Innovationen beim Saatgut
Während biologischen und chemischen Pflanzenschutzprodukten eine grosse Bedeutung in der Landwirtschaft zukommt, ist die Entwicklung von widerstandsfähigeren Pflanzensorten durch konventionelle Kreuzung und die Anwendung der Biotechnologie ein weiterer entscheidender Faktor für die Verbesserung der Produktivität von Nutzpflanzen. Durch biotechnologische Techniken lassen sich einzelne Gene, die für eine bestimmte Eigenschaft verantwortlich sind, präzise identifizieren.
Die Anwendung der Biotechnologie kann sowohl zu höheren und besseren Erträgen führen als auch den Gehalt an essenziellen Nährstoffkomponenten wie zum Beispiel Stärke, Öl oder Proteine steigern. Dadurch wird der Wert der Nutzpflanzen zur Erzeugung von Nahrung, Tierfutter und Biotreibstoffen zusätzlich erhöht. Ein weiterer Anwendungsbereich der Biotechnologie liegt in der Verbesserung der Resistenz gegenüber Krankheiten oder der Erleichterung der Verarbeitung. Insbesondere können sogenannte agronomische Eigenschaften von Pflanzen, wie beispielsweise die Grösse, die Fähigkeit zur Stickstoffbindung oder die Toleranz gegenüber sich ändernden Umweltund Klimabedingungen, optimiert werden.
Syngenta entwickelt zum Beispiel eine Maissorte mit Toleranz gegenüber Trockenheit, die selbst bei Wassermangel hohe Erträge verspricht. Wissenschaftler von Syngenta arbeiten daran, die durch Trockenheit oder Dürreperioden unterbrochene Bestäubung während der Maisblüte zu verlängern, einer der wichtigsten Faktoren für einen gesteigerten Ernteertrag.
Durch steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien aus Nutzpflanzen (wie Ölsaaten, Mais oder Zuckerrüben) kann die Biotechnologie ihr Potenzial entfalten und zur Optimierung des Öl-, Stärke- oder Zuckergehalts von Pflanzen für die Energiegewinnung beitragen.
Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen sind bereits in vielen Regionen weit verbreitet. Sie werden in den Ländern, die ihren Anbau genehmigen, gründlich getestet. Obwohl Landwirte von ihrem Nutzen überzeugt sind, sind gentechnisch veränderte Nutzpflanzen in Teilen der Öffentlichkeit noch immer umstritten. Zu kontrovers diskutierten Themen, wie die aktive Kontrolle der Expression bestimmter Gene oder der Schutz des geistigen Eigentums, veröffentlicht Syngenta Standpunkte und Grundsätze.
Syngenta vertritt bereits seit Langem den Grundsatz, die Biotechnologie nicht zur Verhinderung der Keimung von Saatgut einzusetzen. Gleichwohl ist Syngenta davon überzeugt, dass die Kontrolle der Genexpression in Pflanzen den Landwirten wie auch den Verbrauchern konkrete Vorteile bieten kann.
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Bt-Mais wurde gentechnisch verändert, um die Schädlingsresistenz zu verbessern und eine höhere Produktivität und Qualitätssicherheit zu gewährleisten. Gegen Ende 2004 entdeckte Syngenta, dass sehr geringe Mengen der gentechnisch veränderten Maissorte Bt10 versehentlich als Bt11-Mais ausgewiesen wurden. Bei Bt11 handelt es sich um gentechnisch veränderten Mais, der in den USA und anderen Ländern für den verbreiteten Anbau dieser Sorte zugelassen ist. Bt10-Mais, der in den USA in geringen Mengen im Syngenta Saatgut verwendet wurde, ist nicht für die Ausfuhr in andere Länder zugelassen.
Zwischen 2001 und 2004 könnte dieses falsch bezeichnete Saatgut auf etwa 0,01 Prozent der US-amerikanischen Maisanbaufläche angepflanzt worden sein. Amerikanische Landwirte exportieren etwa 18 Prozent ihrer Produktion. Kleine Mengen von Bt10-Mais sind so in die Exportkanäle gelangt. Syngenta hat diese Verwechslung umgehend den US-Behörden gemeldet und sofort Massnahmen zur Bestimmung des Sicherheitsprofils von Bt10 ergriffen. Da Bt10 dieselben Proteine enthält wie der zugelassene Bt11, kamen die Zulassungsbehörden in den USA zum Schluss, dass Bt10-Mais keinerlei Gefahr für Gesundheit und Umwelt darstellt.
Auch die Europäische Kommission und andere Behörden wurden informiert. Syngenta erarbeitete zusammen mit der Kommission ein Zertifizierungsprotokoll, um sicherzustellen, dass die Einfuhren von Maiskleberfutter in die EU als Bt10-frei zertifiziert wurden. Ausserdem arbeitete Syngenta eng mit den japanischen Importeuren zusammen, um die dort geltenden Vorschriften für Getreideeinfuhren einzuhalten.
In Zusammenarbeit mit den Zulassungsbehörden sorgte Syngenta dafür, dass Bt10-Mais mit modernsten wissenschaftlichen Methoden identifiziert, aus dem Verkehr gezogen und vernichtet werden konnte. Das Unternehmen hat überdies gründlich untersucht, wie es zu diesem Irrtum und der Verbreitung von Bt10 kommen konnte. Syngenta hat weiter verbesserte Qualitätssicherungs- und Kontrollverfahren entwickelt, um die Wiederholung eines solchen Vorfalls auszuschliessen.
Im März 2006 wurde eine Forschungsstation von Syngenta bei Cascavel, im brasilianischen Teilstaat Paraná, für mehrere Monate von Demonstranten besetzt, die gegen den durch die zuständigen Behörden genehmigten Anbau gentechnisch veränderter Sojabohnen protestierten. Im November 2006 wurde die Forschungsstation durch den Gouverneur von Paraná enteignet. Es gibt weder für die Besetzung noch für die Enteignung einen gesetzlichen oder wirtschaftlichen Grund. Der brasilianische Bundesstaatsanwalt bestätigte offiziell, dass Syngenta alle Vorschriften erfüllt hat und alle erforderlichen Zulassungen und Genehmigungen für Forschungsarbeiten an diesem Standort besitzt.
Die landwirtschaftliche Forschung bringt laufend Fortschritte im Sinne eines höherwertigen Nahrungsangebots durch bessere Pflanzenzuchttechniken und andere wissenschaftliche Entwicklungen hervor. Ende der siebziger Jahre des abgelaufenen Jahrhunderts konnten die Wissenschaftler bereits spezielle Gene in den Pflanzen identifizieren und diese auch verändern, so dass ganz bestimmte Merkmale der Pflanze verstärkt zutage traten. Wir wissen heute, dass die Pflanzenbiotechnologie für die Menschheit eine enorme Bedeutung hat.
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