schutz von Quellen durch Wiederherstellung der umgebenden Vegetation sowie die Einführung von nachhaltigen Anbautechniken zur Verringerung von Bodenerosion und Oberflächenabfluss durch die Verbesserung der Wasseraufnahme. Im Rahmen des Projektes „Água Viva“ („Lebendes Wasser“) wurden bereits rund 1 480 Quellen saniert, die ländliche Gebiete nun wieder mit sauberem Wasser versorgen können. Syngenta beabsichtigt, im Jahr 2007 in drei weiteren brasilianischen Staaten ähnliche Programme einzuführen.
Auch soziale Initiativen sind Teil des Programms. Sie sollen die Wohnsituation in den Dörfern, und damit die Entsorgung von Hausmüll und die Nutztierhaltung, verbessern, womit das Risiko der Wasserverschmutzung gesenkt wird.
Der Präsident von Coopaval, Dilvo Grolli, ist überzeugt, dass sich das Projekt erheblich auf die Verbesserung der Trinkwassersituation und der Lebensqualität in den ländlichen Dörfern ausgewirkt hat. „Ich finde es ausserordentlich positiv, wenn sich Privatunternehmen für einen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und sozialen Fragen einsetzen. Syngenta ist ein hervorragendes Beispiel für diese Haltung“, stellte er fest.
Das Projektteam hat ausserdem herausgefunden, dass versiegte Quellen in manchen Fällen wiederhergestellt werden können. Die ländlichen Gemeinden können so erneut mit sauberem Wasser versorgt werden. Da die Dorfbewohner an der Wiederherstellung ihrer Quellen mitarbeiten, lernen Sie, sie in Zukunft zu pflegen und zu schützen.
Das Projekt „Aquaviva“ (lebendes Wasser) hat bereits einen Preis eines Landwirtschaftsverbands für innovative Projekte zur Förderung der nachhaltigen Landwirtschaft gewonnen.

Die Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und finanzielle und erzieherische Unterstützung kann Quellen schützen und zur Wiederherstellung einer permanenten Versorgung mit sauberem Wasser führen.
Bananenexporte in die lukrativen europäischen Märkte sind für kolumbianische Bauern im Bezirk Magdalena eine lebenswichtige Einnahmequelle. Allerdings können die schwarze und gelbe Sigatoka-Krankheit die Früchte für den Exportmarkt wertlos machen.
Die schiere Grösse der hiesigen Plantagen macht das Bestäuben mit Fungiziden wie zum Beispiel Bravo® aus der Luft zur einzig möglichen Methode, die Ernte zur richtigen Zeit zu schützen. Allerdings war diese Anwendungsmethode bisher auch eine Gefahr für die Wasserläufe und Entwässerungskanäle, die die Plantagen durchziehen.
Syngenta hat nun eine einfache und doch hochwirksame Strategie entwickelt, mit der die Landwirte diese Gefahren abmildern können. Im Projekt Ecoaguas wurden zuerst eine Reihe farbcodierter Karten für die Plantagenbesitzer und die Piloten der Sprühflugzeuge erarbeitet. Wenig gefährdete Bereiche sind dort grün, Bereiche, in denen Wasserläufe durch Pufferzonen geschützt werden müssen, gelb, und Bereiche, in denen nicht aus der Luft gesprüht werden darf, rot eingezeichnet.
Zweitens hat sich erwiesen, dass die Ansiedlung neuer Vegetationsmuster entlang der Wasserläufe über 97% der aus der Luft gesprühten Mittel abfängt, bevor sie das Wasser erreichen können.
Durch das Bepflanzen der Flussufer mit einheimischer Vegetation hat sich zudem die Artenvielfalt in den Plantagen verbessert und das Unkrautwachstum in den Wasserläufen hat sich erheblich verlangsamt.

Das Auszeichnen von Bereichen, in denen die Gefahr der Wasserverschmutzung besteht, hilft den Bananenbauern bei den zum Schutz von Ertrag und Qualität nötigen Anwendungen auch die Gewässer zu schützen.


Das Ansiedeln von Bäumen, Sträuchern und Gras als Pufferzonen entlang von Flüssen und Bächen hat sich als eine wirksame Methode erwiesen, mit der sich bis zu 90% der Ausschwemmungen von Sedimenten und Chemikalien auffangen lassen, bevor sie die Wassersysteme erreichen – zusätzlich zu den positiven Auswirkungen auf Flora und Fauna. Trees Forever war in den US-Bundesstaaten Illinois und Iowa im mittleren Westen wegbereitend für diese Techniken und Ideen. Die Organisation hat ihre „Iowa Buffer Initiative“ nun zu einem umfassenden Ansatz zum Management ganzer Wasser-Einzugsgebiete erweitert.
Standorte, die anfällig für Erosion und Wasserverschmutzung sind und für das Projekt „Working Watersheds“ ausgewählt wurden, können aus Mitteln von Syngenta, der Iowa FarmBureau Federation und anderer Sponsoren Zuschüsse bis zu USD 2'000 für entsprechende Pflanzprojekte erhalten. Die Feldkoordinatoren von Trees Forever arbeiten direkt mit den Farmern zusammen. Für ihre erfolgreiche Arbeit steht ihnen eine flexible Palette verschiedener Naturschutzpraktiken zur Verfügung – 90% der im Rahmen der Projekte gepflanzten Bäume überleben.
Pufferzonen aus Bäumen, Sträuchern und Gras entlang von Flüssen und Bächen haben viele Vorteile:
- weniger Ausschwemmungen aus den Feldern
- Schutz vor Bodenerosion
- Filterung und Reinigung des Wassers
- neue Lebensräume für Wildtiere
- neue Einkommensquellen für die Betriebe
- besseres Landschaftsbild
- gesteigertes Bewusstsein für Probleme mit der Wasserqualität
„Working Watersheds“ beweist, wie wirksam Pufferzonen und andere Schutzmassnahmen, wie die Stabilisierung von Flussufern und speziell angelegter Feuchtgebiete sind. Zu den Zielen des Programms gehören die Verbesserung der Wasserqualität und eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit. Einige Standorte konzentrieren sich auf die Produktion holzbasierter Nutzpflanzen für Spezialmärkte.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.treesforever.org.
Syngenta beteiligt sich an einem von zahlreichen Anspruchsgruppen unterstützten Projekt zur Förderung optimaler landwirtschaftlicher Anbaumethoden zur Vermeidung der Wasserverschmutzung. Das TOPPS-Projekt (TOPPS – Train the Operators to Prevent Pollution from Point Sources – Ausbildung von Anwendern zur Vermeidung von Verunreinigungen aus Einzelquellen) ist eine gemeinsame Initiative der Pflanzenschutzindustrie und der Europäischen Kommission zur Verhinderung von Wasserverunreinigungen durch Pflanzenschutzprodukte.
Im Rahmen von TOPPS sollen einheitliche Methoden zur Handhabung von Pflanzenschutzpräparaten (BMP – Best Management Practices) sowie grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse im sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln entwickelt werden. Die Informationen werden auf einer Datenbank im Internet zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen: www.topps-life.org.
Das Syngenta Saatgutunternehmen Pollen Limited hat sich zum Ziel gesetzt, die Umweltqualität an seinem Standort in Nairobi, Kenia, zu verbessern. Dazu wurde in Übereinstimmung mit den von der Regierung erlassenen Vorschriften eine Initiative zur Verbesserung von Umweltschutz, Abfallwirtschaft und Gesundheitserziehung gestartet. Das Projekt soll auch den Mitarbeitenden und der lokalen Gemeinde zugute kommen und dem Unternehmen zu weiteren Aufträgen verhelfen.
Seit 2003 hat Pollen Limited 1000 Bäume gepflanzt und damit Rückzugsräume für Wildtiere sowie windgeschützte Bereiche geschaffen. In Zusammenarbeit mit einem nahe gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb wurden ein Feuchtbiotop angelegt und Wasseraufbereitungssysteme für die Mitarbeitenden von Syngenta und die Gemeinde installiert. Ausserdem haben unsere Mitarbeitenden das örtliche Abfallentsorgungssystem vollständig überarbeitet.
Das Ergebnis dieser Bemühungen zeigt sich bereits an den Populationen von Zugvögeln und anderen Wildtieren in der Umgebung des Unternehmens. Flusspferde nutzen den nahe gelegenen See des Feuchtgebiets, welcher der Farm als Wasserspeicher dient, seit kurzem nicht nur zum Baden, sondern auch um ihre Jungen dorthin zu führen.


