Wertschöpfung im ländlichen Raum: Grundlage für die Nahrungssicherheit
Landwirten kommt innerhalb der Gesellschaft eine wichtige Aufgabe zu: Sie müssen die Weltbevölkerung ernähren. Keine leichte Aufgabe angesichts der zahlreichen Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt.
Dabei stehen sowohl kleine als auch grosse Landwirtschaftbetriebe in aller Welt weitgehend vor denselben Herausforderungen: Sie müssen versuchen, sich auf die Knappheit natürlicher Ressourcen einzustellen, den besten Preises für ihre Produkte zu erzielen, Produktivitätseinschränkungen zu überwinden und sich an den Klimawandel anzupassen. Obwohl sie dabei grosse wirtschaftliche Risiken auf sich nehmen, sind die Erträge oft nur gering. Ungünstige Wetterbedingungen, Schädlinge, Krankheiten und Unkraut können ihre Nutzpflanzen vernichten und dadurch ihre Einkünfte dezimieren. Zudem sind die Landwirte der Volatilität der Märkte ausgesetzt. So kann selbst eine gute Ernte wenig Gewinn abwerfen, wenn die Preise niedrig sind. Aus diesen Gründen leben mehr als drei Viertel der Armen dieser Welt in ländlichen Gebieten.1
Nicht alle Landwirte haben gleichermassen Zugang zu Ressourcen und Märkten. Und so sind auch nicht alle gleich stark von den heutigen Herausforderungen betroffen. Den ländlichen Gemeinschaften in den Industrieländern ist es gelungen, ihre Produktivität deutlich zu erhöhen. Nun aber müssen sie ihre Erträge steigern und gleichzeitig ihr Ackerland, die Wasservorkommen und die Artenvielfalt schützen . In den Entwicklungsländern gilt es hingegen, den nach wie vor mangelhaften Zugang zu Märkten und modernen Technologien zu verbessern, um nachhaltige Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen.
Die Landwirte brauchen deshalb bessere Lösungen, wenn sich ihre Arbeit auch finanziell lohnen soll. Syngenta ist sich bewusst, dass diese Lösungen stärker integriert und auf die jeweiligen Bedingungen der Landwirte zugeschnitten sein müssen.
Besser produzieren
Die Produktivität der ländlichen Gemeinschaften in den Industrieländern hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verbessert. So haben die USA beispielsweise zwischen 1987 und 2007 ihre Maisproduktion um 41 Prozent gesteigert, die Baumwollproduktion um 31 Prozent und die Sojaproduktion um 29 Prozent. Doch das ist nicht genug. Es gilt vielmehr, diese Produktivität dauerhaft zu erhalten und die erzielten Erfolge auf weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse zu übertragen; gleichzeitig müssen Umwelt und Ressourcen geschützt werden.
In einigen Regionen ist die Produktivität bereits von Umweltzerstörung bedroht. Die Landwirte versuchen daher, mithilfe neuer Ansätze Bodenqualität und Wassermanagement zu verbessern, indem sie zum Beispiel stärkere Nutzpflanzen einsetzen und verbesserte Anbaumethoden anwenden. Darüber hinaus benötigen sie qualitativ hochwertiges Saatgut sowie Produkte zur Steigerung der Wassereffizienz, um die Anbauflächen optimal zu nutzen.
Schaffung von Märkten und Infrastrukturen
Nur etwa 34% der Landwirte in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen haben Zugang zu ausreichend natürlichen Ressourcen und Märkten. Beides ist eine Voraussetzung für den Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebs. In weiten Teilen von Afrika, Asien und Südamerika ist jedoch der nächste Markt zwei bis vier Stunden entfernt; in anderen Gegenden ist ein motorisierter Transport mitunter gar nicht erst möglich.
Es braucht also eine verbesserte Infrastruktur, Zugang zu Märkten und Marktdaten sowie kreative Finanzlösungen, um nachhaltige Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen. Zielgerichtete Investitionen in diesen Bereichen der landwirtschaftlichen und ländlichen Entwicklung bergen daher das grösste Potenzial, die Armut rasch zu verringern.
Wir bei Syngenta unterstützen Landwirte darin, in die Steigerung ihrer Produktivität zu investieren. Zudem helfen wir ihnen, sich dem Wettbewerb lokaler und globaler Märkte zu stellen. Dazu arbeitet Syngenta mit Partnern in den jeweiligen Gemeinschaften zusammen, um die lokalen Bedürfnisse abdecken zu können und die Landwirte darin anzuleiten, wie sie unternehmerischer wirtschaften können (siehe Tabelle mit Beispielen).
Der Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebs ist von seiner Fähigkeit abhängig, diejenigen Lösungen zu wählen, die möglichst optimal auf seine Situation abgestimmt sind. Am besten bewährt sich jeweils ein integrierter Ansatz, der besseres Saatgut, wassersparende Technologien, Nährstoff-, Schädlings- und Unkrautmanagement sowie Massnahmen zum Schutz von Ackerböden umfasst. Auf dieser Grundlage hat Syngenta ein ganzheitliches Schulungsprogramm entwickelt, das Landwirten dabei hilft, ihre Ernteerträge zu steigern und sich ihre Existenzgrundlage zu sichern (siehe Tabelle).
Schutz unserer natürlichen Ressourcen
Die landwirtschaftliche Produktivität sieht sich zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt: Unter anderem sollen die Landwirte mit begrenzten Ressourcen höhere Ernteerträge erzielen, da die Bevölkerung in den Städten und die Industrie mit ihnen um Land, Wasser und Energie konkurrieren. Gleichzeitig sind sie dem zunehmenden Druck ausgesetzt, die Umwelt zu schonen und zu schützen.
Ein nachhaltiges Produktionssystem kann Landwirten dabei helfen, die Produktivität zu erhöhen und gleichzeitig die Umwelteinflüsse ihrer Aktivitäten zu verringern. Landwirtschaftliche Technologien dienen aber nicht nur der Produktionssteigerung sondern wirken sich auch positiv auf Wasserressourcen, Ackerböden und Artenvielfalt aus.
Beispielsweise können Landwirte ihr Boden- und Wassermanagement durch minimales Pflügen verbessern, wodurch die Ackerböden geschont werden und ihre Wasseraufnahmefähigkeit erhalten bleibt. Sie haben auch die Möglichkeit, bodenschonendere Pflanzen und integrierte Verfahren zur Schädlingskontrolle einzusetzen. Sie benötigen aber auch verbessertes Saatgut und Produkte, welche die Wassereffizienz steigern, um ihre Anbauflächen optimal zu nutzen.
Mit Blick auf die Zukunft werden Investitionen und Partnerschaften notwendig sein, um die landwirtschaftliche Innovation voranzutreiben. Zudem wird die Forschung bessere Produkte zum Schutz vor Unkraut, Krankheiten, Insekten und anderen Schädlinge entwickeln müssen. In Anbetracht des Klimawandels werden ausserdem Pflanzensorten benötigt, sich neuen Stressfaktoren besser anpassen können, sowie Produkte, die einen kräftigen Pflanzenwuchs fördern.
Das ländliche Umfeld im Umbruch
Wichtige Fakten
- 50,5 Prozent der Weltbevölkerung leben im urbanen Raum. Von 2010 bis 2015 wird die Urbanisierungsrate jährlich um fast 2 Prozent steigen.
- Rund 3,4 Milliarden Menschen, knapp die Hälfte der Weltbevölkerung, leben derzeit in ländlichen Gebieten.5 Ein Anstieg der Landbevölkerung wird nicht erwartet.
Die Zeiten, in denen es selbstverständlich war, dass der Sohn den landwirtschaftlichen Betrieb des Vaters übernahm, sind vorbei. Das ländliche Umfeld ist im Umbruch. Immer häufiger scheidet die folgende Generation aus dem Betrieb aus, kehrt dem schwierigen und undankbaren Leben des Landwirts den Rücken und zieht in die Städte. Doch wenn es uns nicht gelingt, die Landwirtschaft wieder für jüngere Menschen attraktiv zu machen, wer soll dann die Welt ernähren?
Syngenta achtet die Arbeit der Landwirte und die ländlichen Gemeinschaften sind ihre Geschäftspartner. Doch auch in diesem Geschäft erfordert Erfolg gewisse Fähigkeiten. Öffentlich-private-Partnerschaften können in die Jugend- und Erwachsenenbildung investieren, um Landwirten die Möglichkeit zu geben, zu experimentieren, ihre betriebliche Kompetenz zu verbessern, sich Technologien und Agrarwissen anzueignen, um sich den Gegebenheiten optimal anzupassen. So hat Syngenta beispielsweise für Landwirte in Indien Informations- und Servicezentren (genannt Krishi Shakti) eingerichtet – einem Land, in dem zunehmend auf hochwertige Pflanzensorten und den Ausbau des Agrargeschäfts gesetzt wird. Die Landwirte können nun bei fast allen ihrer Nutzpflanzen Erträge auf Rekordniveau und in hoher Qualität einfahren. Durch solche Initiativen erlangen Landwirte die Fähigkeiten, andere anzuleiten und ihr Wissen in ihrer Gemeinschaft weiterzugeben.
Syngenta ist überzeugt, dass Regierungen, NGOs und die Industrie nur gemeinsam zu einer sicheren, nachhaltigen, produktiven und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft beitragen können, damit Landwirte vom Verkauf ihrer Erzeugnisse gut leben können. Zu diesem Zweck müssen Politik, regulatorischer Rahmen und Investitionen so aufeinander abgestimmt werden, dass sie den Agrarsektor unterstützen, Landwirten bessere Entscheidungen ermöglichen und das Risiko von Investitionen in Produktivitätssteigerungen verringern.
Die Landwirte haben es in der Hand, die Welt zu ernähren – aber nur dann, wenn sie grössere und hochwertigere Ernten einfahren und diese zu einem fairen Preis auf den Markt bringen können.
- Deutsche Bank Research. Agribusiness and hunger - Threat to global food security drives collaborative business models, February 12, 2010.
- Center for strategic and international studies. Agricultural Productivity in changing rural worlds. Februar 2010.
- Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2008, op. cit; Weltentwicklungsbericht 2005, op. cit.; und FAO: Roles of Agriculture Project (ROA) (www.fao.org/es/esa/roa/).
- World Bank
- Internationale Arbeitsorganisation. „Schaffung neuer Arbeitsplätze zur Armutsbekämpfung auf dem Land“, 97. Internationale Arbeitskonferenz, 2008, Genf, Schweiz