Den Boden erhalten, der uns ernährt
In weniger als einer Sekunde wächst die Weltbevölkerung um zwei Menschen1. In der gleichen Sekunde schrumpft das Ackerland, das diese Bevölkerung ernähren soll, um die Fläche so gross wie ein Fussballfeld. Daher müssen wir auf weniger Anbauflächen höhere Ernteerträge erzielen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.
Schlechte Anbaumethoden setzen den fruchtbaren Ackerboden der Erosion durch Wind und Regen aus. Schon jetzt ist laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen eine Fläche – gross genug um Europa zu ernähren – so ausgelaugt, dass dort nichts mehr angebaut werden kann.
Die Programme von Syngenta zur effizienten Bodennutzung zeigen, dass Landplanung und Bodenbewirtschaftung fester Bestandteil der nationalen und lokalen Politik werden müssen. Regierungen müssen die Böden überwachen und Massnahmen zum Bodenschutz umsetzen, die auch die Land‑ und Forstwirtschaft, das Wassermanagement, die Industrie und Abfallwirtschaft einschliessen.
Geeignete landwirtschaftliche Methoden können eine Verarmung des Bodens aufhalten und sie sogar umkehren. Gleichzeitig muss vorhandenes Ackerland effizienter genutzt werden.
Den Klimawandel mildern
Landwirtschaftliche Systeme der Schlüssel zu den weitreichendsten, kurzfristig realisierbaren Milderungs- und Anpassungsmassnahmen zum Klimawandel sind. Die Landwirtschaft erzeugt ein Drittel aller durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen.
Davon entfallen 14 Prozent auf direkte Emissionen, einschliesslich Emissionen aus der Tierhaltung. Weitere 18 Prozent der Emissionen sind auf Veränderungen in der Landnutzung, darunter auch Abholzung, zurückzuführen.
Durch eine verbesserte Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Anbauflächen, der Vermeidung von Landumnutzung und einem verstärktem Einsatz moderner Bodenschutztechnologien könnte der Agrarsektor bis 2030 weitgehend kohlenstoffneutral werden.
United Nations Environment Programme Rapid Response Assessment, “The Natural Fix? The Role of Ecosystems in Climate Change Mitigation, June 2009.
Effiziente Bodennutzung
Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2050 die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen ansteigt und der Bedarf an Nahrungsmitteln wird um 70% wachsen.2 Selbst wenn wir alles verfügbare Land in Anbauflächen umwandeln würden, könnte diese Nachfrage trotzdem nicht gedeckt werden, ohne die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben viele Länder ihre Möglichkeiten hierzu bei weitem noch nicht ausgeschöpft.
Um den künftigen Ernährungsbedarf zu decken, müssen wir diese Ertragslücke schliessen – und zwar nachhaltig. Wie können wir das erreichen?
Laut FAO brauchen Landwirte Zugang zu einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Lösungen, Bildung, Know-how und finanziellen Anreizen. Zu nachhaltigen landwirtschaftlichen Verfahren zählen die pfluglose Landwirtschaft, Fruchtwechsel, die Wiederbepflanzung verödeter Böden und bepflanzte Ackerrandstreifen zum Erosionsschutz.
Eine effiziente Bodennutzung kann sich auch positiv auf den Klimawandel auswirken: weltweit könnten so Jahr für Jahr die Böden zwei bis drei Milliarden Tonnen CO2 speichern. Zum Vergleich: Die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen belaufen sich jährlich auf rund sechs Milliarden Tonnen 1.
Globale Zusammenarbeit für globale Lösungen
Wichtige Fakten
- Bodenerosion kann durch bodenschonende Anbaumethoden um 50% verringert werden
- Weltweit werden 40 Prozent des Bodens für die Landwirtschaft genutzt
Die Landwirte können auf bestehenden Anbauflächen höhere Ernteerträge erzielen, den weiteren Verlust fruchtbaren Ackerlands verhindern und innovative Wege finden, auch qualitativ minderwertige Böden besser zu nutzen; dies ist besonders wichtig in wachsenden Volkswirtschaften
Technologie ist dabei ein wichtiger Teil der Lösung, ebenso wie der partnerschaftliche Austausch von Wissen. Mehr denn je müssen Landwirte, Konsumenten und Unternehmer, Regierungen und Nahrungsmittelhersteller, Zivilgesellschaft und multilaterale Organisationen in aller Welt zusammenarbeiten.
Regierungen müssen die effiziente Nutzung von Ressourcen und den Schutz der Umwelt fördern, und die Privatwirtschaft muss die dafür erforderlichen Technologien entwickeln.
Die Bevölkerung muss umfassender informiert werden, um bessere Entscheidungen treffen zu können. Dazu gehört, welche Nutzpflanzen angebaut, welche Produkte gekauft und welche Agrarsysteme genutzt werden. Landwirtschaft ist Investition in die Zukunft: Sie fördert die Wirtschaftsentwicklung und schafft langfristig wirtschaftliche, politische und ökologische Stabilität.
- http://www.unfpa.org/6billion/facts.htm
- http://www.fao.org/fileadmin/templates/wsfs/docs/expert_paper/How_to_Feed_the_World_in_2050.pdf