Sichere Anwendung
Die sichere Handhabung der Produkte zu fördern, nachdem sie ein Werk verlassen haben, ist eine grosse Herausforderung. Syngenta stellt einerseits durch leicht verständliche Anwendungsempfehlungen sicher, dass ihre Produkte, die weltweit von Millionen von kleinen unabhängigen Bauern bis zu grossen Anbaubetrieben eingesetzt werden, sicher gehandhabt, gelagert und angewendet werden. Diese Massnahmen werden auch auf Bereiche ausgedehnt, die ausserhalb der direkten Kontrolle des Unternehmens liegen, wie beispielsweise auf den Transport, die Anwendung und die Entsorgung. Die sichere Handhabung von Syngenta-Produkten ist nicht nur für den Schutz der Anwender, sondern auch für die Sicherheit und die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wesentlich. Syngenta arbeitet dazu eng mit Regierungen, Aufsichtsbehörden, Nahrungsmittelunternehmen, NGOs und Landwirten zusammen.
Einzelne NGOs sind besorgt über die Sicherheit in der Anwendung von Paraquat, dem Wirkstoff des seit vielen Jahren eingeführten Herbizids GRAMOXONE®. Paraquat ist weltweit in über 120 Ländern zugelassen, in denen mehr als 95 Prozent der globalen landwirtschaftlichen Produktion entstehen. Seit über 40 Jahren setzen Landwirte auf der ganzen Welt dieses Herbizid sicher und effizient ein.
Syngenta führt seit vielen Jahren intensive Stewardship-Programme durch, um Landwirte und ihre Familien im sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln zu schulen – in entwickelten wie auch in aufstrebenden Ländern. Diese Stewardship-Programme werden ständig auf weitere Länder ausgedehnt.
Einzelheiten zu den Massnahmen von Syngenta zum Schutz vor möglichem Missbrauch von Paraquat finden sich im „Paraquat Information Center“.
Syngenta unterstützt auch andere umfassende landwirtschaftliche Schulungsprogramme, um die sichere und effiziente Anwendung ihrer Produkte zu fördern. In Zusammenarbeit mit KATALYST, einer öffentlich-privaten Partnerschaft zur Förderung kleiner und mittelgrosser Betriebe in Bangladesch, werden Landwirten verschiedene Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität aufgezeigt.
Die Stewardship-Programme von Syngenta erstrecken sich insbesondere auf vier Kernbereiche von der Produktion bis zu den Landwirten:
- Verpackung und Kennzeichnung
- Transport und Lagerung
- Sichere und effiziente Anwendung
- Sichere Entsorgung von Behältern und von nicht mehr benötigten Produktbeständen
Während der vergangenen drei Jahre hat Syngenta unabhängige Untersuchungen über die sichere Anwendung ihrer Produkte durchführen lassen. Dabei wurden mehr als 9 000 Landwirte befragt. Der Industrieverband „Crop Life Asia“ hat diesen Fragebogen als eine standardisierte Bewertungsmethode übernommen. Im Oktober 2006 hat Syngenta die ersten Ergebnisse dieser Untersuchung in Tansania auf einer Konferenz zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Schwellenländern, die vom afrikanischen Netzwerk für die chemische Analyse von Pestiziden (ANCAP) organisiert wurde, vorgestellt. Es ist geplant, dass die vollständigen Ergebnisse im Jahr 2007 in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht werden.
Mehr als 40 Länder beteiligen sich inzwischen an einer Initiative von Syngenta, um gesundheitsschädigende Zwischenfälle bei der Anwendung von Pflanzenschutzprodukten zu reduzieren. Ziel dieser Initiative ist es, in Zusammenarbeit mit Gesundheitsorganisationen die lokalen Behandlungsverfahren zu verbessern und konsistente Daten für Vergleiche zu erhalten.

„Ein Hauptgrund für die niedrige Produktivität im Gemüseanbau in Bangladesch – besonders im Nordwesten – sind die geringen Kenntnisse der Landwirte im wirkungsvollen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Obwohl die Landwirte grundsätzlich Zugang zu einer Reihe von unterschiedlichen Informationsquellen haben, wie beispielsweise zu Regierungsstellen, NGOs oder Fachleuten unter den Landwirten selbst, wenden sie sich für die neuesten Erkenntnisse vor allem an Saatgut-, Düngemittel- und Pflanzenschutzmittelhändler.
Vor diesem Hintergrund hat KATALYST zusammen mit Syngenta daran gearbeitet, das Schulungsprogramm für Vertriebsorganisationen auszubauen, um so rund 480 Händler im Nordwesten von Bangladesch zu erreichen. Die geschulten Händler sind jetzt in der Lage, etwa 250 000 Landwirte mit besserem Fachwissen zu unterstützen. Dieser verbesserte Informationsfluss zu den Landwirten hat zu massgeblichen Produktivitätssteigerungen geführt. Syngenta baut dieses Programm nun aus, um landesweit etwa 12 000 Händler zu erreichen, die ihrerseits mit rund fünf Millionen Landwirten in Kontakt stehen. Dies ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie sich eine öffentlich-private Partnerschaft erfolgreich im Kampf gegen die Armut einsetzt.“
Prashant Rana, General Manager, KATALYST
2006 haben wir in der wichtigsten Gemüseexportregion der chinesischen Provinz Shandong 36 Schulungskurse für insgesamt 1’800 Interessenten durchgeführt. Landwirte, Einzelhändler und Beratungskräfte wurden über das Lesen der Etiketten, die sichere Lagerung, die Erkennung gefälschter Produkte, die integrierte Schädlingsbekämpfung und die vorschriftsgemässe Entsorgung und Verpackung der Produkte aufgeklärt. Ausserdem werden Ärzte in ländlichen Gebieten in der schnellen und wirksamen Behandlung von pestizidbedingten Gesundheitsschäden geschult.
Griechische Landwirte nutzen Gramoxone® als wichtiges Mittel für die Unkrautbekämpfung bei Oliven, Kartoffen, Wein, Gemüse und Baumobst. Dieses Produkt spielt im Rahmen der bodenschonenden Landwirtschaft zum Schutz von Boden- und Wasserressourcen eine Schlüsselrolle (LINK).
Um ,den sicheren und effizient Umgang der Anwender mit dem Produkt sicherzustellen, hat Syngenta ein umfassendes Stewardship-Programm ins Leben gerufen, das den gesamten Prozess von der Fabrik bis zur Anwendung in der Landwirtschaft abdeckt. Dieses Programm umfasst alle Aspekte von sicherer Handhabung, Transport, Lagerung und Einsatz im Feld.
Im Jahr 2004 nahmen über 1'000 Landwirte und Agronomen persönliche Schulungskomponenten in Anspruch. Viele weitere nutzten die Schulungsliteratur des Programms. Wo dies während der Schulungssitzungen nötig war, erhielten die Landwirte Schutz-Overalls, Gesichtsmasken und Handschuhe für die spätere eigene Verwendung.
Das griechische Stewardship-Programm umfasste auch Verbesserungen des Produktbeschreibung. Es wurden die Anweisungen für den sicheren Einsatz und die besten Praktiken für Lagerung und Handhabung hervorgehoben, und klar und leicht verständliche Piktogramme als Hilfe für die Anwender eingeführt. Der sichere Einsatz des Produkts wird auf allen Treffen mit den Landwirten erneut angesprochen. In den Verkaufsstellen, in denen die Landwirte die Produkte kaufen, liegt ausserdem die jeweils neueste Fachliteratur aus.
Die Schulungen wurden zu Beginn des Programms auf die Insel Evia konzentriert, was eine eingehende Beurteilung der positiven Auswirkungen der Massnahmen ermöglicht. Auf Basis dieser Ergebnisse wird Syngenta ein sinnvolles und nützliches Stewardship-Programm für ganz Griechenland und das übrige Europa entwickeln.
In den vergangenen 17 Jahren wurden im Rahmen des LUPPA-Projekts über 400'000 Maisbauern aus ganz Südmexiko in der sicheren Anwendung von Gramoxone® und Gramocil™ geschult. Dank dieser Schulungen können Unfälle vermieden und optimale Ergebnisse mit den Produkten erzielt werden.
Nun wurde das LUPPA-Projekt um ein neues Paket erweitert, das sich speziell an Kinder im Grundschulalter richtet. Sie sollen lernen, wie wichtig es ist, die Umwelt zu schützen und Pflanzenschutzprodukte sicher einzusetzen – im Interesse ihrer Familien und ihrer Zukunft.
Um die Kinder zur Mitarbeit zu bewegen und die wichtigen Botschaften auf spannende und informative Weise zu vermitteln, hat das Projekt die Zeichentrickfiguren „Guardianes del Campo“ (etwa „Naturpatrouille“) mit ihrem Haustier Cuatín entwickelt. Die Charaktere zeigen mithilfe von Unterrichtsmitteln wie Prospekten, Flipcharts und Malbüchern gute Praktiken und den sicheren, gesundheitsschonenden Einsatz.
Das Programm ermutigt die Kinder, über das zu sprechen, was sie von Cuatín und seinen Freunden gelernt haben, damit sie seinen Ratschlägen auch wirklich folgen. Das Projekt geniesst die Unterstützung der Gesundheits- und Schulbehörden der Region Chiapas und ist zunächst für 1'500 Schüler in dieser Region ausgelegt.
In Nicaragua hat Syngenta in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und Nicaragua Avanza eine Schulungsinitiative gestartet, dank der die Zahl der akuten Gesundheitsschäden durch Pflanzenschutzprodukte in den vergangenen drei Jahren drastisch zurückgegangen ist. Die Fälle in den Regionen Matagalpa und Jinotega, in denen das Projekt gemeinsam mit örtlichen Krankenhäusern und Ärzten durchgeführt wird, sind von 400 im Jahr 2001 auf etwa 100 im Jahr 2004 zurückgegangen.
Die grössten Rückgänge waren bei den Arbeitsunfällen zu verzeichnen – von über 100 im Jahr 2001 auf weniger als 40. Auch die Zahl der sonstigen Unfälle ist um 90% gefallen – von etwa 90 jährlich auf unter zehn. Die Schulungskurse sind speziell auf diese beiden Bereiche eingegangen.
Zu den guten Praktiken, die durch die Schulungen gefördert werden, gehören der bessere Umgang mit den Produkten und die Körperpflege nach der Anwendung, die den Kontakt auf der Haut vermindert, ebenso wie der richtige Umgang mit der Ausrüstung und der Schutzkleidung.
Mehr als die Hälfte der akuten Vergiftungen waren selbst zugefügt. Aber auch die Zahl dieser Fälle wurde durch das Programm erheblich gesenkt, beispielsweise durch besseres Verständnis für die Notwendigkeit einer sicheren Lagerung. Im Jahr 2002 waren über 80% der Agrochemikalien in Reichweite von Kindern gelagert. Nach dem Schulungsprogramm werden mehr als 95% in verschlossenen Behältern aufbewahrt.
Das Projekt in Nicaragua hat mit seinen über 1'400 Workshops mehr als 20'000 Arbeiter in ganz Matagalpa und Jinotega erreicht.
In Zusammenarbeit mit den Erziehungsbehörden lancierte Syngenta in Brasilien ein Feldschulprojekt, um Schulkindern aus ländlichen Gemeinden die Grundlagen nachhaltiger Entwicklung sowie den schonenden Umgang mit Pflanzenschutzprodukten beizubringen. Das Projekt richtet sich an Kinder, denn sie sind nicht nur die Landwirte von morgen, sondern können schon heute auf ihre in der Landwirtschaft tätigen Eltern Einfluss nehmen.
Im Rahmen des sechsmonatigen Lehrplans erlernen die Kinder den Anbau von Feldfrüchten, den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und die sichere Handhabung von Pflanzenschutzprodukten zur Erzeugung hochwertiger und gesunder Nahrungsmittel. Die Lektionen im Schulzimmer werden durch Besuche in landwirtschaftlichen Betrieben ergänzt, sodass die Kinder ihr Wissen anschliessend an ihre Familien weitergeben können. Bis heute haben über 315’000 Schulkinder an dem Projekt teilgenommen.
Der Einsatz der richtigen Personenschutzausrüstung (PSA) kann die potenzielle Exposition eines Anwenders durch Pflanzenschutzprodukte erheblich verringern. Oftmals bieten bereits ein einfaches langärmliges Hemd, lange Hosen und Stiefel einen angemessenen und wirkungsvollen Schutz. Die Syngenta-Forschung im Central Sciences Laboratory in Grossbritannien und das Hohensteiner Institut in Deutschland haben bestätigt, dass die Baumwoll- und Polybaumwollfasern, die in den meisten landwirtschaftlichen Arbeitsbekleidungen verwendet werden, geeignete Materialien sind, und haben weitere Möglichkeiten für neue, bessere Designs und Materialien vorgestellt.
Neue PSA-Entwicklungen – wie zum Beispiel spezielle Jacken, die bei Anwendern von Rückenspritzen den Rücken und die Beine besonders gut schützen – werden gründlich getestet und, falls sie einen praktikablen und sinnvollen Vorteil bieten, empfohlen und während Syngenta-Anwenderschulungen zur Verfügung gestellt.
Südamerikanische Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der Anwender von Rückenspritzen vor diesen Schulungen und der Möglichkeit, Personenschutzausrüstungen zu erhalten, ohne jeden Schutz arbeiten. Nach den Schulungsinitiativen tragen jedoch 80% dieser Anwender langärmlige Hemden, die grosse Mehrheit davon sogar ponchoartige Kunststoffumhänge und Rückenschutz aus Kunststoff. Beides sind einfache Massnahmen, mit denen sich die Exposition in Brasilien nachweislich sehr wirkungsvoll reduzieren liess.
Eine intensive Schulungsinitiative und die Bereitstellung verschliessbarer Lagerbehälter durch Syngenta waren mit die Hauptgründe für einen 38-prozentigen Rückgang der Selbstmordfälle durch Vergiftung mit Agrochemikalien in der chinesischen Region Pengzhou von 2003 auf 2004. Dies geht aus einem Bericht der South West Agricultural University hervor. Selbstmordversuche waren für über 96% aller Vergiftungsfälle verantwortlich.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Jahr 2005 eine neue Initiative gestartet, die hauptsächlich auf die Verhütung absichtlich herbeigeführter Todesfälle durch den Missbrauch von Pflanzenschutzprodukten abzielt. Daneben soll das Bewusstsein geschärft werden, um Unfälle zu verhindern.
Selbst zugefügte Schäden sind auch bei den armen, isoliert lebenden Bauern in den ländlichen Regionen und Dörfern in Sri Lanka ein grosses Problem. Das mit der WHO-Initiative vernetzte Freiwilligennetzwerk Sumithrayo hat nun gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung für Selbstmordverhütung (International Association for Suicide Prevention, IASP) ein Projekt für sichere Lagerung angestossen, dass die besondere Rolle verschlossener Kästen bei der Risikominimierung bewertet. Finanziert wird das Projekt von Syngenta.
Das Projektteam hat an jeweils zwei Dörfer in den Regionen Hettipola und Lunugamvehera 100 Metallkästen ausgeben. Im ersten Jahr des Projekts waren in keinem der vier Dörfer Selbstmorde zu verzeichnen. Aufgrund der Erfahrungen wäre ein Fall pro Monat zu erwarten gewesen.
Die Nutzung dieser Kästen, die von Schulungen und Sensibilisierungskampagnen für diese Problemstellung, sowie der intensiver Unterstützung für besonders gefährdete Einzelpersonen und Familien, begleitet wurden, haben in den Gemeinden weit verbreitete Akzeptanz gefunden. Auch Familien, die im ersten Umlauf keinen Kasten erhalten hatten, haben deren Wert erkannt und sich aktiv um einen Kasten bemüht.
Die Bewertung der ersten Ergebnisse des Projekts in Sri Lanka durch das Team und Crop Life International hat zusätzliche Vorteile aufgezeigt. Dazu gehört die bessere Lagerung der Produkte, durch die die Flaschen und Etiketten in gutem Zustand bleiben, was Probleme mit falscher Anwendung und Verschwendung verringert, sowie die zusätzliche Sicherheit vor Diebstahl. Die bessere Lagerhaltung der Agrochemikalien bewirkt ausserdem, dass die Bauern nur die Produkte kaufen, die sie auch effektiv brauchen.
Im September 2005 hat Syngenta die IASP-Konferenz in Durban, Südafrika, gesponsert. Zum Abschluss der letzten Workshop-Sitzung sagte Lars Melhum, der Präsident der IASP: „Massnahmen zur Verhütung von Suiziden durch Pestizide, vor allem durch sichere Lagerung, haben heute weltweit das grösste Potenzial zur Verringerung der Selbstmordzahlen.“
Syngenta hat eine neue weltweite Stewardship-Kampagne für die Anwendergesundheit initiiert. Sie soll zur Standardisierung der Meldungen über gesundheitsrelevante Unfälle (Adverse Health Incidents, AHI) im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pestiziden beitragen. Das System wird zu einem Schlüsselelement in Programmen werden, die durch Präventionsschulungen und Schulungsprogramme die Grundursachen entsprechender Unfälle bekämpfen sollen.
Die AHI-Initiative von Syngenta richtet sich an repräsentative Bereiche sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern und deckt ein grosses Benutzerspektrum ab, vom Kleinbauern mit Rückenspritzen bis hin zu Plantagen und landwirtschaftlichen Grossbetrieben.
Teil des Projekts ist auch der Aufbau von Partnerschaften mit Krankenhäusern, Entgiftungszentren und anderen Behörden, die bereits AHI-Daten sammeln. Diese Stellen sollen beim konsistenten Sammeln der Informationen unterstützt werden. Mit dem System sollen nicht nur das betroffene Produkt und die Art und Schwere des Unfalls erfasst werden, sondern auch die mögliche Verbindung zu Exposition, Begleitumständen und Konsequenzen.
Eine Konzentration der Arbeit auf bestimmte Produkte dient als Fallbeispiel für die Anwendersicherheit insgesamt. Es kann ermittelt werden, welche relative Bedeutung verschiedene Produkte bei gesundheitsrelevanten Unfällen haben.
Durch die verbesserten Berichte über AHIs wird Syngenta seine Stewardship-Anstrengungen auf Schlüsselprobleme konzentrieren können. Schulungsprogramme und die direkte Produktentwicklung können dann massgeschneidert und verbessert werden. Durch die Möglichkeit, Regionen und Länder genau zu vergleichen und zueinander ins Verhältnis zu setzen, können für andere Länder Lehren aus den besten Praktiken und ihrer Umsetzung gezogen werden.
Die Möglichkeit Veränderungen über die Zeit aufzuzeigen und diese in Verbindung mit erfolgreichen Stewardship-Programmen zu analysieren, wird die Gesamtzahl und die Schwere der Unfälle senken. Die Ergebnisse werden den verschiedensten Interessengruppen zugänglich gemacht und bilden die Basis für zukünftige Verbesserungspläne.
Rückenspritzen sind in vielen Teilen der Welt die verbreitetste Methode, Pflanzenschutzmittel auszubringen. Dies gilt insbesondere für Kleinbauern, die ihre begrenzte und oft einzige Nahrungs- und Einkommensquelle schützen möchten. Syngenta und der Spritzgerätehersteller Hardi International haben nun gemeinsam einen Leitfaden mit besten Praktiken für Rückenspritzen (Best Practice Guide for Knapsack Application) herausgegeben.
Dieser Leitfaden soll Kleinbauern bei der sichereren Anwendung helfen und die mit den Rückenspritzen erzielten Ergebnisse verbessern. Das Heft enthält wichtige Informationen zu „falsch“ und „richtig“ – von der Wartung der Sprühgeräte, der Auswahl der Düse und der richtigen Anwendung über Schutzausrüstung und Produkthandhabung bis hin zum Reinigen der Spritzen.
Das Kit enthält auch eine „Kalibrierflasche“, mit der sich das Gerät schnell und genau auf die richtige Abgabemenge einstellen lässt. Mit einem Dosierungsrechner ermittelt man zuvor, welche Menge des Produkts zu verwenden ist. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die Menge der Agrochemikalie zur Bekämpfung der Schädlinge ausreicht, aber nicht so gross ist, dass die Nahrungsmittel oder die Umwelt beeinträchtigt werden.
Die eindeutigen Abbildungen und Diagramme in diesem Leitfaden, unterlegt mit kurzen Texten und Schlagworten, werden Millionen Bauern auf der ganzen Welt helfen, bessere Ergebnisse zu erzielen und sicherer zu sprühen.
Ein besonders wichtiger Aspekt des Syngenta Stewardship Programms im Gesundheitsbereich ist die Schulung von Ärzten und medizinischen Fachkräften in der Erkennung und Behandlung von Vergiftungen mit Pflanzenschutzprodukten infolge von Unfällen oder durch absichtliche Einnahme. In der Region Asien-Pazifik wurde in den vergangenen Jahren eine grössere Initiative durchgeführt, an der sich China, Indonesien, Pakistan, die Philippinen, Thailand und Vietnam beteiligt haben.
Im Rahmen des Programms wurden Ärzte über die Funktion und Anwendung von Pflanzenschutzprodukten in der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion informiert. Das Ziel dabei ist, diesen Ärzten Kenntnisse über die vielen erhältlichen Produkte und die Art, wie die Anwender sie einsetzen, zu vermitteln und ihnen so zu helfen, mögliche Probleme bei der Anwendung zu diagnostizieren.
Dieses Schärfen des Bewusstseins für die Faktoren, die zu Missbrauch führen könnten, hat dazu beigetragen, dass die medizinischen Fachkräfte nun besser entsprechende Massnahmen in die vorbeugenden Gesundheitsprogramme integrieren können, wie sie es in den ländlichen Gemeinden vieler Länder gibt. Das weltweite Syngenta Stewardship -Netzwerk im Gesundheitsbereich kann mithelfen, die besten Ideen und Praktiken schnell und länderübergreifend umzusetzen.
Die landesweiten, regionalen und lokalen Schulungen für Ärzte und medizinische Fachkräfte liefern auch der Industrie ein schnelles Feedback und sorgen so für ein besseres Erkennen von Problemen oder Missbräuchen, wie sie beim Anwender der Produkte vorkommen können. Durch das Erkennen dieser Probleme kann die Industrie praktikable Lösungen zur Gefahrenminimierung ausarbeiten, wie etwa verbesserte Verpackungen, lokal angepasste Texte auf den Etiketten mit ihren Hinweisen zu Lagerung und Anwendung.
Das Syngenta-Schulungsprogramm entwickelt sich kontinuierlich weiter. So können Ärzte und medizinische Fachkräfte hinsichtlich der Einführung neuer Produkte informiert und die jeweils neusten Erkenntnisse aus der umfassenden Produktsicherheitsbewertung vermittelt werden.

